Archive for Januar 2009

Wie man „bei der SS auf Wiedersehen“ sagt

9. Januar 2009

kann man mit der deutschen Synchronfassung von „Indiana Jones and The Last Crusade“ (Steven Spielberg, 1989) erfahren, nach einem doch noch als „österreichisch“ bezeichneten Abschiedskuss.
In der Originalfassung war der damit gemeinte Schlag ins Gesicht natürlich auch noch einer aus „Deutschland“…
Zumindest Ende der Achtziger Jahre, also Jahrzehnte nach der entnazifizierten Synchronfassung von Hitchcock’s „Notorious“, offenbar unzumutbar sowas

Advertisements

Ich bin gerade erst darauf gestoßen…

8. Januar 2009

Am 20. März letzten Jahres wurde ein interessantes Interview mit Peter Molyneux veröffentlicht, da könnte Molyneux im Gespräch mit Jörg Langer 🙂 Der nun offenbar bei Spieletipps.de beschäftigt ist, sein über viele Jahre aufgebautes Image als vollmundiger Auf-den-Geschmack-Bringer weiter ausgebaut haben. Er sprach unter anderem von etwas „wichtigem“, das auf den Titelseiten von“Wissenschafts-Magazinen“ landen werde – „derart bedeutungsvoll“ sei es, wohl irgendwann Mitte 2007 Bei Lionhead „entdeckt“ soll es worden sein, und so weiter. Aber er könne ja eigentlich gar nichts dazu sagen, wegen Microsoft, und überhaupt sei Lionhead – als wieder die Sprache auf das ominöse, nach Molyneux erstem Sohn benannte Projekt „Dimitri“ kam – dafür „gegründet worden“, „weil wir eine bestimmte Form von KI erschaffen wollten“.

Was angesichts des ersten „Black & White“ ja auch noch ganz verständlich sein mag. Also nur etwas für unverbesserliche Optimisten? http://www.spieletipps.de/artikel/1566/1

„Fable 2“ wurde übrigens vom mir favorisierten G4 In den USA Gerade zum Spiel des Jahres erklärt: hier Molyneux‘ Acceptance Speech – http://www.g4tv.com/xplay/features/35425/XPlay_Best_of_2008_Peter_Molyneuxs_Acceptance_Speech.html

Neues von meinem Medien- und Kunstkonsum

6. Januar 2009

Zur Zeit auf dem Nachttisch: Thomas Bernhard – „Holzfällen“, und „Crisis on Infinite Earths“ von Marv Wolfman & George Pérez. Eignet sich zwar nicht unbedingt als Einführung in das DC-Universum, aber wenn man prinzipiell nichts gegen amerikanische 80er-Jahre-Superhelden-Comics einzuwenden hat kann der Sammelband in Soft- oder meiner Meinung nach überteuertem Hardcover durchaus auch das einzige gewesen sein was man davon im Leben je gelesen hat: aufmerksam darauf wurde ich (wieder) durch ein in jeder Hinsicht lesenswertes Interview mit Ken Levine im Forbes Magazine – http://www.forbes.com/2008/12/03/ken-levine-bioshock-tech-personal-cx_mji_1203levine.html?partner=yahootix

Ausgegraben

6. Januar 2009

Immer mal wieder entdecke ich alte Texte und unbeantwortet gebliebene Briefe von mir, zum Thema meines bereits ersten Blog-Versuches, die ich von nun an hier gegebenenfalls auch veröffentlichen möchte: den Anfang macht etwas vom 19. Dezember 2007, zu dem ich mich nach Lektüre von „Die Medien-Maschine, die fürs Leben mundtot machen kann“ und die damalige Berichterstattung in der Kleinen Zeitung über Gewalt in der populären Kultur, entschlossen hatte.

 

Sehr geehrter Herr …!
Ich fand die Logik in Ihrem Leitartikel schon außergewöhnlich interessant. Es soll ja für jede Meinung auch eine Studie geben, aber wie offenbar aus ein und derselben diametral verschiedene Schlüsse gezogen werden können, ist doch noch erstaunlich für mich: wenn ein Drittel untersuchter Eltern ihren Kindern einen Fernseher im Zimmer zumutet sollte es doch eigentlich niemanden verwundern, dass vom Rest ungefähr gleichviel diesen eben ablehnen? Anscheinend wurde da etwas in Auftrag gegeben, das den Auftraggebern dann doch zu wenig entgegengekommen ist.
Der fortgeschrittenen Medienfeindlichkeit wird dies aber auch keinen Abbruch tun: mir ist die unkritische Hymne für Peter Bürgers bei uns mit einem „Friedenspreis“ ausgezeichneter, Ressentiment-geladener Arbeit „Kino der Angst“ vor einiger Zeit in der Kleinen Zeitung noch gut in Erinnerung, wo praktisch jeder fiktionalen Darstellung von Krieg und Gewalt „in the face“ eine affirmative Bedeutung zugeschrieben wird, allein schon da es bei professionellen Produktionen zwecks Authentizität üblich ist militärische Beratung hinzuzuziehen. Der darin verwendete Begriff „Militainment“ hätte zwar eigentlich eine genuin etwas andere, das heißt mehr an Journalismus denkende, Bedeutung, aber wer als Friedensaktivist gegen die amerikanische Kulturindustrie antritt, dem scheint dies wenig zu kümmern.

Sie darf ich daran erinnern, dass der/die durchschnittliche VideospielerIn heute weit über 30 Jahre alt ist, weshalb ihre Angriffe auf Vorgänge in Kinderzimmern eine demoskopisch schiefe Wahrnehmung vermuten lassen: Sie schreiben in bezug auf das Fernsehen davon, dass es immer noch besser sei „als gewalttätige Video-Games, immer noch besser, Bruce Willis mäht fiese Typen nieder, als dass die Kinder selbst am Drücker sitzen“, um daraufhin wiederum die Passivität von Fernsehen zu kritisieren. Die Unterhaltungsfeindlichkeit welche jeder direkten und ausdrücklichen Zurschaustellung negativer Dinge eine gutheißende Beziehung unterstellt erreicht so eine wahrhaft erschreckende Dimension für mich.
Wer über Jugend-Medienschutz schreibt sollte sich stets vor Augen halten welche Erwachsenen er damit auch trifft, denn hier geht es nicht um Maßlosigkeit, Tabak- oder Alkoholverbote für Jugendliche, wobei es bei letzteren ja noch viel erschreckend populistischen Raum in Österreich zu geben scheint, und in diesem Sinne frage ich mich schon, was Sie von Menschen wie mir eigentlich halten?
Dazu kann ich sagen, dass ich mit meinen 27 Jahren früher zwar viel und täglich ferngesehen habe, dies aber heute kaum mehr tue, wenn es hoch kommt einmal die Woche vielleicht, und dann auch nur kurz.
Meine primäre Bildung habe ich darüber hinaus nicht in steirischen Schulen, wo ich auch aufgrund meiner Behinderung mehr Verachtung als anderes erfahren habe, erhalten, sondern über Videospiele, mit denen – für mein Alter jeweils auch geeignet erklärten – ich mich ab meinem 16. Lebensjahr intensiv auseinander zu setzen begann. Videospiele haben sich schon immer mit Gewalt beschäftigt, und von Anbeginn an ist ihnen dies auch zum Vorwurf gemacht worden. Videospielen bedeutete auch von jeher schon moralisches handeln, sowie ein bestimmtes ausloten eigener, persönlicher Grenzen. Ich hoffe doch, dass die Kleine Zeitung dies nicht fortwährend einseitig in Frage stellen möchte und Menschen wie mich dermaßen zu beleidigen hat. Ich möchte in Österreich jedenfalls keine Zustände wie in Deutschland haben, wo die Kulturform von Menschen gegenwärtig (noch immer) geradezu selbstverständlich mit furchtbaren Straftaten und realen Gewaltverbrechen in direktem Zusammenhang gebracht wird.
Weshalb wegsehen und Verschweigen besser sein soll als Offenheit und zeigen ist jedoch etwas, das mir in dieser Gesellschaft wohl immer rätselhaft bleiben wird.

Hochachtungsvoll

Wie weit geht da was eigentlich noch?

6. Januar 2009

Vergleich in einem „Denkzettel“ der mir wahrlich zu denken gibt: militanten Rechtsextremismus, höchstens mit notdürftigster Einfallsarmut verschleiert, zu bestellen, wird mit der Betrachtung von „Sexbildern im Internet“ verglichen – von einem Herrn Kübeck in der heutigen „Kleinen Zeitung“.
Daneben der Leitartikel zum „Thema“ über „Spielshows, deren Dämlichkeit man zuvor nicht für möglich gehalten hätte, Gewaltkino aus den unteren Schubladen sowie Sex in allen möglichen Varianten.“
Die üblichen aburteilenden Worte für den Geschmack Andersdenkender, vorgetragen von einem „Kulturjournalisten des Jahres“ – angeblich sogar dreimal hintereinander hierzulande wirklich dafür gehalten: http://oe1.orf.at/inforadio/100326.html?filter=5

Na ja, immerhin scheint er gegen „Shows wie Wrestling oder Mud-Racing“ verblüffenderweise nichts zu haben – vielleicht ist er deshalb ja „Kulturjournalist des Jahres“ geworden, dreimal hintereinander, aber ich fürchte doch bloß in meinen naiven Wunschvorstellungen einer besseren Welt.
Gefragt wird jedenfalls was „das TV-Publikum“ will, und dabei von einem „großen Wurmlutschen“ (!?) gesprochen: ich frage mich eher ob vor dem TV So irgendwann überhaupt noch jemand zu finden wäre, von in „den Anstalten“ wo laut „Kulturjournalist des Jahres“ „groß“ an Würmern zu „lutschen“ (?) angesagt sei, ganz zu schweigen…

Es geht in der heutigen Ausgabe um „25 Jahre Privatfernsehen“ in Deutschland, um eine Zeit als dieses „schmuddeln lernte“.
Da kommen in zyklisch auf mich wirkenden Phasen immer wieder eigeschossene Gelegenheiten altherstgebrachte Vorurteile zu verbreiten, etwa wenn (wieder) ein ehemaliger Angehöriger der Roten Armee Fraktion aus einem Gefängnis entlassen wird (oder bloß werden sollte).
Im TV-Teil schließlich wird von einem aktuellen Krimi über Fremdenfeindlichkeit in Tirol berichtet bei dem Stereotypen anscheinend zuerst aufgebaut werden nur um sie anschließend politisch korrekt aufzulösen: da scheint die heile Welt der Volksbildung für das „TV-Tagebuch“ wieder in Ordnung zu sein, andere Denkweisen ja nicht mehr zu geben, und man merke sich so wieder, „dass Österreich einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk hat.“

Kategorie „unglaublich, aber wahr“

5. Januar 2009

Die Londoner Times stellt die Zukunft der Playstation in Frage: http://business.timesonline.co.uk/tol/business/industry_sectors/technology/article5446963.ece

Kein leises Flüstern…

5. Januar 2009

Der streitbare US-TV-Moderator Adam Sessler vor drei Wochen über ein Thema, das hierzulande vielfach schon an weiter unten bereits angesprochenen Vorstellungen scheitert was in der Fiktion names Videospiel alles möglich sein darf, und womöglich schon daran auch dass Videospiele überhaupt Fiktionen sind: http://www.g4tv.com/thepile/hdvideos/35792/Sesslers_Soapbox_Videogame_Violence_is_Fun.html

Altes aus der Provinz

4. Januar 2009

In der kleingeistigen Zeitung war heute neben einer schon üblichen, aber doch besonders konstruierten, Hetze gegen Tom Cruise (und Hollywood überhaupt) passenderweise auch davon die Rede, dass einer dessen „eigenwillige Filmbewertungen unter Kennern Kultstatus genießen“ würde in Pension ging.

 

Ja, so, oder jemand der Ressentiment-beladen bis schlicht hasserfüllt jede Genrefilm-Äußerung als widerwärtiges „Bedürfnis“ oder sonstwas zu beschreiben wusste, noch bei Ken Russell von einem Pornographie-„Verdacht“ schrieb und damit kurzerhand diese gleich sowieso mit zu einem Verbrechen erklärte, und dabei jede beliebige, halbwegs reduktionistische Konfektion mit französischen Altstars für „außergewöhnlich“ hielt…

Als ich mich in meiner grenzenlosen Naivität vor ein paar Jahren darüber beschwert habe und mich fragte weshalb meine primäre Kulturform Videospiele in betreffender Publikation so gar nicht berücksichtigt wird, bekam ich noch lapidar ungefähr zurück, dass derlei „Kommerz“ dort bloß zurückhaltend (falls überhaupt) beworben werde würde, man grundsätzlich (in der Redaktion? Per Abstimmung oder schöngeistiger Folter eruiert?) „eher auf der Seite“ von Michael Haneke“ als auf der eines gewissen „Rambos“ stünde und es nicht erwiesen sei, dass ich des ersteren Filmwerk „richtig begreife“.

Aus diesen Jahren erinnere ich mich auch noch an einen Leserbrief, da wurde der alte Chefredakteur voraus geschickt als sich jemand anderes über die kulturelle Fremdenfeindlichkeit deren eingebildeter „Filmbewertungen“ beschwerte. Das war ungefähr zur gleichen Zeit als sie die Mohammed-Karikaturen veröffentlicht hatten und ihre Kolporteure in Graz deshalb kurzfristig streikten…

Später hielt ich mehr ernüchtert und pragmatisch orientiert beziehungsweise auf meinen Blutdruck bedacht als resignativ jede weitere Kritik für völlig sinnlos und lächerlich – nach einer letzten Beschwerde über (wiederholte) Verunglimpfungen kinderloser Menschen der für eine Rubrik namens „von Mensch zu Mensch“ verantwortlich zeichnenden Journalistin dort, als ich dank einer in beliebigen vermeintlich noch zentristischen Zirkeln grassierenden Lebensformtheorie wohl super korrekt zur Antwort hielt, dass ich mit meiner Behinderung sowieso eine andere Lebensform sei…

Nach der Wahl Obamas ins helle Haus war dann freilich auch noch davon zu lesen, dass dort nun eine „Brut“ einziehen würde…

Als stiller Beobachter verfolge ich nämlich diese noch mehrfach ausgezeichnete Tageszeitung und die Äußerungen ihrer RedakteurInnen gelegentlich jedoch weiterhin, und meine Vermutung, dass diese zusammen mit der Furche einen noch viel schädlicheren, weil latenter-unterschwellig-bürgerlich gepflegteren, pseudo-liberalen Einfluß auf zumindest den Süden Österreichs besitzt als die überall bekannte Kronen Zeitung – samt eigenem Blog: http://www.krone-blog.at/ – wird eigentlich mehr bestätigt als mir als persönlich eigentlich doch harmoniebedürftiger Mensch wirklich lieb sein kann.

 

Schließlich ist Selbstkritik immer gut, und da ich gestern durch Zufall doch erfreulicherweise auf eine dritte mögliche Lesart der Haneke-Filme gestoßen bin: http://heise.de/tp/r4/artikel/28/28019/1.html– möchte ich diesen Eintrag auch versöhnlich beenden 🙂