Archive for Februar 2009

EA Sports: heuer kein FIFA-Ableger im Frühling

20. Februar 2009

Meinen Recherchen zufolge erstmals seit 2003 erscheint im kommenden Frühjahr kein neues Fußballspiel von EA Sports, womit nach zwei Titeln zur „Champions League“ in WM/EM-losen Jahren die umstrittenen Halbjahresveröffentlichungen fürs erste einmal unterbrochen sein werden: stattdessen wird im März ein Sammelkarten-Modus für „FIFA 09“ als DLC Für PS3 und Xbox 360 angeboten werden. Bereits das letzte „Champions League“-Spiel von EA Sports 2007 verfügte über die Möglichkeit sich mittels Sammelkarten eine Traummannschaft aufzubauen.

Bereits seit den Tagen der „Bundesliga Stars“ Ende der Neunziger Jahre wurden neben den „FIFA“-Veröffentlichungen im Herbst von EA Sports weitere Fußball-Möglichkeiten mit Lizenz-Action zwischen Arcade und Simulation wahrgenommen – in etwa vergleichbar mit den in Europa niemals erschienen, jährlichen College-Updates als eigene Spielereihen im US-Mannschaftssport.

Ob der Verzicht auf ein eigenes neues Spiel mit weitergehendem Fokus auf DLC Von langer Hand bereits geplant war, mit einem Totalverlust der Champions-League-Lizenz an Konami (Pro Evolution Soccer 2009) zusammenhängt, oder doch mit den ökonomischen Problemen von Electronic Arts, wurde mir leider nicht bekannt: FIFA 09 Ultimate Team

Advertisements

„Yakuza 3“-Demo in Japan veröffentlicht

20. Februar 2009

Eine Demo von „Yakuza 3“ für die PS3 wurde gestern am japanischen Playstation-Store für die veröffentlicht: PlayStation.com(Japan)|PLAYSTATION®3 情報|PlayStation®Network …

Filmkritik: „Evan Allmächtig“ (2007)

18. Februar 2009

Oh mein Gott! 2/10 Archen  *

Da helfen auch (Neben-)Darsteller-Kapazunder wie Morgan Freeman, Lauren Graham oder John Goodman nichts: am problematischsten war Hollywood schon immer dann, wenn es vorsätzlich harmlos und familientauglich sein wollte. Vor dem Hintergrund einer zunehmenden Evangelikalisierung der USA Samt Kampagnen zur Verbannung der Evolutionstheorie aus den dortigen Schulen erscheint ein Film wie „Evan Allmächtig“ wiederum schon gefährlich zu sein. Bereits der Vorgänger mit Jim Carrey hatte so gut wie keinen Biss, dieses Machwerk ist aber noch um ganze Ecken gleichförmiger, wohlwollender geradlinig so zusammengesetzt, dass es bloß niemandem auf den Schlips tritt.

Filmkritik: „The Man Who Wasn’t There“ (2001)

18. Februar 2009

Ed Crane und „Barton Fink“. 10/10 Trocken schneiden  *****

The Man Who Was’nt There“ ist das zum unterschätzten „O Brother, Where Art Thou?“, was zehn Jahre davor „Barton Fink“ zu „Miller’s Crossing“ war.
Diese vier Filme der Coen-Brüder gehören für mich einfach zusammen.
Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass es sich hierbei um einen nicht nur klar erkennbaren, sondern auch in sich (zumindest vorerst) abgeschlossenen Zyklus handelt: alle vier Filme spielen im Amerika der 20-40er Jahre. Während „Miller’s Crossing“ die untrennbar mit diesen Jahren verbundenen Gangstermythen auseinandernimmt, nur um sie wieder (anders) zusammenzusetzten, geht es in „O Brother“ um eine im besten Sinne postmoderne Neukonstruktion der „guten alten Zeit“ an sich. Ed Crane und „Barton Fink“ repräsentieren dabei jeweils die Individualkomponente als (filmische) Anhängsel. Beide blicken von außen auf eben solche vorgefertigten Welten.
Vor, zwischen und nach diesen vier Meisterwerken sehe ich eher „Selbstfindungsprozesse“, zumal sie gegenwärtig anzufangen scheinen, (auch) getrennte Wege zu gehen.
Die mit Anleihen an ihren eigenen Debutfilm „Blood Simple“ versehene Lynch-meets-Tarantino-Story aus „Fargo“, und der ähnlich gelagerte „Big Lebowski“ – trotz der herrlich Klischees zerfressenden und völlig unberechenbaren Figur eines von John Goodman (wie immer) großartig portraitierten, philosemitschen Waffennarrens – halte ich nämlich für ihre nur vermeintlich erfolgreichsten, vergleichsweise durchaus schwächsten, sicher aber unbefriedigendsten Arbeiten.

Filmkritik: Wonderful Days (2003)

18. Februar 2009

Bedeutungsarmes Fest für Sinnesorgane. 7/10 Computeranimationen  ***

Mit dem koreanischen Kino konnte ich weder im Genre- noch Arthouse-Bereich jemals viel anfangen. Sämtliche Themen und Inhalte steckten für mich stets an Oberflächen fest, und auch „Wonderful Days“ wollte ich mir ursprünglich bloß wegen der Natur der Multimation ansehen, und allein dahingehend wurde ich auch nicht enttäuscht. Nein, „Wonderful Days“ ist kein guter Film im eigentlichen Sinne von inhaltlich „gut“: in vielerlei Hinsicht stellt er sogar augenscheinlich das thematische Scheitern etwas neues zu finden in einem Genre dar, das in seiner ökologischen und technologischen Warnung universelle Botschaften transportierend und lehrend, aber nicht moralisierend, sich seit den Eckpfeilern „Akira“, „Ghost in the Shell“ und „Prinzessin Mononoke“ kaum weiterentwickelt hat.
Die japanischen Beispiele hierfür sind „Robotic Angel“ (2001) mit demselben Drehbuchautor wie „Akira“, und schließlich „Steamboy“ (2004) vom Regisseur von „Akira“. Während Miyazaki zumindest im Ansatz zuletzt noch alle an ihm interessierten begeistern konnte, sehe ich die Zukunft für das gesamte Anime-Genre, dem für Kinder geeigneten, wie dem weniger geeigneten Part, eher düster.

Ich erwarte mir zwar keinen europäischen Kritikerliebling wie „Persepolis“ (2007) für den Anime, ein neues „Akira“ wäre aber doch (noch immer) wünschenswert am Horizont erkennen zu können. Doch Halt: wer „Wonderful Days“ als seelenlos beschimpft, der sollte sich vorher doch noch überlegen, ob in Hollywood für das fünfzehnfache dessen Budgets nicht doch noch viel seelenlosere Sachen produziert werden, an denen man sich nicht mal audiovisuell recht erfreuen kann.

Tag-Line: „erstaunlich emotionslose Mär um rassistische Umweltverschmutzer zwecks Energiegewinnung (!?) – audiovisuell bestechender Mix aus traditionellem Animationsfilm und CGI“