Filmkritik: „The Man Who Wasn’t There“ (2001)

Ed Crane und „Barton Fink“. 10/10 Trocken schneiden  *****

The Man Who Was’nt There“ ist das zum unterschätzten „O Brother, Where Art Thou?“, was zehn Jahre davor „Barton Fink“ zu „Miller’s Crossing“ war.
Diese vier Filme der Coen-Brüder gehören für mich einfach zusammen.
Ich würde sogar so weit gehen, zu sagen, dass es sich hierbei um einen nicht nur klar erkennbaren, sondern auch in sich (zumindest vorerst) abgeschlossenen Zyklus handelt: alle vier Filme spielen im Amerika der 20-40er Jahre. Während „Miller’s Crossing“ die untrennbar mit diesen Jahren verbundenen Gangstermythen auseinandernimmt, nur um sie wieder (anders) zusammenzusetzten, geht es in „O Brother“ um eine im besten Sinne postmoderne Neukonstruktion der „guten alten Zeit“ an sich. Ed Crane und „Barton Fink“ repräsentieren dabei jeweils die Individualkomponente als (filmische) Anhängsel. Beide blicken von außen auf eben solche vorgefertigten Welten.
Vor, zwischen und nach diesen vier Meisterwerken sehe ich eher „Selbstfindungsprozesse“, zumal sie gegenwärtig anzufangen scheinen, (auch) getrennte Wege zu gehen.
Die mit Anleihen an ihren eigenen Debutfilm „Blood Simple“ versehene Lynch-meets-Tarantino-Story aus „Fargo“, und der ähnlich gelagerte „Big Lebowski“ – trotz der herrlich Klischees zerfressenden und völlig unberechenbaren Figur eines von John Goodman (wie immer) großartig portraitierten, philosemitschen Waffennarrens – halte ich nämlich für ihre nur vermeintlich erfolgreichsten, vergleichsweise durchaus schwächsten, sicher aber unbefriedigendsten Arbeiten.

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