Filmkritik: Wonderful Days (2003)

Bedeutungsarmes Fest für Sinnesorgane. 7/10 Computeranimationen  ***

Mit dem koreanischen Kino konnte ich weder im Genre- noch Arthouse-Bereich jemals viel anfangen. Sämtliche Themen und Inhalte steckten für mich stets an Oberflächen fest, und auch „Wonderful Days“ wollte ich mir ursprünglich bloß wegen der Natur der Multimation ansehen, und allein dahingehend wurde ich auch nicht enttäuscht. Nein, „Wonderful Days“ ist kein guter Film im eigentlichen Sinne von inhaltlich „gut“: in vielerlei Hinsicht stellt er sogar augenscheinlich das thematische Scheitern etwas neues zu finden in einem Genre dar, das in seiner ökologischen und technologischen Warnung universelle Botschaften transportierend und lehrend, aber nicht moralisierend, sich seit den Eckpfeilern „Akira“, „Ghost in the Shell“ und „Prinzessin Mononoke“ kaum weiterentwickelt hat.
Die japanischen Beispiele hierfür sind „Robotic Angel“ (2001) mit demselben Drehbuchautor wie „Akira“, und schließlich „Steamboy“ (2004) vom Regisseur von „Akira“. Während Miyazaki zumindest im Ansatz zuletzt noch alle an ihm interessierten begeistern konnte, sehe ich die Zukunft für das gesamte Anime-Genre, dem für Kinder geeigneten, wie dem weniger geeigneten Part, eher düster.

Ich erwarte mir zwar keinen europäischen Kritikerliebling wie „Persepolis“ (2007) für den Anime, ein neues „Akira“ wäre aber doch (noch immer) wünschenswert am Horizont erkennen zu können. Doch Halt: wer „Wonderful Days“ als seelenlos beschimpft, der sollte sich vorher doch noch überlegen, ob in Hollywood für das fünfzehnfache dessen Budgets nicht doch noch viel seelenlosere Sachen produziert werden, an denen man sich nicht mal audiovisuell recht erfreuen kann.

Tag-Line: „erstaunlich emotionslose Mär um rassistische Umweltverschmutzer zwecks Energiegewinnung (!?) – audiovisuell bestechender Mix aus traditionellem Animationsfilm und CGI“

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