Von Trier provoziert dieses Jahr offenbar in Cannes

Ohne das wirklich gesehen zu haben wovon ich im folgenden mitunter schreibe, erlaube ich mir ein paar Bemerkungen: Lars von Trier mag schon ähnlich wie Michael Haneke ein Kulturpessimist sein, diese Einstellung hat sich im Gegensatz zu diesem aus meiner Sicht jedoch niemals in Genrefeindlichkeit geäußert. Wenn Haneke in Interviews von Genre als „Lüge“ spricht, mag das im deutschsprachigen Raum aus welchen Gründen auch immer relativ viel Kopfnicken hervorrufen, woanders bleiben vielleicht aber schon wiederum relativ viele Fragen (wenn auch unausgesprochen) über, wie jemand sich zu so einer ansagenden Aussage von einem Realismus wie auch immer her bemächtigt fühlt, der doch keine Antworten liefern will und subjektiv (wenn schon nicht reduktionistisch) bleiben.

Nun kommt „Antichrist“ nach allem was ich bislang davon gesehen, und es war zugegebenermaßen nicht viel mehr als der Trailer, doch mit etwas nach Cannes, das Genre-Ikonographie einfach hat, und sich dieser allem Anschein nach auch nicht überlegen fühlt. Dabei kann ich mich zwar auch irren, aber immerhin scheint es mir so zu sein.

Natürlich ist von Trier kein Quentin Tarantino, niemand der cinephan gewordenes zititert – doch schon „Zentropa“ war ein, wenn auch politischerer, doch ein Genre-Film durch und durch. Bereits dieser Film funktionierte nicht über einen Realismus, jedenfalls nicht allein.

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: