Archive for Juni 2009

Lars von Trier: „Antichrist“-Versoftung für XBLA 2010

25. Juni 2009

Wie IDG Berichtet http://www.gamepro.de/news/spiele/xbox360/eden_xbox_live_arcade_ankuendigung/1961733/eden_xbox_live_arcade_ankuendigung.html

Hat Lars von Trier offenbar eine Umsetzung seines „Antichrist“ unter dem Titel „Eden“ für XBL Arcade nächstes Jahr bestätigt. An der Entwicklung soll mit Morten Iversen http://www.imdb.com/name/nm0412282/ Ein ehemaliger Frontmann des dänischen IO-Interactive („Hitman“, „Kane & Lynch“, „Mini Ninjas“) beteiligt sein, genauer gesagt der Autor von „Hitman – Codename: 47“ (2000).

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Diffamierung Andersdenkender „braucht man“ nicht

18. Juni 2009

In der Info-Illustrierten „News“ ist aktuell zu lesen, dass Konstantin Wecker nach Graz und Innsbruck kommt, „um singend zum Widerstand aufzurufen.“
Ich rufe hiermit schreibend zum Widerstand gegen Leute wie Herrn Wecker auf, Unterstützer des „Kölner Aufrufs gegen Computergewalt“.
Wer dem Geschmack und dem Empfinden von Menschen wie mir dermaßen respektlos begegnet, Verbote für Kreative und WissenschafterInnen fordert, so jemand will gegen rechts auftreten? Womit? Mit so artikulierter kultureller Fremdenfeindlichkeit ja wohl kaum.
Wie unglaubwürdig ist das denn? Seine Unterstützung einer Artikulierung zu geben, welche die Kultur von Menschen wie mir zerstören soll, und noch aus einem „anarchistischen Lager“ kommen. Welcher Anarchismus ist das, wo der Staat aufgefordert wird zu repressiven Maßnahmen gegen die mehr als notwendige, kreative Beschäftigung oder Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt in einer fiktionalen Ausdrucksform?
Nun, vielleicht weiß der Betreffende (wie andere auch) gar nicht – was er da unterstützt hat, hat von den inkriminierten Ausdrucksformen womöglich eigentlich keine Ahnung – geblendet von etablierten Vorstellungen -, wenn er doch sonst gegen Rassismus lebe. Ich hoffe es sehr
Wenn zuerst Fiktionen verboten werden, hernach ein Denken und am Ende was auch immer – hat das aber nichts mit „Widerstand gegen rechts“ zu tun. Eher eben mit dessen Gegenteil

Ein Ungeheuer und/oder Der Schönste Jungdrache der Welt – aus Deutschland :-)

17. Juni 2009

Offener Brief an die Stabsstelle der „Kommission für Jugendmedienschutz der Landesmedienanstalten“ (Bayern)

17. Juni 2009
Sehr geehrte Damen und Herren!
Wie ich den Medien entnommen habe belästigt die „Kommission für Jugendmedienschutz“ aktuell ein österreichisches Unternehmen mit perfiden Unterstellungen unter dem Deckmantel eines „Jugendschutzes“ in Deutschland, welcher aus meiner Sicht nichts anderes als Respektlosigkeit gegen die Kultur anderer Menschen offenbart.
Von „sadistischem Handeln“ ist da unter anderem die Rede, um nur ein Beispiel der ungeheuerlichen Vorwürfe und unhaltbaren Interpretationen gegen Inhalte in Computer- und Videospielen zu nennen. Von damit unweigerlich verbundenen Angriffen auf die Kreativität von KünstlerInnen und ProgrammiererInnen, etc., ganz zu schweigen.
Öffentlich einsehbar ist das Schreiben auf welches ich mich hier beziehe und den Anlaß für diesen Widerstand bildete, etwa hier: http://www.pcgames.de/aid,687577/Gamewareat-soll-auf-dem-Index-landen/PC/News/?menu=browser&mode=article&browsersize=fullscreen&article_id=687577&entity_id=24986&image_id=1145124&page=1&order=#top (17.6.2008 21:28, Internet Explorer 8.0)
 
Die Beschäftigung oder Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt ist sehr wichtig, wertvoll und unverzichtbar für mich. Eine Ressentiment-beladene bis Haß-erfüllte Sprache des Staates dagegen ist in meinem Land weitgehend unbekannt. Zum Teil ist in den hiesigen Jugendschutzgesetzen überhaupt nur von einer möglichen Jugendgefährdung durch Medien die Rede. 
Eine Diskriminierung von Computer- und Videospiele(rInne)n findet in meinem Land glücklicherweise nicht statt, und ich bin auch in der erfreulichen Situation eine (weitergehende) Zerstörung dessen, was ich als Erwachsener zum Beispiel für einen wesentlichen Bestandteil meiner Identität(en) halte, hier nicht befürchten zu müssen.
Anders als in Deutschland wird in meinem Land zwischen Computer-, Videospielen und anderen Kulturgütern etwa auch nicht in der Sozialadäquanz unterschieden.
In der Tat ist mir kein kontemporäres, noch historisches Erzeugnis der internationalen Videospielindustrie bekannt, welches auch nur annähernd dermaßen negativ bis bedrohlich und respektlos im Umgang mit Andersdenkenden wäre, wie das Schreiben auf welches ich mich hier beziehe.
 
Ich protestiere demnach auf das schärfste gegen dieses Vorgehen in meinem Land – was ich auch als Historiker und Kulturwissenschafter mit der indirekten Kundmachung kultureller Sauberkeitsvorstellungen dadurch nach 1945 nicht für möglich gehalten hätte. Wehret den Anfängen, und Freiheit ist immer Freiheit der anders Denkenden sich zu äußern!
 
Mag. phil. Jürgen Mayer
Steiermark,
Österreich

Doch kein Ende der Videospielzensur in Großbritannien

17. Juni 2009

Der Teufel steckt mal wieder im Detail. Wie IDG Berichtet http://www.gamepro.de/news/vermischtes/grossbritannien_jugendschutz/1961617/grossbritannien_jugendschutz.html Hat nach der Evaluierungsphase und dem Entscheid für PEGI-Einstufungen in Großbritannien der dortige „Video Standards Council“ ein Veto-Recht gegen PEGI-Kennzeichen zugesprochen bekommen, damit weiterhin einzelne Spiele vom britischen Markt ausgeschlossen werden können.

Und ich habe mich schon gewundert, weshalb bloß ich ursprünglich das so falsch interpretiert habe…

Erst in Deutschland, dann…

17. Juni 2009

Laut einem Bericht http://www2.gameware.at/info/space/2009-06-17-bayern-will-uns-verbieten– Soll „Gameware“, welche ich eher kritisch betrachte und für mich von der Indizierungs- sowie Verbotspraxis in Deutschland mit unpassender Werbung eher ganz gut lebt meine ich, indiziert werden, wenn es nach der Bayerischen Kommision für Jugendmendienschutz geht.

Diese soll nämlich einen Indizierungsantrag bei der BPJM Eingereicht haben: eigentlich absolut nichts ungewöhnliches in Deutschland, gegen Web-Seiten so vorzugehen, DOCH Handelt es sich hierbei um ein ÖSTERREICHISCHES Unternehmen.

Hoffentlich nur ein Irrtum und kein klarer Fall von Kompetenzüberschreitung

Indirekt Ende der Videospiel-Zensur in Großbritannien angekündigt

17. Juni 2009

Wie zu meiner Schande schon gestern berichtet wurde, und ich habs erst jetzt erfahren, wird in Großbritannien die klassische Behörde BBFC Zukünftig offenbar nicht mehr für Videospiel-Kennzeichen zuständig sein: PEGI Soll dann auch in Großbritannien (vollständig) gelten, berichtet über http://www.techradar.com/news/gaming/government-drops-bbfc-games-ratings-608848 Der Blog der US-amerikanischen Entertainment Consumer Association – http://www.gamepolitics.com/2009/06/16/it039s-pegi-over-bbfc-british-video-game-rating-battle

Mein Kommentar dazu: da PEGI Bislang keine Kennzeichen abgelehnt hat und sich meinem Verständnis sowie meiner Erfahrung nach grundsätzlich im Sinne der internationalen Videospielindustrie dazu nicht in der Lage sieht, so etwas wie ich auch moralisch nicht für gerechtfertigt hält, und so keine Zensurbehörde sein will, halte ich die obige Head für gerechtfertigt. Ein Freudentag

 

Morgen soll in Berlin dann schließlich eine Mahnwache für die Einführung des (weitergehenden) Zensurgesetzes in Deutschland an diesem Tag (im Bundestag) stattfinden: http://www.thomasmoehle.de/zensur/index.php/Mahnwachen-2009-06-18 Ich werde im Geiste da mitanwesend sein

Nachträglich als Ergänzung von mir zu meinem letzten, bösen „Faschismus“-Post bei diesem Thema: der Hinweis auf einen sehr bemerkenswerten Beitrag von Zeitrafferin Julia Seeliger http://julia-seeliger.de/schwarz-schandlich-rechts-das-zensur-gesetz/

„Landkarte Killerspiele“

15. Juni 2009

Eine deutsche Agentur wirbt mit einer Landkarte, auf welcher angeblich ersichtlich ist, wo am meisten „Killerspiele“ verkauft wurden und verbindet dies mit den bekannten zeithistorischen Gewaltverbrechen: http://frische-fische.de/popup_bilddetail.php?lid_pi=864

Man beachte die Brauntöne in der Farbgebung

Unbestätigten Berichten zufolge soll dabei einfach von den USK-Kennzeichen ausgegangen worden sein und sei die Erstellung der Karte dementsprechend über solche Titel erfolgt, welche zwar ein Kennzeichen erhalten haben, aber höher eingestuft wurden: also das sollen dann die „Killerspiele“ gewesen sein – ohne weitere Worte…

Nachtrag: http://www.videogameszone.de/aid,687260/Thueringen-Baden-Wuerttemberg-und-Bayern-seien-Killerspiele-Hochburgen/News/

Entschuldigung, man vermeint bei diesen Fischen offenbar, dass überhaupt die „FSK“ Kennzeichen für Spiele erteilt.

Subtile Verantwortungslosigkeit, oder zur Diplomatie mit dem Faschismus

15. Juni 2009

Mit diesem Video, das im Titel einen Begriff aus dem militärischen Bereich aufweist und diesen mit GegnerInnen der geplanten Netzsperren in Verbindung bringt http://www.spiegel.de/video/video-1002616.html Beweist SPON Einmal mehr für mich, welche Geringschätzung Abweichungen von Staats- oder Regierungstreuen Ansichten in dieser Publikation eigentlich entgegengebracht wird, wenn es um die politische Klasse und deren Vorstellungen geht. Von „hilflosen Politikern“ ist darin unter anderem die Rede, Neutralität wird wie üblich mit den bekannten Mitteln vorgegaukelt, doch jeglicher Blick über die Grenzen Deutschlands hinweg auch ein weiteres Mal vermieden. Dass die Ideen für die Sperren zwar aus dem europäischen Ausland kamen, von den angedachten Kompetenzen eines Bundeskriminalamts dort allerdings nicht die Rede sein kann – zum Teil nicht einmal von offiziellen Einrichtungen – alles keineswegs schwer zu recherchieren, vorausgesetzt etwa das Internet hört jetzt schon nicht an den deutschen Grenzen auf – kein Wort. Da werden Briefe zitiert, welche offenbar eine Radikalität der GegnerInnen von Sperren belegen sollen – ein zulassen der Sperr-Ideen wird als mehr oder weniger moderat verkauft.

Welcher demokratische Rechtsstaat ist das denn? Einer in dem Recht auf Interpretation und etablierten Meinungen passiert? Das ist das nicht.

Welche politische Klasse kommt eigentlich auf solche Ideen?

Welches Interesse hat SPIEGEL ONLINE An solch einer Berichterstattung? Ich weiß es nicht und wäre fast bereit, dabei von Gleichschaltung zu sprechen, aber derlei Bezugnahmen für Deutschland sind ja schon als bloße Hinweise verpönt. Was nicht sein darf, darf auch nicht ausgesprochen werden – andere Meinungen werden, sollten sie denn etwas unangepasster sein – wie im Video auch belegt, Untergriffen mit Untergriffen begegnend denunziert. Sie kommt einfach

Und dann ist sie da.

Zeit, die Fassade des Antifaschismus abzubauen.

Tetris – Sirtet, und die Notwendigkeiten von Gewalt

9. Juni 2009

In einem meiner Lieblings-Alltagsobjekte für eine kritische Analyse, der Kleinen Zeitung, stand heute in einer halben Spalte schon einiges erstaunliche über „Moskau, Los Angeles“ und „Tetris“: von „Tetris“ als „ältestem Computerspiel“ war da die Rede, das „heute noch zehn Prozent des Spielemarkts“ ausmache – geht man von einer 40-Milliarden-US-$-Dollar-Industrie in 2007 Aus, würde das einen Umsatz von mehreren Milliarden Dollar allein für „Tetris“-Spiele bedeuten, welche als Summe heutzutage doch vornehmlich am Handymarkt für Hersteller lukriert werden sollten… Noch absurder wird es freilich, wenn man ersterer historischer Behauptung nachgeht: so als ob bezogen auf Archtiektur mit dem Häuserbau in der Welt erst im Mittelalter überhaupt begonnen worden wäre, und nicht schon in der Antike oder gar noch irgendwann davor – schließlich ward die amerikanische Videospielindustrie 1984 schon einmal zusammengebrochen, die Infocom-Ära gerade auf ihrem Höhepunkt, Roberta Williams‘ „Mystery House“ schon längst draußen und „King’s Quest“ gerade im Erscheinen begriffen. Von „Ultima“ gar nicht zu reden, usw.

Aber Hauptsache ein gewisser Glen Chapman kann in der Zeitung Ressentiments und Vorbehalte verbreiten: „Das Spiel kommt ohne Aggressionen aus, ohne Kämpfe und virtuelles Blutvergießen.“

Das Spiel ohne Aggressionen – mag sein, manch Spieler, manche Spielerin, nach „Tetris“ aber sicher

Blättert man schließlich um, kommt auf einmal ganz offensichtlich tiefstes Boulevard zum Vorschein: von einer Frau ist da die Rede, „erstochen, zersägt und im Müll versteckt“. Demnach ist die Kleine Zeitung so gesehen auch anders als „Tetris“, kommt nicht ohne Gewalt aus, für manche aber halt notwendiger – als ob ein ermordeter Mensch notwendig wäre, in der Berichterstattung oder sonstwo. Das ist die Menschenverachtung die ich meine, aber auch (wieder) eine unterschiedlich transportierte Wahrnehmung von Überzeugungen: liest man in diesem Text nämlich weiter, fällt mir auf, dass ungeachtet der Möglichkeit eines bloß wiedergegebenen Selbstverständnisses bei einem „Hare-Krishna-Anhänger“ von religiöser „Ausrichtung“ gesprochen wird, und nicht etwa von Bekenntnissen.

Ganz so wie es die Nähe der Zeitung zu einer etablierten Kirche, welcher ich zufällig auch angehöre, doch vorsieht?