Nicht nur „Krieg“, auch die „Hölle ist kein Spiel“

Nun ist die Hölle wohl wirklich nichts das Spaß macht: auch keinem noch so eingebildeten oder tatsächlichen Militaristen nicht.
Manch Satanisten, mancher Satanistin, mag es höchstens Spaß machen andere (gedanklich) dorthin zu schicken – aber sonst…
Die Entwicklung eines Videospiels zum ersten Teil von Dante Alighieris „Göttlicher Komödie“, so künstlerich unausgegoren das auch immer (noch) wirken mag, hat in den USA jedenfalls schonmal zu einer kleinen Demonstration anlässlich der diesjährigen E3 Geführt: http://www.gamepolitics.com/2009/06/03/dante039s-inferno-ignites-e3-protest-0

Ganz so wie hier vor dem Video Game Recruitment Center der U.S. Army in Philadelphia früher im (Videospiel-)Jahr http://www.gamepolitics.com/2009/05/03/protesters-arrested-army039s-video-game-recruitment-center ?

Nun, vergangenes Jahr soll gegen Will Wright’s (neo)darwinistisches Spiel „Spore“ manch Kreationist, manche Kreationisten, in den USA auch schon Sturm gelaufen sein: http://www.gamepolitics.com/2008/09/10/creationist-site-targets-spore – wenn auch weniger spektakulär. Doch was hat das eine mit dem anderen hier zu tun? Im Unterschied zu einer Auseinandersetzung zwischen Schöpfung, „intelligentem Design“ Gottes, wie auch immer konkret das gemeint ist, und einer (mehr oder weniger strikt) dagegen gerichteten Evolutionslehre nach Charles Darwin sprechen „Krieg“ und „Hölle“ von keinen positiven Konzepten, freudig bis aufklärerisch zu vermittelnden Ideen. Sie sind im Unterschied zu diesem religiösem oder eben weniger religiösem, mehr wissenschaftlichen Ursprungsstreit die Herkunft des Menschen betreffend auch nicht wirklich vermittelbar – zwischen „Krieg“ und „Hölle“ gibt es kaum etwas das auszudiskutieren wäre: das sind vielmehr mit unterschiedlicher Negativität aufgeladene Orte. Und in diesen Fällen halt solche, welche in „Spielen“ offenbar keinen Platz haben sollen für gewisse Leute. Als bloße Bebilderung nicht, weil womöglich alles was „Krieg“ darzustellen gedenkt ja schon diesen wünsche, als intensivere Beschäftigung noch gleich viel weniger – ebenso wie als verhöhnende Darstellung? Beidem haftet aus dem gedachten Zusammenhang zwischen Spiel und Spaß wohl viel Ernst an.

Sakraler Ernst? Manche religiösen Auffassungen können vielleicht wirklich nicht ohne die Hölle auskommen, und eine Friedensbewegung würde ohne den Krieg als Bedrohung ja keinen Sinn machen. Im Unterschied zu ersteren Gefühlen für Seelenheil oder sonstigen Dingen, will letztere aber ja eigentlich auch gar nicht sein müssen: oder etwa doch? Wenn Frieden institutionalisiert wurde, und dieser ohne Krieg nicht auskommt, hängen auch ökonomische Zwänge dabei mit drin, und letzten Endes mag so auch die indirekte Unterstützung angeblich friedensbewegter Leute für Anliegen von Schützenvereinen, selbsternannten „Killologen“, Waffen-LobbyistInnen oder Gewehrmanufakturen verständlicher erscheinen.

Ich bin jedenfalls schon gespannt, wer alles vor der Gamescom in Köln (nicht-)protestieren wird http://www.gamescom.de/ .

Morgen findet in Karlsruhe erstmal eine „Demonstration für Jugendkultur“ statt http://aktion-jugendkultur.de/ …

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