„Killerspiel“verbot und Realpolitik

Wie soll ein Killerspielverbot in Deutschland (oder der Schweiz) auf die schnelle eigentlich gehen? Abgesehen vom 131er und dem Schweizer Äquivalent, das Computer- und Videospiele bislang wirklich nicht berücksichtigt hat (PEGI Sei dank?): ich weiß es nicht. Fest steht doch, man will weniger Spiele haben – am Markt, im Umlauf, was auch immer, und da halt solche die sich (explizit) mit Krieg oder Gewalt auseinander setzen. Doch wozu dann noch überhaupt Alterskennzeichen, wenn ohnehin alles verboten ist – keine Polemik, leider: ein „Gewaltspiel“ beginnt bei mir schon mit „Little Big Planet“ (ausgezeichnet in München beim ersten Deutschen Computerspielepreis), spätestens mit „Ratchet & Clank“ und ganz sicher mit einem Rollenspiel wie „Drakensang“ (ebenfalls ausgezeichnet in München bei der Gelegenheit – noch national…).

Also? Militärische Titel verbieten: entnazifiziert wurden Spiele in Deutschland schon immer, ein Rainer Fromm will von Propaganda-Wiedergabe darin nichts hören, und so weiter. Wegsehen, verdrängen – wie gehabt. Aber sonst?

Warum eigentlich das alles?

Bei Beantwortung dieser Frage komme ich schon immer wieder auf ein grundlegendes Problem zurück – nämlich die Wahrnehmung der Form an sich. Als Spielzeug, als Zeitvertreib, etc.

Man meint offenbar weiterhin wirklich, hier hätte man es mit gefährlichen Gütern zu tun – Waren die sich wirklich einfacher verbannen lassen als Gedanken.

Doch mitnicht, es sind Gedanken letzten Endes auch, um die es hier geht: unerwünschte Gedanken, die Beschäftigung mit Krieg oder Gewalt, deren Auftreten in der sogenannten „Realität“ verhindert werden will dadurch. Einfach. Naiv? Jedenfalls überschaubar. Doch wie wird – wie kann, eine Kulturindustrie auch ohne entsprechender Lobby, darauf reagieren? Wie will sie überhaupt?

Bislang ja so gut wie gar nicht. Einzelne Pressemitteilungen bilden die Ausnahme – die peinlich konkurrierende Videospielpresse in Deutschland – das lächerliche, Jahrzehnte schon währende Duell zwischen IDG Und Computec – geht seit vorgestern auch gemeinsam mit einer Aktion gegen „Spielekiller“, aber der Begriff passt manchen bei IDG Wohl wieder nicht, vor, spät aber immerhin, jedoch sonst?

Man wird sehen was die Zukunft bringt.

Über die Mainstream-Presse brauche ich an dieser Stelle eigentlich kein Wort verlieren. Auch Online-Medien wie SPON Haben mit ihrer Rubrik „Spielzeug“ da für mich eindeutig einen gewissen Weg bereitet, keine Publikationen im Print, ob „Welt“ oder „TAZ“, keinE PolitikerIn etablierter Parteien braucht sich wirklich rühmen dabei „weltoffen“ zu denken – in Hinblick auf andere Länder gleich schon gar nicht.

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