Tetris – Sirtet, und die Notwendigkeiten von Gewalt

In einem meiner Lieblings-Alltagsobjekte für eine kritische Analyse, der Kleinen Zeitung, stand heute in einer halben Spalte schon einiges erstaunliche über „Moskau, Los Angeles“ und „Tetris“: von „Tetris“ als „ältestem Computerspiel“ war da die Rede, das „heute noch zehn Prozent des Spielemarkts“ ausmache – geht man von einer 40-Milliarden-US-$-Dollar-Industrie in 2007 Aus, würde das einen Umsatz von mehreren Milliarden Dollar allein für „Tetris“-Spiele bedeuten, welche als Summe heutzutage doch vornehmlich am Handymarkt für Hersteller lukriert werden sollten… Noch absurder wird es freilich, wenn man ersterer historischer Behauptung nachgeht: so als ob bezogen auf Archtiektur mit dem Häuserbau in der Welt erst im Mittelalter überhaupt begonnen worden wäre, und nicht schon in der Antike oder gar noch irgendwann davor – schließlich ward die amerikanische Videospielindustrie 1984 schon einmal zusammengebrochen, die Infocom-Ära gerade auf ihrem Höhepunkt, Roberta Williams‘ „Mystery House“ schon längst draußen und „King’s Quest“ gerade im Erscheinen begriffen. Von „Ultima“ gar nicht zu reden, usw.

Aber Hauptsache ein gewisser Glen Chapman kann in der Zeitung Ressentiments und Vorbehalte verbreiten: „Das Spiel kommt ohne Aggressionen aus, ohne Kämpfe und virtuelles Blutvergießen.“

Das Spiel ohne Aggressionen – mag sein, manch Spieler, manche Spielerin, nach „Tetris“ aber sicher

Blättert man schließlich um, kommt auf einmal ganz offensichtlich tiefstes Boulevard zum Vorschein: von einer Frau ist da die Rede, „erstochen, zersägt und im Müll versteckt“. Demnach ist die Kleine Zeitung so gesehen auch anders als „Tetris“, kommt nicht ohne Gewalt aus, für manche aber halt notwendiger – als ob ein ermordeter Mensch notwendig wäre, in der Berichterstattung oder sonstwo. Das ist die Menschenverachtung die ich meine, aber auch (wieder) eine unterschiedlich transportierte Wahrnehmung von Überzeugungen: liest man in diesem Text nämlich weiter, fällt mir auf, dass ungeachtet der Möglichkeit eines bloß wiedergegebenen Selbstverständnisses bei einem „Hare-Krishna-Anhänger“ von religiöser „Ausrichtung“ gesprochen wird, und nicht etwa von Bekenntnissen.

Ganz so wie es die Nähe der Zeitung zu einer etablierten Kirche, welcher ich zufällig auch angehöre, doch vorsieht?

Schlagwörter: ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: