Archive for Juli 2009

Deutschland: SOS-Kinderdörfer wollen nicht mit Gamer-Netzwerk assoziiert werden

26. Juli 2009

http://www.gamersunity.de/serious/killerspiele/wird-von-kinderd%C3%B6rfern-ausgebremst.t1699.html

Damit erreicht die diskriminierende „Ächtung“ von Computer- und VideospielerInnen eine weitere Dimension.

„Warriors of Elysia“ vor Fertigstellung?

23. Juli 2009

Auf der Homepage von „Warriors of Elysia“ sind Bilder einer offenbar selbstgebauten Arcade-Maschine  mit dem (tatsächlich spielbaren?) PC-Titel aufgetaucht:

ArcadeMachine.jpg

„Warriors of Elysia“ soll der Nachfolger des obskuren „Bikini Karate Babes“ von 2002 werden, das auf einer Technik basiert welche in den Neunzigern zuletzt von den in Deutschland aufgrund ihrer Gewaltdarstellung verbotenen „Mortal Kombat 2+3“ popularisiert wurde. Erstmals sollen darin in Echtzeit berechnete 3D-Umgebungen mit den digitalisierten Kämpferinnen kombiniert werden, wobei diese irgendwie nicht wie Sprites behandelt werden sollen – sofern die Szenenbilder aus dem Video und keine Fälschungen darstellen.

In Ansätzen veröffentlichte Ubi Soft so eine Technik 2004 in „Myst 4 – Revelation“, damals wurden so jedoch 3D-Effekte auf vorberechnete Umgebungen gesetzt.

Da auf der stark Advert-getriebenen Homepage weiterhin für (Amateur-)Modelle geworben wird ist es darüber hinaus noch möglich, auch wenn die Ernsthaftigkeit selbst dieser Werbung wie so vieles bei der Entwicklung fragwürdig erscheint, dass in Zukunft für sowas ein ähnliches Vertriebsmodell wie das von Totem Entertainment aus Frankreich bei seiner erfolgreichen „Virtua Girl/Guy“-Reihe mit StripperInnen und Pornostar(lett)s am Desktop zur Anwendung kommen wird – entsprechender kommerzieller Erfolg vorausgesetzt. Schließlich kann es sich bei allem aber immer noch um eine Marketing-Ablenkung für vermeintliche Vaporware handeln.

Selbst für den (damals wirklich veröffentlichten und dem Vernehmen nach doch wenig erfolgreichen) Vorgänger „Bikini Karate Babes“ wurde in den letzten Jahren so mehr geworben als dieser zugänglich gemacht.

Ich halte „Warrors of Elysia“ jedenfalls seit Jahren für die einzige Hoffnung im Westen, dass sich ein starkes Erotik-Segment zumindest am PC außerhalb Japans und von Browser-Spielen, sowie ähnlichen vernachlässigbaren Sex-Programmen, etablieren kann.

watch

Auszug aus einem Gespräch mit der Drogenbeauftragten der deutschen Bundesregierung

23. Juli 2009

Rückfrage: Die mangelnde Medienkompetenz der Eltern ist in der Tatsache begründet, dass diese mit der modernen Technik nicht groß geworden sind und sich oftmals auch später nicht darüber im Nachhinein informiert haben. Wie kann man hier konkret Aufklärung betreiben und die Eltern ins Boot holen?

Hinweis: Auf eine Bearbeitung der Rückfrage wurde verzichtet.

Lars Sobiraj: Sicherlich nicht. Und wie stehen Sie zum Thema „Killerspiele“ oder dem viel diskutierten Paintballverbot? Möchten auch Sie diese Dinge bekämpfen oder verbieten?

Sabine Bätzing: Dafür sind die Innenminister zuständig.

Lars Sobiraj: Wenn die Fans der Killerspiele so sozial inkompetent sind, warum wirken die Teilnehmer von eSports-Veranstaltungen alles andere als das? Kann man durch ein Killerspielverbot wirklich Amokläufe verhindern? Oder wäre es nicht an der Zeit, die Hintergründe der einzelnen Fälle zu beleuchten?

Sabine Bätzing: Dafür sind die Innenminister zuständig.

Lars Sobiraj: Haben Sie selbst einmal ein derartiges Spiel ausprobiert? Wenn ja, wie war Ihr Eindruck?

Sabine Bätzing: Nein, ich habe derartige Spiele noch nie selbst gespielt, sondern lediglich bei Konferenzen oder Veranstaltungen Ausschnitte daraus gesehen.

Rückfrage: Wenn Sie nie selber einen Egoshooter oder ein Online-Rollenspiel ausprobiert haben, worauf begründen sich dann bitte Ihre Aussagen? Lediglich auf die Forschungsergebnisse von Wissenschaftlern?

Auf eine Bearbeitung der Rückfragen wurde verzichtet.“

Aus http://www.gulli.com/news/sabine-b-tzing-die-2009-07-23/ Auch was die dort beantworteten Fragen zu Computerspielsucht betreffen, so werte ich die Aussagen der Beauftragten als die Rechte Kreativer ignorierend und dahingehend völlig verantwortungslos, sowie von einer massiven kulturellen Fremdenfeindlichkeit in diese Richtung getragen.

Schließlich ist darin an keiner Stelle die Rede wovon man eigentlich (auch) bei MMOs spricht, nämlich dem fiktionalen Ausdruck anderer Menschen. Stattdessen wird beständig mit potentiell gesundheitsschädlichen, materiellen Gütern – von Tabak und Alkohol bis zu illegalen Drogen – assoziiert. Beispielhaft für gegenwärtige Politik in diesem Bereich in Deutschland – sonstige Förderungen der betreffenden Industrie hin oder her

und beängstigend.

Zensur ist keine „Kritik“, sondern eine Form von Gewalt

23. Juli 2009

Ich stoße immer wieder auf Ideen beziehungsweise Behauptungen, wonach „Kritik“ an (den Inhalten von) Videospielen (auch innerhalb des diffamierenden Diskurses) möglich sein muss.

Darüber hinaus auf die Meinung, dass „Zensur“ etwas anderes sei, als es in der gegenwärtigen Situation in Deutschland gegeben. Es gäbe Werte und Normen, welche dadurch eingehalten werden sollen.

Dies halte ich für widersinnig und unrichtig: gesprochen wird hier nicht von dem Ausdruck anderer Leute, da die sprechenden solcher Vorstellungen für gewöhnlich eben keine Kreativen sind, die mit derlei Ansinnen eigentlich immer angegriffen werden – was zusätzlich noch häufig geleugnet wird meiner Erfahrung nach.

Und wenn „Killerspiele“ mit „Kinderpornographie“ assoziiert werden wird das Problem das ich hiermit ansprechen möchte auch sehr deutlich: wer fiktionale Konstruktionen, Erzählungen, Handlungen, Immaginationen, mit realen Verbrechen an Unmündigen in Beziehung bringt, gar vergleicht, verharmlost notgedrungen reale Gewalt, auch wenn diese so tatsächlich als kausale Folge virtueller Darstellungen verstanden werden sollte.

Schließlich ist das reale Geschehen unumkehrbar und hat das Leben Betroffener nachhaltig bis schlussendlich vollständig negativ verändert. In Computer- oder Videospielen können, da noch grundsätzlich moralische Handlungen, hingegen beständig Neustarts getätigt werden.

Einen für diese Tage eigentlich geplanten Artikel zu „Bikini Karate Babes 2“ muss ich leider verschieben. Ich bitte um Verständnis 🙂

Entschuldigung für Ministerin

18. Juli 2009

Der Abgeordnete der Piratenpartei im deutschen Bundestag, Jörg Tauss, hat sich in einer interessanten diplomatischen Aktion beim indischen Botschafter in Deutschland für Aussagen der Bundesministerin Ursula von der Leyen entschuldigt, betreffend den Umgang mit Kinderpornographie in Indien: http://www.tauss.de/index.php?nr=1267&menu=1

Von „Pong“ zu „Rockstar Tischtennis“

17. Juli 2009

Ein kurzer historischer Einschub: 2006 meinte Ralph H. Baer anlässlich seines Besuches des Computerspielemuseums in Berlin, dass das vorhanden sein von „Ping Pong“ seine Leute an der (späteren) Magnavox Odyssey 1972 1968/69 das Wissen brachte, dass sie an etwas dran seien http://www.youtube.com/watch?v=q8khOCIK-Dg

Dieses Jahr soll er das Museum erneut besuchen, genauer gesagt am 29. dieses Monats – Anlass ist die Veröffentlichung historischer Dokumente, mit Mithilfe über das Museum http://www.computerspielemuseum.de/index.php?lg=de&main=News&site=02:00:00&id=220

Der zweite Zirkel Lust

13. Juli 2009

Ich denke mittlerweile doch, dass Electronic Arts‘ Videospiel-Version von „Dante’s Inferno“ künstlerisch mehr auf dem Kasten letztendlich haben könnte, als es zunächst schien: http://www.gametrailers.com/video/developer-diary-dantes-inferno/52590

„Kult“ ausgelagert

1. Juli 2009

Auf der vorletzten Seite der „Kleinen Zeitung“ findet sich heute auch nach dem Fernsehprogramm noch „Kultur“, besser gesagt eine halbe Seite zu „Transformers 2“, dessen Schauspieler selbst wüssten, dass ihr Film keinen „Kultur“-Status inne hätte: einzige Berufung zu dieser Behauptung ist ein wiedergegebenen Zitat, wonach der Film kein „kulturerzieherisches Produkt“ sein sollte. Na das will ich doch auch schwer hoffen, wie aber eigentlich überall was ich doch „Kultur“ zu nennen beliebe? Wie dem auch sei – geschlossen wird der Artikel mit einem Zitat von Megan Fox, dass diese Kategorisierungen wohl noch unterstreichen sollte: und so trägt man wohl etablierte Norm-Vorstellungen immer weiter.