„Alles was im echten Leben nicht möglich ist…“

„…, scheint im Netz zu gehen“ ist zu hören. Ich werde auch hier keine Namen mehr nennen, doch hat der Spiegel mit diesem Cover im Print wohl endgültig internationales Format verloren.

Sprechen über Wirklichkeiten und Fiktionen: ein großes Problem in Deutschland – offenbar weiterhin, mit offenem Ausgang.

Manchmal ist es doch nicht so wichtig vielleicht, aber wenn es um vergewaltigte Kinder geht könnte man doch meinen, dass es das wäre: dabei sollte die Autorin dieses Spiegel-Artikels doch eigentlich wissen was in einem Medium „möglich ist“, „geht“, sie arbeitet doch selbst in einem. Und im Internet ist im Grunde genommen substantiell gar nicht mehr möglich als im Medium in dem sie arbeitet – sicher, Ilona Staller unzensiert in ihren Glanzzeiten würde im Spiegel nicht „gehen“: da würde die BPJM Wohl oder übel einschreiten, vielleicht auch zurecht. Doch was geht überhaupt in einem Medium, also auch dem Internet: auf irgendeine Realität bezogen doch nur zwei Dinge – entweder reale Darstellungen oder erfundene Sachen. Fiktion und Wirklichkeit. Letztere ist in diesem Fall auch nicht nur im Internet möglich, und wird auch dort eben verfolgt: das Problem – die Wahrnehmung. Das Internet als „rechtsfreier Raum“ – ein Klischee im politischen Sprachgebrauch Deutschlands mittlerweile, und ein Armutszeugnis noch dazu. Denn das Internet ist weder ein richtiger Raum, noch war es je rechtsfrei: alles was darin geschieht hat ihren Ursprung in der realen Welt – jede Kreativität, die von mir aus schöngeistige, wie auch die ohne Frage verbrecherische, entstammen dieser realen Welt. Dort gibt es nichts zu beschönigen oder zu relativieren. Doch was geschieht?

Es wird die virtuelle Welt als etwas eigenständiges wahrgenommen – fast schon so wie in der harten Science-Fiction eines Greg Egan, wo Teile der Menschheit tatsächlich nur mehr Software sind und geboren werden etwa eine alte Angewohnheit darstellt. Natürlich denken diese AutorInnen, PolitikerInnen etc. Keineswegs so weit. Sie wissen doch (hoffentlich), dass sie in dem Fall eigentlich von realem Leid sprechen.

Dennoch wird andauernd vom Internet geredet – was dieses und jenes mache, tue, initiiere. Technik-, bilderfeindlich: was auch immer.

http://www.youtube.com/watch?v=6AmmFN0joPI

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