Phoenix: selbstverständliche Empörung unter Scheinwerfern

Es ist ja nichts neues und Fiktionen waren gestern Abend überraschend positiv weniger das Thema, Gewaltvideos – die echten, gefilmten Verbrechen – sind keineswegs zu rechtfertigen, dennoch: dass sich ein renommierter Autor wie Wolfgang Bergmann im deutschen Fernsehen über „Snuff“-Videos empört, setzt wohl hoffentlich voraus, dass es so etwas überhaupt wirklich gibt, also das zu Unterhaltungszwecken hergestellte Filmdokument eines Mordes. Ansonsten könne er auch gleich über das Loch-Ness-Monster als gesicherte Erkenntnis reden. Und das womöglich noch mit anderen Gewaltverbrechen in Zusammenhang bringen: der Urban Myth „Snuff“ – Thema einer Vielzahl popkultureller (Mach-)Werke bis hin zu in Deutschland auch beschlagnahmten Sachen (Manhunt) – bleibt so jedenfalls eine Imagination. Außer jemand wie Herr Bergmann, der offenbar gegenteiliges behauptet, könnte dieses Gegenteil auch beweisen.

Was nicht der Lebenswirklichkeit so Vortragender entspricht, deren Geschmack und Empfinden, erscheint in dieser Form auch als Mysterium, als Abscheulichkeit kulturpessimistischen Zuschnitts, und drückt letzendlich aus meiner Sicht nichts anderes aus als einen pornografischen Blick auf die Welt, welcher mit allem anderen das der Lebenswirklichkeit so Vortragender fremd erscheint, bricht: dem aber leider nicht genug, denn diese Fremdheit wird überhaupt nicht hinterfragt – bis hin zu anwesenden Richterinnen nicht, ob „gnadenlos“ oder nicht – sie ist und bleibt, für Deutschland, leider negativ – bis feindselig. Dieses Fremde in fremden Medien.

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