Archive for Oktober 2009

Alltagsrassismus. Das fremde in den Kürbissen

31. Oktober 2009

Heute hats mir ein ganz kleiner Zeitungsartikel (Kleine heute, Steiermark 26) angetan. Zwischen etwas angeblich (rein?) „kommerziellem“ und vermeintlich besserem zu unterscheiden ist in dem Fall ja nichts neues, im Gegenteil tagtägliches. Halloween so als „kommerziellen Gruselspuk“ zu apostrophieren und einem „Spaß für die ganze Familie“ gegenüber zu stellen erregt aber doch noch meine volle Aufmerksamkeit. Abgesehen von der „Familien“-Attitüde, was auch immer darunter halt alles (nicht) verstanden wird, geht das auch auf neun winzigen Zeilen nämlich noch weiter: das Ergebnis einer SMS-Umfrage sei denn „eindeutig“ ausgefallen: „knapp 93 Prozent der Steirer können dem … Brauch wenig abgewinnen“.

Das finde ich wiederum „gar nicht so lustig“.

Da bin ich einerseits froh zu den restlichen sieben Prozent zu gehören, von „Familien“ weiterhin ganz zu schweigen, andererseits frage ich mich so bald gar nichts mehr! Wenn „Halloween“ taxfrei „kommerziell“ sein soll, der 5. Dezember und Faschingsdienstag hingegen nicht?? Zwei von drei Tagen im Jahreskreislauf, der dritte ein sehr lokal bedingtes Fest, an denen ich mich jedenfalls nicht außer Haus traue um nicht zusammengeschlagen oder angestänkert zu werden – mit welcher Begründung auch immer. Was soll ich da auch noch begründen, wenn diese vorgeblich aufgeschlossene Postille bei allem was ihr nicht in den Kram passt und anderen eben gefällt nach Beliebigkeit etwas einseitig zu unterstellen. Wird das angeblich „christliche“ Organ am 24. Dezember wieder gegen den Weihnachtsmann zu Felde ziehen, weil dieser vermeintlich ebenso „kommerzieller“ ist als ein rassistisches Christkind. Weil Muslime sich an dem Tag doch keine Geschenke machen dürfen, oder was? Das sind die Tage an denen ich mich schäme überzeugter Katholik zu sein, und sowas nenne ich eben Fremdenfeindlichkeit. Bleibt mir noch allen anderen wie mir ein herzhaftes Happy Halloween zu wünschen!

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Umgeben von Deppen

31. Oktober 2009

Trotteln. Lauter Trotteln. Ich fühle mich in letzter Zeit in meiner näheren realen Umgebung (anti-)intellektuell immer mehr umgeben von Leuten, die ich für geeignet halte andere noch immer dümmer zu machen. Egal ob ich mich von Auftritten in Zelten, wo gar über „Ausländer“ hergezogen wird, persönlich belästigt oder über einfältig-eingebildete Zeitungen wie der „Kleinen“ traktiert fühle, da muss wirklich kein Kontakt zur „Krone“ (oder dem ORF) mehr hergestellt werden. Auch wenn ich sie selbst weiterhin nicht für dumm halten mag. Dennoch sinds Deppen – wer kann es einem da schon verübeln, dass er oder sie in eine angeblich geringere virtuelle Welt sich flüchtet und Aussagen, Kommentare, sowie Statements von Leuten die dem oder derjenigen subjektiv halt wesentlich gscheiter vorkommen, liest, hört – halt wahrnimmt? Egal von wo in der Welt diese vermeintlich klügeren Leute auch immer stammen mögen, das hat wohl oder übel ja auch wieder damit zu tun, dass man nichts mehr gegen „Ausländer“ hören mag. Österarm

„Next Stop.“ Meine Vermutung: zwischen Clockwork Orange und den Beatles

30. Oktober 2009

Aufgrund einer „Anzeige“ im Handbuch von „Episodes from Liberty City“ gibt es doch allerlei Spekulationen bezüglich einer nächsten GTA-Produktion: die (Nord-)Küste Frankreichs soll in einem Ausriss erkannt worden sein, dahinter etwa mit „viel Fantasie“ noch eine „idyllische Landschaft“ http://www.pcgames.de/aid,698383/GTA-4-Enthuellt-das-Handbuch-von-EFLC-einen-neuen-DLC-Update-London-als-GTA-5-Schauplatz/PC/News/ Die für mich wiederum eher nach Südkalfionrien (also eher San Andreas), Mexiko und Dalis Spanien ausschaut. Wie dem auch sei: die Umgebung von London ist wohl (weiterhin) das wahrscheinlichste neben einer allfällig großspurigen Neuauflage von „San Andreas“ inklusive afroamerikanischem Anti-Helden.

Stellt sich für mich die Frage nach Rockstars Kompetenzen, und da ist eines schon bemerkenswert-absurd zu nennen: europäisch-historisch werden diese nicht verortet, obwohl das ganze doch europäischen Ursprungs ist und nicht nur im ersten Teil mit den 1960ern experimentiert wurde: schließlich spielte „San Andreas“ schon bei Veröffentlichung fast fünfzehn Jahre vor einer damaligen Gegenwart und „Vice City“ gar noch eher in den Achtzigern. GTA IV Ist und bleibt eben womöglich der einzige wirklich in einer Gegenwart angesiedelte Titel, da dies nicht einmal für GTA III Unbedingt gilt.

Bleibt übrig über GTA Und das „Swinging London“ zu sprechen: statt Ricky Gervais könnten sich dafür vielleicht sogar ein paar Pythons noch gewinnen lassen, wenn man es zeitlich doch nicht so genau nehmen sollte, und anstatt korrupter amerikanischer PolitikerInnen wären britische Pendants auch mehr als angebracht. Immerhin haben die Tabloid-Skandale doch sowas wie erfunden auch. Ebenso wäre es eine Chance den Gewaltaspekt in der Satire etwas nach hinten zu verlagern.

Meine Diplomarbeit

28. Oktober 2009

zum Thema Populismus in Österreich, „Georg Schönerer und Jörg Haider – ein Vergleich“, fertiggestellt zum Jahreswechsel 2004/05: https://pyri.files.wordpress.com/2009/10/populismus-in-osterreich-georg-schonerer-und-jorg-haider.pdf

„Verloren…“ steht da, mitten in einem Auge – als Symbol einer „Informationskampagne“

28. Oktober 2009

http://derstandard.at/1256256040230/LehrerInnen-machen-gegen-World-of-Warcraft-mobil „Wie Computerspiele unsere Kinder verführen“

Und niemandem scheint wiedermal etwas aufzufallen…

„Sehr kritisch“.

Anbei die schon auch bekannten Verbindungen einer Kreativindustrie, des Ausdrucks von Menschen, mit krebserregenden Substanzen: „änlich wie in der Zigarettenindustrie“ werde „das Suchtpontential … von der Spieleindustrie gering geredet und bagatellisiert.“

Worauf deutet ein solches Bild eines Auges hin – „verloren“? Was trägt soetwas in sich? Welchen Zugang zu anderen Menschen, deren Geschmack und Empfinden, Freizeitgestaltung, Beschäftigungen, Wünschen, Lebensstilen und Lebensweisen? Doch auf eine negative Beziehung dazu – zum anderen „sein“, bis hin zum anderen Denken. Und diese Beziehung stellt nichts anderes als Menschenverachtung für mich dar.

Also genau das was der anderen Ausdrucksform nur allzu häufig so (gleich mit) unterstellt wird.

Das ist auch abgesehen der menschenverachtenden Ikonographie dieser Kampagne in einer Form und Weise einfach nur so xenophob, wie ich es selbst dem „Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen“ und einem „Bayerischen Lehrer und Lehrerinnenverband“ nicht zugetraut hätte.

Doch was tut die Branche gegen solche Verweise, von der Spielepresse bis zu den Verbänden? Spätestens als ich einmal noch einen ausgewiesenen Branchenveteranen gegen den Status von Computerspielen in Deutschland als Kulturgut reden hörte, weil dann womöglich (zusätzliche) Abgaben zu entrichten wären(!), lässt es sich aus meiner Sicht nicht mehr leugnen, dass es dort einfach nur ums Geld geht – auch wenn das populistisch klingt.

Um der (Rest-)Sicherheit in (noch) abgesteckten Pfründen Willen wird nicht viel dagegen gesagt. Die eigene Meinung deckt sich möglicherweise teilweise noch mit diesem Haß auf der anderen Seite in größeren Ausmaßen als man es eigentlich glauben möchte, und die öffentliche Entwicklung schreitet gegen diese Ausdrucksform einfach immer weiter voran: mag schon sein, dass das lächerliche Ergebnis der Spieles“sammlung“-Vernichtung in Stuttgart trotz medialer Manipulation ein sogar äußerst positives Zeichen dahingehend gewesen ist, dass sich eine Öffentlichkeit doch nicht so leicht gegen Spiele mobilisieren lässt wie manche das gerne hätten, dennoch: wie kann anderes so mittel- oder längerfristig (noch) möglich bleiben?

Wenn eine Öffentlichkeit schon lange dahingehend gerichtet ist, dass immer mehr solcher „Kritik“ auftaucht – von verschiedensten Seiten – um sich mit den eigenen Unzulänglichkeiten nicht beschäftigen zu müssen. Der Mißbrauch eines ernsthaften Problems angestellt wird, bloß um sich nicht selbst hinterfragen zu brauchen, sowie ein medialer Transport dessen, auch bis hierher nach Österreich, ohne mit der Wimper zu zucken scheinbar als „Kritik“ durchgeht. Was ist das für eine „Kritik“?? Was bedeutet diese dann?

Dante’s Inferno: Gameplay

20. Oktober 2009

Ein jüngstes Interview-Video zu EAs Videospiel-Umsetzung von „Dante’s Inferno“ offenbarte eine Absolutionsspielmechanik, welche dem Titel seine christlichen Wurzeln anscheinend auch in Videospiel-Form erhalten könnte: eine im Begleittext namentlich genannte Person wird darin von der Hölle losgesprochen http://www.gametrailers.com/video/nine-circles-dantes-inferno/57867

Esoterische Ministerienvermittlung?

20. Oktober 2009

Das deutsche Bundesministerium für Familien, Frauen, Senioren und Jugend soll eine Tagung unterstützen http://www.gwg-ev.org/cms/cms.php?fileid=528 Bei der unter anderem Günter Haffelder auftreten soll, welcher dort offenbar über die „Auswirkungen audiovisueller Medien auf die Neuroplastizität des Gehirns“ zu sprechen gedenkt. Bei der vom Verein „Sichtwechsel“ organisierten Veranstaltung scheinen (auch) darüber hinaus kaum Leute zu Wort zu kommen, welche in einer direkten Beschäftigung oder Auseinandersetzung mit Krieg oder Gewalt in Medien eine respektable Sache sehen würden. Online-Communities als „Pseudo“-Gemeinschaften diffamierend soll darin anscheinend weiterhin der Ausdruck, Geschmack und das Empfinden von Menschen wie mir diskreditiert werden, so wird dabei bestimmend von „Wirkungen“ gesprochen – wann wird mittels Vogelflug oder Innereienschau bei Tieren, das wenigstens ein ganz kleines bißchen Gore erhalten bleibt, operiert werden?

‚Vorschlag für ein anderes „Mitgefühl“‚ – Kommentar bei Stuttgarter Zeitung

15. Oktober 2009

Ich bin fassungslos darüber wie hier über eine Organisation berichtet wird, welche die „Ächtung“ einer Kultur anderer Menschen fordert, Andersdenkende so noch als „Hunde“ bezeichnet.
Für Menschen wie mich ist die Beschäftigung und Auseinandersetzung mit Krieg und Gewalt in Computer- und Videospielen wertvoll, wichtig und unverzichtbar.
Wie hier offenbar mit kulturellen Sauberkeitsvorstellungen und einer wie auch immer definierten Norm gegen den Geschmack und Empfinden anderer Menschen vorgegangen wird, in einer vorgeblich aufgeklärten und rechtsstaatlich-demokratisch situierten Umgebung entzieht sich langsam aber sicher meiner Vorstellungskraft.
Eine öffentliche Veranstaltung, welche in deutlich sichtbarer Zusammenarbeit mit einem Müllunternehmen euphemistisch den unliebsamen Ausdruck anderer Menschen „entsorgt“. Unter dem Vorwand so irgendwie vorbeugend gegen Gewaltverbrechen auftreten zu wollen, wobei ein dahingehendes Gewalttabu zu beispiellosen Verboten und Zensurmaßnahmen bereits geführt hat – was allem Anschein nach aber kein Gewaltverbrechen so noch verhindern konnte. Im Gegenteil: die Schulmassaker welche verübt wurden geschahen jedenfalls trotzdem, und in ihrem Ausmaß in keinem anderen Land Europas. Keinem anderen Land bedeutet dabei auch in keinem Land, in welchem liberaler mit populärer Kultur umgegangen wird als in Deutschland: dennoch ist die Reaktion nicht etwa dieses Gewalttabu endlich zu hinterfragen, sondern sind im Gegenteil noch öffentliche Zerstörungsaktionen zu zelebrieren. Mit Billigung beziehungsweise Unterstützung aus willfährigen Medien, Politik und entsprechend ideologisierter „Wissenschaft“. Eine Schande für die gesamte Europäische Union.
Meine Anteilnahme aus Österreich gilt als Historiker und Mensch mit Behinderung den betroffenen Computer- und VideospielerInnen Deutschlands, welche sich als Gruppe dabei zurecht diskriminiert fühlen. Ich hoffe weiterhin bei allen anderen, auch anderen Gamern welche eine politische Opposition, Widerstand dagegen immer noch nicht für nötig halten, auf ein Umdenken.
Leider sieht die Computerspieleindustrie und „Lobby“, anders als in diesem Artikel fantasiert wird, aus meiner Sicht diesem Treiben nämlich eher viel zu gelassen zu, irgendwie abwartend und beschwichtigend, anstatt dass sich die Branche samt Kreativer, von den KonsumentInnen einmal ganz abgesehen, verstärkt dagegen wehren würde und weniger durch falschen Konsens aus der Verantwortung entziehen.

http://tiny.cc/coVBV

Nachtrag: mein Kommentar wurde dem Vernehmen nach dort schneller wieder gelöscht als man hinschauen konnte – etwas das auch mich noch in der Form überraschen konnte. Weitere Wortmeldungen bei solchen Presseorganen werde ich mir in Zukunft also auch überlegen.

2. Nachtrag: zwar ist mein Kommentar jetzt wieder aufgetaucht (???), oder täuschten mich die Sinne bezüglich einer Freischaltung, von weiteren solchen Kommentaren werde ich in Zukunft dennoch absehen. Sehe auch darin einfach keinen Sinn mehr, erscheint mir zusehends zwecklos sich in vorgefertigte Bahnen auch in dieser Form zu begeben. In der Pforzheimer Zeitung wird das worum es mir geht gar als „enstprechendes Material“ bezeichnet – wovon ich in einer Öffentlichkeit so zuletzt als „entsprechendes Material“ gesprochen hörte erspar ich mir an dieser Stelle lieber – was soll ich mit meinem Denken da schon noch so ausrichten können? Vermutlich leider doch nur sehr wenig, wahrscheinlich eher Unmut und Missverständnisse http://tiny.cc/rtArO

Deutschland: breit angelegte Vernichtung von Computerspielen organisiert?

13. Oktober 2009

Vor der Staatsoper in Stuttgart soll demnächst ein Container stehen, in welchem bei einer öffentlichen Veranstaltung offenbar zeremoniell Spiele, anscheinend Computer- und Videospiele, geworfen werden sollen. Als Hauptpreis winkt ein Trikot der Deutschen Fußballnationalmannschaft (!). Was mit den Datenträgern hernach geschieht soll laut Stigma Videospiele http://stigma-videospiele.de/wordpress/?p=2917 irgendwie einer Fantasie Andersdenkender überlassen bleiben.

Nachtrag, Danke an amegas: das folgende ist alles was bislang dazu publik gemacht wurde. Präziser gibt es keine Stellungnahme vom AAW, was mit den Datenträgern im Container (Müllcontainer?) nach deren „Entsorgung“(?) geschehen soll. Dass dies der Fantasie von Gegnern dieser Aktion überlassen werden soll, ist demnach auch pure Spekulation: http://www.memo-software.de/aaw/index.php/aktionen/148-familien-gegen-killerspiele

2. Nachtrag, Danke an buzzti: das mit der Fantasie ist wohl wirklich sehr relativ, denn bekannt ist, dass (unter anderem?) ein Müllentsorgungsunternehmen aus Göppingen Partner dieser Aktion ist, wie dem obigen Link nach Klick auf das imo absolut geschmacklose Bild entnommen werden kann.

Ich glaube, es ist spätestens jetzt an der Zeit über diese Vorgänge im Nachbarland einmal in sich zu gehen

Little King’s Story… „I am Tse Ubermensch“

10. Oktober 2009

http://www.gametrailers.com/video/little-kings-hawp/56918 Einfach nur genial, wenn auch wohl weniger für hiesige Gefilde geeignet. Leider…