Archive for November 2009

Neuerlicher Kommentar bei Frankfurter Allgemeine Zeitung, dazu wo bei mir schon aufgehört wird Mensch zu sein.

28. November 2009

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EDA894A8745AD43F89574BC12C668E183~ATpl~Ecommon~Scontent.html

@ Harry LeRoy (Cimon)

Während mir der Verweis auf Jüngers Konservativismus ideologisch verantwortungslos erscheint und wohl nur unhaltbare Vorwürfe eines grundsätzlichen Militarismus in militärischen Videospielen (weiter) legitimieren soll, habe ich mit so antiken Bezügen andere sachliche Probleme diese Ausdrucksform betreffend: denn das worüber Aristoteles sprach bezog sich weniger auf Theater als Sport, weniger auf dramaturgische Schauspiele als Wettkämpfe, doch Videospiele könnten als „reale Regeln in fiktionalen Räumen“ wie der dänische Ludologe Jesper Juul vom MIT meint davon doch einfach auch differenziert werden. Ein Aristoteles hat sich in den Spielen an welche er wahrscheinlich (vor allem) gedacht hat dabei diese fiktionalen Räume kaum mitdenken brauchen.
Diesbezüglich ist eher an die globale Revolution aus dem letzten, 20. Jahrhundert zu denken, über die Seth Schiesel nach dem Ableben von Gary Gygax in der NYT geschrieben hat.
Kultur, welche für gewöhnlich jedoch nichts anderes als verspottet, diffamiert und ausgegrenzt wird – in einem von moralischen Überlegenheitsdünkeln, kulturellen Normen und aus meiner Sicht auch kulturell negativer Beziehungen zu fremdem diesbezüglich gekennzeichnetem Deutschland, welches zu imaginieren scheinbar verlernt.

http://www.nytimes.com/2008/03/08/arts/television/08gyga.html

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Kommentar bei Frankfurter Allgemeine Zeitung

27. November 2009

http://www.faz.net/s/Rub117C535CDF414415BB243B181B8B60AE/Doc~EDA894A8745AD43F89574BC12C668E183~ATpl~Ecommon~Scontent.html

@ Robert Sylvester (merseysider)

Der von Ihnen genannte Film von John Wayne zeichnete sich gerade dadurch aus, dass er Krieg sauberer und somit wohl auch beschönigender darstellte als es ein „Call of Duty“ je getan hat.
Im Gegenteil halte ich die Bezugnahme auf Jünger in dem Artikel von Andreas Rosenfelder deshalb noch für höchst unangebracht, weil diesen schon allein über ein sprechen von Krieg als reinigendes Unwetter eine befreiende und damit auch positive Beziehung dazu (Krieg als Phänomen) mit einiger Begründung vorgeworfen werden kann – gerade auch wenn man an das protofaschistsiche Futuristische Manifest von 1909 denkt.
Derlei Vorstellungen kann ich in diesem und ähnlichen Spielen jedoch keineswegs begründet erkennen und nur für ganz üble Unterstellungen halten. Da solche Spiele zum Teil sehr unmittelbare Erfahrungen vermitteln wollen ist vorgegebene „Kritik“ darin insofern fragwürdig, weil sie den Spieler, die Spielerin, an eigenen Reflexionen über das dargestellte hindern würden. Darüber hinaus kann ich Bedenken über affirmative Interpretationen von Schrecken und Leid wie Sie sie offenbar vorschlagen überhaupt nicht nachvollziehen: diese deuten für mich als bilderfeindliche Reflexe stets auf das fragwürdige Bild eines malevolenten (Massen-)Publikums hin.

Unterschiedliche Welten?

25. November 2009

Gamasutra hat ein interessantes und aufschlußreiches Interview mit einem der ganz Großen der US-amerikanischen Videospielindustrie geführt, welcher diese heute nur mehr von außen betrachtet: dem ehemaligen ESA-Präsidenten Doug Lowenstein. Einem wahren Champion der Ausdrucksform http://www.gamasutra.com/view/news/26155/Interview_Doug_Lowensteins_Unique_View_From_Outside_The_Games_Industry.php Eine Zusammenfassung davon ist hier abrufbar: http://www.gamepolitics.com/2009/11/24/lowenstein-offers-outsider039s-view-industry

Während PC Games über einen Artikel des in Deutschland renommierten Magazins „c’t“ berichtet, in dem (wieder mal) nichts als ignorantes Unverständnis und Respektlosigkeit gegenüber den Geschmack und das Empfinden Andersdenkender anscheinend offenbar wurde, noch verstärkt durch die Verbreitung eines für Menschen wie mich nichts anderes als gefährlich und bedrohlich normierten Kulturbegriffs: http://www.pcgames.de/aid,700084/Modern-Warfare-2-ct-Redakteur-uebt-schonungslose-Kritik/PC/News/ „Kritik“ nenne ich darüber hinaus etwas anderes als derlei negative Gefühle und verabscheuungswürdige Intoleranz…

Militärwerbung auf Spielkonsolen auch in Europa

23. November 2009

http://www.pcgames.de/aid,699943/Kurioses-am-Morgen-Britische-Regierung-will-neue-Soldaten-ueber-Xbox-Live-rekrutieren/PC/News/ Ich finde das sollte zumindest etwas eingedämmt werden. Da geht es schließlich auch um Verantwortung, gegenwärtig von Microsoft und/oder Sony

Großartiger Zitate- und Situationenvergleich

21. November 2009

Joss Whedon’s „Firefly“/“Serenity“ uncharted: Captain Malcolm „Mal“ Reynolds alias Nathan Filion alias Drake (’s Fortune) http://www.gametrailers.com/video/uncharted-2-hawp/59110

Wer erzeugt wo welche Kultur?

20. November 2009

In einer Replique auf mich zu einem Kommentar, welchen ich hier verfasste http://www.gamestudies.at/ Ziehe es vor lieber nicht direkt dorthin zu verlinken, um Trackbacks hierher zu vermeiden, hieß es, dass der Zugang zu Medien im deutschsprachigen Raum sich grundsätzlich vom angloamerikanischen Raum unterscheidet: „Im angloamerikanischen Raum sieht man Medien als einen Spiegel der Kultur, in Kontinentaleuropa eher als Erzeuger von Kultur.“

Diese Unterscheidung ist naturgemäß keine Neuigkeit für mich, jedoch deren dort vorgetragenen Implikationen verschlagen mir die Sprache: daneben war dort nämlich noch von hier (in Kontinentaleuropa demnach) „gültigen kulturellen Normen“ die Rede, in deren Hinsicht ein Blog-Eintrag mit dem Titel „Gewalt-Pornografie in Modern Warfare 2“ – welchen ich massiv angegriffen und in Frage gestellt habe – formuliert gewesen sei. Wollte darauf dort jetzt nicht mehr eingehen, dermaßen fassungslos stand ich vor diesen Sätzen.

Abgesehen von einem bestimmten Kulturbegriff, ohne den mir solche Sätze gar nicht möglich erscheinen, denke ich: ja, auch so kann man etwas als „kulturlos“ umschreiben. Denn wer, wenn nicht Medien, erzeugt dort sonst dann „die Kultur“? Wenn „die Medien“ „die Kultur“ eher (nur) spiegeln? Und wenn es soetwas wie „die Kultur“ schon gibt. Von den Menschen selbst ist das ja wohl dann ebenfalls nicht anzunehmen, außer es wird ein wiederum höchst problematischer Medienbegriff zur Anwendung gebracht. Mit Rauchzeichen kommuniziert wird im angloamerikanischen Raum ja auch nicht mehr.

Da ist es womöglich gar nicht mehr so wichtig, dass derlei Sätze jeglicher Medienfeindlichkeit grundsätzlich einen Freibrief erteilen: weil ja so niemand tolerant zu sein hat anscheinend, gegenüber dem Ausdruck von anderen, wenn er oder sie mit den jeweiligen Erzeugnissen nicht einverstanden ist kann er oder sie ja immer noch selbst „Kultur schaffen“ und auf anderes nach belieben sozusagen drauftreten, es „Pornographie“ schimpfen, „pubertär“ – was weiß ich… Bis hin zur vollständigen Zerstörung dieser Ausdrucksformen eben, von ihrer Unterdrückung so angefangen? Verboten und Zensur? Etwas impertinent-ignoranteres ist mir in meinem Leben noch nicht untergekommen.

Weil „die Kultur“ ist das was demnach schon vorher da war, vor einer Videospielkultur in dem Fall wie ich sie verstehe – offen und pluralistisch, und so auch keine Sache von Vielfalt. Da braucht es keine Videospielkultur wie ich sie verstehe, sondern diese hat sich gefälligst an die etablierten Normen zu halten.

Solche Positionen sind nicht nur eine Gefährdung für den Pluralismus in einer Demokratie, soetwas nenne ich auch geistige Brandstiftung.

Wie opportunistisch das aus einer Position heraus noch ist, wie sie von dort vorgetragen wird und wurde, möge sich jede/r selbst noch dazudenken

Adult/Mature Gaming: Aufstände in Australien

20. November 2009

Ungeachtet der hiesig oft zu erfahrenden Einbildungen, was jeweilig für „erwachsen“ oder „reif“ in Computer- und Videospielen zu halten wäre oder was nicht, tut sich was down under für die Einführung einer R 18+-Klassifikation auch für Videospiele:

einerseits eher subtil, in Form der Ablehnung einer zensierten Version bei IGN Australia: http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=1742 quasi unvorstellbar, dass sich in der deutschen Spielepresse jemand über so doch ähnliche Fassungen aufregt.

Andererseits in Form einer geplanten Kundgebung in Brisbane: http://www.gamepolitics.com/2009/11/20/aussie-r18-rally-planned

Kommentar bei Somebody Think Of The Children, zur Verhaftung von Garion Hall vor dem Sommer 2009

19. November 2009

Writing from Austria, I have to say that this site really is spending hope. Australia should be proud of it, and its owner honored – not jailed. It’s arousing and making confident at the same time. A democratic experience.
The above criticism I consider to be very miserable. And unfortunate – especially thinking about the whole lot of other, real disgusting pornography out there.
I’ve been a member every year since 2006, twice in 2009.
I guess I would not have met my first girlfriend if I wasn’t, because of my disability I wouldn’t dare to touch a female body. Yet sites like Abby Winters made me think otherwise.
Sure, Abby Winters may be a true fantasy. Garion Hall may be Abby. And guess what? I thank him for that! It’s even just underlining what I think about this site. In this regard, about that what it provides.
Therefore, Abby Winters means nothing less than education for me. Pure education.
Presenting the world of female anatomy.
It’s also really one of a kind in the whole world. There is nothing even coming close to it. No other site. Yet there are other unique Australian sites, like beautifulagony, which doesn’t even feature nudity and therefore hardly would be considered „pornography“ in my country. Thanks to Abby Winters and sites like beautifulagony, Australian erotica could have even established some sort of brand. A very positive brand in my opinion. Sure it’s not that „hardcore“, and sites like kink.com in the US have similiar ethical standards – yet those sites are very „hardcore“ and even unconsumable for people without some BDSM tastes. So Abby Winters is the deal, especially if you’re a heterosexual man, don’t want to see other males in front of a camera, and aren’t into BDSM.

http://www.somebodythinkofthechildren.com/abby-winters-garion-hall-issues-statement/

USA: Lorne Lanning – „… a … penetration into the public mind“

18. November 2009

In San Francisco hat Lorne Lanning (Oddworld Inhabitants) aus meiner Sicht sehr bemerkenswertes und hochinteressantes darüber zum besten gegeben, weshalb das Thema Gewalt in Videospielen (in den Staaten!) noch immer eine große Sache ist. Nachzulesen hier: http://www.gamepolitics.com/2009/11/18/lanning-why-violent-games-are-still-talking-point Ich übernehme mal die drei dort transkribierten Zitate. Das was er sagte tat er natürlich sehr weit von einer Situation in Deutschland entfernt, wo fiktionale Gewaltdarstellungen weiterhin strafrechtliche Vergehen bilden können, etc.

 

„They (media groups) want the sensationalism. They will broadcast anytime there’s a shooting; they will find people that have a very specific, loud, sensational, fearful opinion of it, and they will give them prime airtime. If you add up those minutes of airtime it’s actually a fair amount of penetration into the public mind…

But then, we look at the court cases and the Supreme Court decisions and court decisions in nine states, at the time I looked into it. And all of them, throughout all of these cases… they were sham cases. Those court cases, and the results of that, never get any airtime, because that’s not selling news. So we wind up with a very distorted opinion from the public perspective, those that rely on the corporate media. The results of the court case maybe be on page 9, probably on page 19 and take up a tenth of a page…

Meanwhile, when the sensationalism happens… the critics, with false claims that they are never held to, get a lot of exposure and that exposure compounds. We see this in so many things… in the lead up to the war, in healthcare… When it was a hot topic, we could count on the coverage being in a certain direction and I think we can continue to count on that because the media behavior isn’t changing for the better, if anything it can pretty much be proven it’s changing for the worse.“

Nächste Woche: Vidzone ab Donnerstag, dem 26. In Österreich verfügbar

18. November 2009

Nachdem Microsoft gestern seine Videothek offiziell in Österreich an den Start stellte, und damit gleich das erste Angebot in dieser Form überhaupt hierzuland, wird Sony sein kostenloses Musikvideo-Service auf der Playstation 3 in der kommenden Woche auch in Österreich anbieten http://blog.eu.playstation.com/2009/11/17/vidzone-territory-expansion-11-new-countries%e2%80%a6the-dates-you-have-all-been-waiting-for/ Damit gehört Österreich neben den Niederlanden und Portugal zu den ersten von der Territoriumserweiterung betroffenen Staaten. Unter anderem die Schweiz wird am 10. Dezember diese Erweiterung (vorerst) wieder abschliessen.