Kommentar zur veröffentlichten „Meinung“ der Redaktion der deutschen Zeitschrift „Gamestar“ zur Mission „No Russian“ in Modern Warfare 2: wie ist eine solche Rede von „Kultur“ zu verantworten? Anderem/n diese einfach abzusprechen?

http://www.gamestar.de/index.cfm?pid=1589&pk=13105

Da ich mich von den Inhalten dieses Videos ganz bewusst persönlich distanzieren möchte, setze ich hier auch keinen Hyperlink zur Webpräsenz der betreffenden Zeitschrift.

Die wüsten Anschüttungen aus Redaktionen der deutschen Niederlassung des IDG-Verlages scheinen jedenfalls kein Ende zu nehmen: da sinniert (im obigen Video) ein Redakteur darüber wann die Pubertät bei Infinity-Ward-MitarbeiterInnen (noch nicht) zu Ende gegangen sein soll, wonach deren Fantasien angeblich aussehen würden – offenbar nämlich nach Flughafenmassaker (!), ein anderer stellt empört dessen Unerträglichkeit fest und anstatt sich über die Integration von derlei Schrecken und Leid in der Darstellung zu freuen wirft er es empört den EntwicklerInnen vor, mit den bekannten Unterstellungen (siehe meine anderen Posts dazu in den letzten Tagen). An der Spitze dieser Betroffenheit steht der Chefredakteur, welcher sich doch tatsächlich erdreistet dem ganzen gleich „die Kultur“ abzusprechen – ganz so wie man es jahrelang aus dem den Mainstream zuzurechnenden deutschen Fernsehsendungen und von ebensolchen Zeitungen her kennt.

Und erneut wird weder dieser Kulturbegriff thematisiert, geschweige denn hinterfragt, noch diese Interpretationen der Szenen mit einem kleinsten Anflug von Selbstkritik. Im Gegenteil: wiederholt wird beklagt, dass das Spiel die Szenen nicht für den Spieler, die Spielerin, einordnet, was indirekt doch bedeutet, dass diese Reflexion beim Publikum allein eben stattfinden soll.

 

Dass solche Kommentare, falls das wirklich die Begründung sein soll – da bilde ich mir ein jetzt sogar noch sehr wohlwollend zu sein – eine andere sehe ich weiterhin überhaupt nicht, indirekt auch dem Publikum absprechen zu einer solchen Einordnung in der Lage zu sein, scheint dabei nicht aufzufallen. An die Fernsehsendungen über solche Videospiele als vermeintliches Kriegsspielzeug für Kinder erinnert erhält der Kommentar gerade auch mit Blick auf die aktuelle Situation in Venezuela enorme Brisanz. Ebenso, dass letzten Endes die Möglichkeit der aktiven oder passiven Beteiligung an derlei Verbrechen dem Spieler, der Spielerin, negativ ausgelegt wird von den RedakteurInnen. Mit der bei negativen Phänomenen wie Gewalt oder eben Krieg in dieser Hinsicht üblichen Unterstellung halt, dass diese (doch nur) positiv-affirmativ gemeint seien. Eine latente Ablehnung plakativ-provokativem scheint da bloß noch hinzuzukommen und wie in diesem Fall eben auch auszubrechen

Von der diesbezüglich zensierten (bundes)deutschen Version ganz zu schweigen.

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