Adam Sessler: „… to think and debate about as an art, not as a simulation of actual events or an encouragement of doing that.“

http://g4tv.com/thefeed/blog/post/700648/Sesslers-Soapbox-The-Modern-Warfare-2-Airport-Scene.html Sessler erinnerte an Oscar Wilde und daran, dass es gar keine moralisch „guten“ und „schlechten“ Bücher geben könne, sondern bloß gut und schlecht geschriebene. Er kritisierte mögliche technische Unzulänglichkeiten, welche den Schrecken mit mehr vermeintlich erschütternden Animationen, das auf dem Bildschirm dargestellte Leid, noch greifbarer machen könnten. Das war auch ein spontaner Gedanke von mir, doch stellt derlei naturgemäß schon das glatte Gegenteil zu der in Deutschland veröffentlichten „Meinung“ dar und ist dahingehend bereits wohl frevelhaft zu nennen. Wo man schon mit dem jetzt dargestellten beschämenderweise nichts zu tun haben will – wohl gemerkt auf keiner individuellen Ebene, da ja sogar der Hersteller selbst eine Möglichkeit ins Spiel eingebaut hat die Szene zu überspringen, sondern aus meiner Sicht weit darüber hinaus. Den Umgang mit den etablierten politischen Vorstellungen betreffend.

 

Dem kann ich mich aber nur voll und ganz anschließen und damit hat sich das Thema für mich endgültig erledigt. Kann mich auch nur wiederholen: die Szenen sollen offensichtlich unerträglich sein, und wer damit nicht klar kommt soll es eben nicht spielen. Unerträgliches in dieser Form in Videospielen jedoch nicht sehen zu wollen ist einfach nicht hinnehmbar für mich, für deren Weiterentwicklung und Zukunft als Kunstform nicht. Nicht bloß Sport. Schon gar nicht, wenn damit ein normativer Kulturbegriff einher geht der aus meiner Sicht nur rassistisch ist, den Geschmack und das Empfinden anderer Menschen betreffend, und der möglicherweise auch schon darüber hinaus geht oder ging: so las ich im Gamestarforum bereits chauvinistische Sprüche, wonach „Widerstand“ gegen diesen Angriff auf „die deutsche Spielkultur“ zu leisten sei.

Einen solchen „nationalen Widerstand“ kann jedoch niemand gebrauchen. Und aus Deutschland eigentlich schon gar nicht, wie auf dessen Sraßen eigentlich ebenfalls schon zu beobachten wäre, doch hier versagt offensichtlich auch jedes historische Unrechtsbewusstsein. Da wird von „Nazi-Keulen“ oder verschleiert „N-Keulen“ geredet und so weiter, und dann kommt sowas daher. Wird mit solchen Begriffen operiert, noch in der Spielepresse, mit Unterstellungen übelster Art die eigenen Unzulänglichkeiten übergangen – ein cordon sanitaire hinter dem sich kulturpolitische Abgründe unermesslicher Tiefe verbergen. Doch wo dieser eigentlich angebracht wäre ist davor: um den Rest der Welt vor dieser eingebildeten Überheblichkeit und Arroganz zu schützen, das anderes-fremdes ausgrenzt und verächtlich macht

Unterstellungen in diesem Zusammenhang kann ich gewissenhaft nicht als Meinung respektieren, so negatives wie dieses Flughafenmassaker noch als positiv gemeint interpretiert zu wissen. Bereits die aus der deutschen Spielepresse kommenden, bis jetzt veröffentlichten negativen Kommentare dazu halte ich für eine ungeheuerliche Schande welche mir auf kulturpolitische Unzulänglichkeiten aus Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten, hindeutet. Ein auf mich fast schon als solcher bedrohlich-einschüchternd wirkender normativer Kulturbegriff, welcher mich in meinem Wesen als Mensch und Videospieler verletzt.

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