Von der Bestie Mensch gibt es kein entkommen

Ob es nun um die mit moralischen Überlegenheitsdünkeln vorgetragene Agitation gegen „Killerspiele“ in Deutschland und „Killer-Games“ in der Schweiz geht, sonstige Ablehnung fiktionaler Gewaltdarstellungen, die plötzliche Empörung nach der Verhaftung Polanskis, die pauschalen Verurteilungen eines angeblich Kinder vergewaltigenden Katholizismus wie sie mir als Katholik in den letzten Tagen gefühlsmäßig untergekommen sind, oder (wieder) anderes handelt: sich selbst von allem möglichen Unheil der Welt auszunehmen, darauf – auf vermeintlich widerwärtiges oder tatsächliche Verbrechen – bloß mit Verachtung, Distanz oder geglaubter Überhöhung zu blicken,  hilft der Menschheit nicht weiter. Keinesfalls ebenso eine (positive) Friedensbewegung mit einem (negativen) gegen-verschiedenes-sein und dafür noch glauben gewissenhaft auftreten zu können, zu verwechseln. Dazu gehört auch die vorgegebene Neutralität und beständig doch mit Unterstellungen sich für etwas besseres zu halten in einem österreichischen Parlament als filmische Sichtung aufzuführen.

Kulturen einteilen zu wollen, zwischen „Kult“ und davon kategorisch zu unterscheiden, etc.

Wie Eli Roth in punkto Gewalt angemerkt hat geht es darum damit umzugehen, ich füge hinzu: einen Umgang damit zu lernen, sich nicht auszunehmen und eben für etwas besseres zu halten.

Das hilft nämlich nichts und niemandem. Gewalt ist immer negativ, und anderen einen, noch dazu pauschal, positiven Zugang dazu zu unterstellen sollte (deshalb) in jedem Fall wohl überlegt sein. Gewaltdarstellungen können helfen damit individuell umzugehen, sich über den eigenen Körper und den anderer besser klar zu werden, diese besser zu verstehen, ihr vorhanden-sein, Rolle und Zweck auf der Welt, und zwar nicht im Sinne eines mechanistischen Menschenbildes von Stimulus und Response, Ursache und Wirkung. Das ganz und gar nicht.

Das gleiche gilt für Sexualität, deren helle wie dunkle Seiten. Konsensual von ruhiger Zärtlichkeit in Stille bis zum radikalen und schnellen, kontrollierten Spiel im BDSM-Bereich. Über „Pornographie“ als durchaus auch sexuellen Ausdruck einzelner Menschen gilt es nachzudenken, deren Öffentlichkeit oder Privatheit, sowie darüber wie wichtig Schutzalter sind.

Und selbstverständlich gilt es auch über diesen Bereich hinaus wiederum nachzudenken, welche Werte und Normen, welcher Blick auf die Welt einem ständigen Wandel unterzogen wann und wo richtig oder falsch sind.

Wo und wann Blick auf anderes die Ablehnung von Fremdem bedeutet, und wie dieser Ablehnung begegnet werden kann, so dass ein Zusammenleben von Menschen in verschiedenen Gesellschaften, gemeinsam ODER Nebeneinander, das heißt mit sowenig Zwang wie möglich, möglich(er) wird.

Schlagwörter:

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: