Archive for Januar 2010

Listenstreichung für „Contes immoraux“ (1974)

29. Januar 2010

Der politische Erotikklassiker „Unmoralische Geschichten“ (Immoral Tales) von Walerian Borowcyzk ist in Deutschland nun vom Index genommen worden, berichtet http://www.schnittberichte.com/news.php?ID=1860 Zeit ists worden – so auch für eine DVD-Veröffentlichung im deutschsprachigen Raum? http://www.ofdb.de/film/21974,Unmoralische-Geschichten

Treffende Spitze gegen Fußi im heutigen Standard

25. Januar 2010

Mich erfüllt es jedesmal mit ungläubigem Staunen, wenn ich als Bestandteil der Liste „SPÖ-Linke“ auf Facebook Post von Rudolf Fußi bekomme: der Name, dessen Hintergrund, und „links“ sein will für mich einfach nicht zusammenpassen.

Anlässlich einer beängstigenden Studie, welche einer rechtsextremen Partei zusätzlich zu den (wie vielen eigentlich?) bestehenden Rechtsparteien 10% in Österreich (noch!) gibt schreibt Gerald John am Ende zum „leeren Raum“ über neue Parteien (22): ‚Das Liberale Forum hat sich einst (auch) selbst demontiert, der Selbstdarsteller Rudolf Fußi ist als SPÖ-„Linker“ etwa so glaubwürdig wie ein Innenminister als Caritas-Präsident.‘ Touché!

Berg fühlt sich bedroht – ich auch, von Menschen wie ihm

25. Januar 2010

Erst nachdem ich vor dem Frühstück noch meinen Beitrag absendete Kommentar bei Christian Berg – ‘”Killerspiele” sind die Musik von Menschen wie mir’ vernahm ich diese Erklärung des Kinderbuchautors Christian Berg vor dem Gästebuch auf seiner Homepage, wo der im grundsätzlich mieselsüchtigen und fremdenfeindlichen Österreich geläufige Begriff einer „Sch…freundlichkeit“ so aus Deutschland gleich eine ganz neue Dimension für mich gewinnt.

Dazu selbst noch etwas zu schreiben hätte ich im Wissen um diese Worte vorher sein lassen:

„Nach zahllosen Einträgen der sehr gut vernetzten Gamer oder Spielefreunde oder Killerspiel-Befürwortern, habe ich jetzt eine Auswahl der überwiegenden und sich ständig wiederholenden Einträge online gestellt! Dies ist kein Forum, dass hat man ja gegen mich schon bei http://www.stigma-videospiele.de eröffnet! Desweiteren werde ich ab sofort anhand der IP-Nummer, jeden, der mich persönlich bedroht, zur Anzeige bringen! Sorry, aber meinen Aufruf zum Verbot von Killerspielen, mit der Büchervebrennung im Dritten Reich zu verbinden, ist gefährlich, böse und in höchsten Maße dumm! Bitte bedenkt bei Euren Ergüssen, dass zahllose Kinder diese Seiten besuchen! Euer Christian Berg“

„Mein“ Christian ist das jedenfalls nicht. Solls wohl auch nicht sein – also was wird da geschaffen: was, wenn keine Monumente gegen den Geschmack und das Empfinden Andersdenkender, Rassismus. Herkunft und Hautfarbe werden da für mich wirklich nur mehr zu lächerlichen Oberflächlichkeiten, wenn das Wesen von Menschen – das was ihnen gefällt – dermaßen angegriffen, diffamiert und denunziert wird.

Meine Identität als Gamer

Wer da was gesagt hat, welche Drohungen ausgestoßen, bleibt ähnlich wie wohl schon im Falle Rainer Fromms und dessen Familie unbekannt, nur eine bedrohliche Masse bleibt – gegen die so freundlich weiter gehetzt werden kann

Entweder weiß hier wirklich jemand überhaupt nicht was er tut, glaubt so was wie giftiges Kinderspielzeug vor sich zu haben, oder vor solchen völlig unbegründeten Auswüchsen muss man sich tatsächlich schon schützen. Den einen Ausdruck gegen einen anderen ausspielen – scheinbar wie es denn beliebt – das noch geradezu selbstverständlich und mit Überheblichkeit vorgetragen.

Dazu ein Berg von Vorurteilen

Soll heißen: wenn es jetzt schon „gefährlich, böse und in höchsten Maße dumm“ ist für den Ausdruck von Menschen so einzutreten, dass dabei auf historisches Unrecht verwiesen wird – dann ist schon viel geschehen, wenn gegenwärtiges Unrecht so unabhängig von anderem, und geschichtslos dazu, sein soll. Das toppt auch die „ungeheuerliche Verharmlosung“ welche ich einmal begangen haben sollte, als ich so was bloß indirekt aufeinander bezog – so eingebildet überlegen fühlt sich diese Gegnerschaft. Da gibt es nichts was scheinbar stört – im Gleichklang der noch als Vielfalt ausgewiesen wird.

Eine Verhöhnung von Vielfalt ist das!

Mitunter anscheinend halt auch, wenn auf andere in einmal unterstellter voller Absicht geistig draufgetreten wird – mit der ganzen Gewalt des Establishments – am besten noch „links“ und „geschmackvoll“. Ja auch unangepasst, weil die Gamer seien das ja nicht – sondern eben man selber. Ein schön zurecht gelegter Kulturfaschismus ist das!

Wann wird dazu „aufgerufen“ nicht bloß das was mir Freude bereitet zu „verbieten“, sondern einen Menschen wie mich gleich als ganzes? Ich meine das eine inkludiert das andere da schon längst, denn wie andere ohne Bücher oder Musik könnte und möchte ich auch nicht ohne Spiele leben.

Und das ist die Gefahr – nichts anderes

Kommentar bei Christian Berg – ‚“Killerspiele“ sind die Musik von Menschen wie mir‘

25. Januar 2010

http://www.bergs-welt.de/index2.htm

Als Reaktion auf die Diskussion hier: Christian Berg fordert “Killerspielverbot”

@Konstantin Wecker

Diese „Kriegsspiele“, sogenannten „Killerspiele“, stellen für Menschen wie mich eine veritable Auseinandersetzung mit Krieg dar – was im übrigen auch für sonstige „Gewaltspiele“ gilt.

Die Beschäftigung damit ist individuell, Titel welche ich für gewaltverherrlichend zum Beispiel halte spiele ich nicht: für sämtliche in Deutschland bereits verbotenen Titel, ja auch das gibt es im Zuge des aus meiner Sicht menschenrechtswidrigen Gewaltdarstellungsverbotes als im Strafrecht verankertes Vergehen zusätzlich zum einmaligen „Index“ schon, gilt dies aber gar nicht. Hier sehe ich bloß kulturelle Sauberkeitsvorstellungen am Werk, welche ich für kulturpolitisch äußerst problematisch halte – gerade in Hinblick auf diesbezüglich menschenverachtende Maßnahmen in der deutschen Geschichte.

Noch bedenklicher finde ich es allerdings, wenn wie hier noch unter einem Deckmantel von Menschlichkeit oder gar Antifaschismus selbst dazu aufgerufen wird, den Ausdruck anderer Menschen zu verbieten, vernichten – deren konsensual geschaffene Kultur zu zerstören. Noch so vorgeschlagen von Leuten von denen man eigentlich annehmen fast schon müsste, dass sie es besser wüssten, weil sie doch auch selbst kreativ-künstlerisch tätig sind!

Weshalb wird nicht zum Verbot anderer Ausdrucksformen aufgerufen – von Musik zum Beispiel!? „Killerspiele“ sind die Musik von Menschen wie mir, und zwar eine für Menschen wie mich in jeder Hinsicht legitime Musik. So wie für Sie, Herr Wecker, Ihre Musik wahrscheinlich auch. Doch fordern Gamer wie ich nicht, diese zu verbieten!

Und diese Zerstörung betrachte ich dabei als Gewalt – nicht das was Kreative in hoffentlich doch bester Absicht für Spiele geschaffen haben!!

Auch als Mensch mit Behinderung beobachte ich mit zunehmender Sorge, wie hier aus Deutschland und der Schweiz demnach Hass gegen Menschen wie mich geschürt wird – und zwar nicht weil ich eine Krankheit hätte welche eine soziale Unverträglichkeit bedeuten würde, sondern weil dies zu meiner Kultur konstruiert wird! Weil ich mich der Gewalt in der Welt nicht entziehe, sondern kritisch mich dieser spielerisch stelle und dabei halt nicht für etwas besseres halte, sowie mit moralischen Überlegenheitsdünkeln noch eine Uniformität zu etwas fantasiere wo man bloß das deutsche Fernsehen einschalten braucht um die ganzen Ressentiments gegen Gamer ebenfalls zu spüren, welche mit den zum Teil abstrusesten Verschwörungstheorien (siehe das Pamphlet aus einer gewissen Rheinmetropole) pauschal auf Gewaltverbrechen bezogen werden – was im übrigen auch Gegenstand meiner wissenschaftlichen Arbeit für die Universität Graz hier in Österreich ist, wenn ich wie hier gerade nicht damit beschäftigt bin als Aktivist für Bürgerrechte aufzutreten. Und so zumindest versuche etwas Toleranz für Menschen wie mich herzustellen, wenn schon nicht Akzeptanz oder gar Respekt – bei der hier vorgetragenen Geisteshaltung mit zunehmendem Pessimismus.

„Hello, fellow babies!“

24. Januar 2010

http://www.gametrailers.com/video/episode-i-pach-attack/61173

Unqualifiziert, die erste: das Recht ist ungerecht!

23. Januar 2010

Standard-Autor Pumhösel lässt Verständnis für venezolanische Videospielpolitik erkennen

22. Januar 2010

http://derstandard.at/1263705671226/Chavez-Playstation-ist-Gift „Entkleidet von der populistischen Zuspitzung und Instrumentalisierung könnte man aber über die Homogenität der Mainstream-Produkte und die manchmal provokative Inszenierung von Gewalt nachdenken.“

Der „Bürgerrechtler“ kommentierte erstmals: ‚Weshalb wird hier über die Verbote und Strafandrohungen geschwiegen? Über diese kulturelle Ausdrucksform so dahergeredet, Videospiele als „Gift“ bezeichnet, wird in Deutschland etwa (auch) jeden Tag. Ich finde diesen Artikel absolut verharmlosend. Dass hier offenbar noch Verständnis dafür geäußert wird, wenn auch nur ansatzweise, ist weiterhin bezeichnend für mich zu nennen. Ein homogenes Denken und Provokation ist so darüber hinaus wohl widersprüchlich und sich gegen Provokationen stellend Homogenität so eher Autor Pumhösel vorzuwerfen.
Das besondere und überaus schwerwiegende an der Situation in Venezuela sind die dort (bereits) erfolgten weitergehenden Maßnahmen gegen Videospiele(rInnen)
Was im Land konkret nach den vorgestellten Gesetzen diesbezüglich geschieht ist (im Ausland) leider kaum bekannt
Den Titel welchen er [http://de.wikipedia.org/wiki/Hugo_Ch%C3%A1vez] anscheinend auf sich bezogen gemeint hat war offenbar übrigens Mercenaries 2, vom kürzlich geschlossenen Studio Pandemic‘

Michael Pachter: „Mass Effect 2“ (2010) „Das Schweigen der Lämmer“ (1990/91) der Gegenwart!?

21. Januar 2010

Und wieder etwas einfach geniales meiner Meinung nach von Pachter, enorm witzig find ichs sowieso: http://www.gametrailers.com/episode/bonusround/401?ch=1&sd=1_hd

Im übrigen stimmte er in dieser Sendung auch bemerkenswerte Töne zum „Konsolen-Krieg“ an: in Zukunft wäre dabei nämlich Plattform-Agnostik angesagt, wenn Hersteller wie Epic es bei der doch (mit) anzunehmenden „Gears of War“-Trilogie seiner Ansicht nach heute schon bedauern würden für Microsoft allein zu entwickeln… Und wieder kann ich dem bloß zustimmen.

Kommentar bei Stigma Videospiele

21. Januar 2010

News

Das Problem was ich mit Schwarzer vor allem habe ist, dass sie kaum je Widerspruch im deutschsprachigen Raum erhalten hat. Für einen anderen Feminismus war da nie wirklich ein Platz – in über dreißig Jahren nicht.

Gerade das stimmt mich mit so nachdenklich: das was sie mitunter als „Sexismus“ begreift ist etwas was ich für gewöhnlich Objektivierung von Sexualität nenne. Das hat mit Gender-Mainstreaming oder einer Beseitigung der Relevanz des Faktors Geschlecht aus öffentlichen Räumen eigentlich gar nichts zu tun – dagegen bin ich auch überhaupt nicht, bloß betrifft diese Unterstellung von „Sexismus“ wie auch „Killerspiele“ den Ausdruck von Menschen: und zwar in dem Fall den sexuellen Ausdruck. Mehr noch, (sexueller) Ausdruck wird so – im übrigen ähnlich wie bei den „Killerspielen“, auch hier gibt es eine Parallele – selbst als Gewalt betrachtet, eine Hassrede (Catherine MacKinnon), für Schwarzer in der Nachhut von Andrea Dworkin ist da anscheinend sogar viel eine Form von Faschismus(!).

Ökonomistisch wird dann noch gern von ökonomischen Zwängen geredet, doch diese gibt es im Leben auf dieser Welt eigentlich immer: ob sich nun mittels Werkverträgen als (Jung-)AkademikerIn über Wasser gehalten wird, oder in der (auch schwer körperlichen) Lohnarbeit.

Außer auf Cuba, in China oder Nordkorea halt – dafür gibt es dort eben wieder anderes

Ich persönlich entstamme einer zutiefst proletarischen Familie: Angeheiratete einmal vorsichtig (weil auch unbekannt) ausgenommen bin ich dort meines Wissens nach der erste mit Universitätsabschluss. Im Unterschied zu meiner Erfahrung nach in Deutschland weit verbreiteten Meinung ist in Österreich nicht jeder gleich von Geburt an ein „Doktor“ oder „Hofrat“, unsere AkademikerInnenquote entspricht (leider) eher jener der Türkei. So habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass soziale (/vertikale) Durchlässigkeit leider viel mit eingebildeten Überheblichkeiten zu tun hat – und diese bedient eine Frau wie Alice leider auch sehr meiner Meinung nach. Wenn man das liest was sie schreibt oder schreiben lässt, und dem dann noch auch zustimmt: boah, da kann man sich schon doch gleich besser fühlen als andere denk ich… Leider eben

Ressentiments welche dabei auch dazu neigen andere einfach nicht gelten zu lassen

Während im angeblich so prüden Amerika an Colleges demnach schon vor Jahren Seminare zum Thema „Pornographie“ veranstaltet wurden, ist mir das noch tatsächlich von keiner deutschsprachigen Universität bekannt(!).

Eine der immerhin über viele Jahre schon starken Kulturindustrien, also die weltweite Erotikindustrie, wird so quasi per se zur Verbreitung von Hass (gegen Frauen) und damit zum Verbrechen stilisiert

Ich kenne darüber hinaus keine solche Industrie, welche sich selbst je ähnlich stark reguliert hätte – nur so nebenbei erwähnt, alles andere würde hier eindeutig zu weit führen…

Mit Sozialismus als Ideal hat das ganze dabei doch denkbar wenig zu tun: sicher gibt es auch darin formal bedenkliche Gleichmacherei, doch kann das zusammenleben als Gruppe doch auch positiv-friedlichen, offenen-freundlichen, kommunalen Charakter haben – während das was Schwarzer tut ich selbst jederzeit als Gewalt ansehen würde. Und Unterdrückung.

Um wieder auf meinen Haken, den (sexuellen) Ausdruck nämlich, zurückzukommen: die Idee, dass solche Darstellungen nichts als Verachtung provozieren würden ist ja wohl auch formal nur absurd zu nennen. Sicher gibt es dabei auch viel schreckliches, und tatsächlich auch Gewalt, beliebige Konsumierung, doch halt auch echte Bewunderung, ja sogar „Anbetung“ (worshipping) – und zwar eben nicht nur von oberflächlichen Körperbildern, sondern von mehr: zum Ausdruck gehört schließlich auch das Wesen und sein eines Menschen hinzu.

Es gibt da schon auch einen gewissen Mantel der über diese Traditionen einer Schwarzer bis hin in den „Killerspiel“-Bereich hinein gedeckt wird meiner Ansicht nach: so vernahm ich gestern Morgen von derselben Autorin im doch liberalen Wiener Standard, welche nach Winnenden gegen „Killerspiele“ gehetzt hat und sich auf Michael Haneke berufend „Weg mit dem Dreck“ forderte, eine ähnliche Anklage gegen männliche Gewalt allgemein, also ähnlich geschrieben. Da gewann „Gewalt“ als moralisches Unwertsurteil gleich eine ganz eindringliche Bedeutung für mich – auch wenn der Anlass dafür einen tatsächlich rassistischen Hintergrund hat und unserer österreichischen Justiz (ein weiteres Mal) keineswegs Rosen streut http://derStandard.at/1263705465938/Nicht-alle-Verhetzer-sind-gleich-boese

Mit Verlaub veröffentliche ich diesen Kommentar hier auch noch extra auf meinem Blog – eitel wie ich bin hat mir dieser nämlich so gut gefallen. Auch wenns dort kaum jemand lesen sollte 😀

Kurzum, jedeR VideospielerIn hätte von sich aus quasi das Recht eine eigene „Emma“ aufzumachen – geht es auch hier schließlich um eine Form von Anerkennung, oder wenn schon nicht Akzeptanz, dann in Hinblick auf Toleranz zumindest halt ein (weiteres) „leben und leben lassen“.

Hitler? Wer? Oder von „Bemantelungen“ als Satire

18. Januar 2010

Also wirklich. Da hat sichs jetzt aber ausgehitlert. Hitler als politische Figur im Zweiten Weltkrieg! Und das noch in einem Videospiel. Spielen mit Hitler. Dem nicht genug – „Experte“ für den Zweiten Weltkrieg soll dieser auch noch sein… Sachen gibts – so oder so ähnlich sollte sich die Empörung wohl umschreiben lassen, welche ein unkommentiert (sic!) gebliebener Leserbrief in der vorletzten Ausgabe der Zeitschrift Gamestar (11/2009 109) welche ich noch gekauft habe kundtut – wegen dem Normdrama um „Modern Warfare 2“ boykottiere ich IDG-Zeitschriften ja aktuell.

Ein gewisser Adrian Lauer schreibt da über den Zweiten Weltkrieg und der „Einordnung“ von dessen realem Geschehen. Es geht um „Hearts of Iron 3“, das absurd-ironischerweise in Deutschland noch zynisch damit beworben wurde, dass es in China wegen der Unabhängigkeit Tibets und anderem im Spiel dargestellten historischen Fakten zu verbieten ist, jedoch ohne zu erwähnen, dass es für eine Veröffentlichung in Deutschland wie üblich (auch) zensiert wird.

Bei Adolf Hitler zum Beispiel eben, der ja in deutschen Ausgaben von „Hearts of Iron“ traditionell „Alfons Hiller“ heißt…

Wie dem auch sei, auch da gibt es für Herrn Lauer möglicherweise noch zuviel Nähe zum historischen Österreicher AKA Schwarzes Loch (O-Ton Harry Mulisch und Elfriede Jelinek), schreibt er doch:

„… Ein Spiel, das die Dekade 1936-1946 umfasst und dem Spieler die Lenkung eines Staates überlässt, darunter Nazi-Deutschland, verdient zumindest auf einigen Seiten des Handbuchs eine fundierte Einordnung des Hintergrunds und der realen Geschehnisse dieser Zeit. Gerade auch für jüngere Spieler, die das Thema noch nicht intensiv in der Schule behandelt haben, ist das wichtig.

Umso ungläubiger saß ich vor meinem PC, als ich die heruntergeladene Demo startete und mir erklärt wurde, dass mir nun ein echter Experte die Grundzüge des Spiels erklären würde: Hitler! Geht’s noch? Natürlich werden die Entwickler darauf verweisen, dass es sich um eine satirische Auseinandersetzung mit dem Thema handele, was wohl an den flachen Witzen über Hitlers Bart und Malkünste erkennbar sein soll. Ich finde durchaus, dass Hitler als Person der Gegenstand on Witzen sein kann und sollte, wenn sich diese auf einem gewissen Niveau bewegen und nicht seine Opfer verunglimpfen. Ihn aber als Lehrer im Tutorial eines Strategiespiels zu benutzen und das dann mit einigen flapsigen Sprüchen als Satire zu bemänteln, ist einfach nur abgeschmackt und ekelhaft. Gerade auch wenn ich im gleichen Spiel für das NSDAP-regierte Deutschland die ganze Welt erobern kann.“ (sic!)

Ich rekapituliere: Hitler und der Zweite Weltkrieg als No-go, reale Geschehnisse ja, aber so ohne Hitler (!?); Witze über Hitler ja, aber hier wird das als „Mantel“ gebracht. Um was zu verhüllen? In welcher Welt wird da eigentlich gelebt? Diese Unterstellung gegen Kreative. Indirekt gar, dass so mit Hitler noch „gelehrt“ werden soll – also Hitler als Autoritätsperson quasi. Mit der NSDAP Die „ganze Welt“ erobern ja, aber wieder bitte ohne Hitler. Denn der ist ja nicht „eingeordnet“ worden, erst dann darf erobert werden!(?) Am besten wahrscheinlich womöglich auch ohne die Partei. Der eigentliche Sinn deutscher Zensurmaßnahmen? Oder wie ist das zu verstehen? Und wie auch immer sich das so vorgestellt wird… Diese ganzen „Einordnungen“: alles so schwierig. „Einordnungen“ zu verlangen und anderen alles mögliche übel vorzuwerfen. Nur nicht zugeben mit etwas da einfach nicht konfrontiert werden zu wollen: man wollte doch bloß einfach so die Welt erobern, unter Umständen halt auch mit Deutschland – „Spielspaß“ haben, an nichts erinnert werden, aber was soll ich sagen: jetzt muss wohl „eingeordnet“ werden…