Eine vergessene Indizierung?

Ich hoffe zwar, dass das jedenfalls von hier aus nicht einmal an die falschen Stellen vordringen wird, doch finde ich dies politisch doch zu relevant, um für immer darüber zu schweigen. Wie die Seite Zensur.org berichtet, wurden Ende letzten Mais nach Jahren zumindest die ersten beiden Fotobände Roy Stuarts aus dem Verlag Dominik Taschens indiziert. Während beim Taschen-Verlag selbst der erste Band davon auch nicht mehr aufscheint [4], wird der zweite dort und etwa beim deutschen Ableger des Internet-Handel Amazons weiterhin offen angeboten: Roy Stuart 02: 25 Jahre TASCHEN. Beim britischen Amazon zum Beispiel findet sich naturgemäß neben Roy Stuart: v. 2: 25 Jahre TASCHEN auch der erste, offenbar tatsächlich indizierte Band in Hardcover und Paperback.

Anders die deutsche Wikipedia über Stuart: 4 Zensur in Deutschland. Die unbegründeten, da ohne weitere Quellenangaben versehenen, Wikipedia-Infos sind dazu insofern fragwürdig, weil das deutsche Amazon den demnach einmal mit beschlagnahmt gewesenen, und heute möglicherweise so auch indizierten dritten Band ebenfalls führt (!) Roy Stuart Volume III

Ich kann auch nur persönlich bestätigen, dass Marketplace-HändlerInnen von Deutschland den zweiten Band bis vor kurzem jedenfalls noch weiterhin verschickt haben… Insgesamt zeigt sich auch hier wieder einmal, dass die Informationslagen zu Indizierungen eigentlich äußerst dürftig sind, werden Mitteilungen der BPJM Nicht direkt konsultiert.

Und kann dies tatsächlich Aufgabe von KonsumentInnen sein, sich so über etwas zu informieren? Ich denke nein.

Darüber hinaus: falls die Informationen von Zensur.org doch richtig gewesen sein sollten, es sich beim deutschen Angebot tatsächlich um die Originalveröffentlichung handeln sollte und der Verlag auch nichts erfolgreich gegen deren Indizierung unternommen hat, scheinen hier demnach im Vergleich zu indizierten Videospielen, anderen Erotikas oder Filmen weiterhin Unterschiede zu bestehen – gleicheres unter gleichem so vorhanden zu sein, auch wenn der Staat dem Vernehmen nach bereits eingegriffen hat. Leider. Vom sofortigen Vorwurf der „Pornographie“, einer „schweren Jugendgefährdung“ und damit einhergehenden automatischen Indizierung ist hier nämlich sowieso nie jemand betroffen gewesen…

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