Kommentar bei Stigma Videospiele

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Das Problem was ich mit Schwarzer vor allem habe ist, dass sie kaum je Widerspruch im deutschsprachigen Raum erhalten hat. Für einen anderen Feminismus war da nie wirklich ein Platz – in über dreißig Jahren nicht.

Gerade das stimmt mich mit so nachdenklich: das was sie mitunter als „Sexismus“ begreift ist etwas was ich für gewöhnlich Objektivierung von Sexualität nenne. Das hat mit Gender-Mainstreaming oder einer Beseitigung der Relevanz des Faktors Geschlecht aus öffentlichen Räumen eigentlich gar nichts zu tun – dagegen bin ich auch überhaupt nicht, bloß betrifft diese Unterstellung von „Sexismus“ wie auch „Killerspiele“ den Ausdruck von Menschen: und zwar in dem Fall den sexuellen Ausdruck. Mehr noch, (sexueller) Ausdruck wird so – im übrigen ähnlich wie bei den „Killerspielen“, auch hier gibt es eine Parallele – selbst als Gewalt betrachtet, eine Hassrede (Catherine MacKinnon), für Schwarzer in der Nachhut von Andrea Dworkin ist da anscheinend sogar viel eine Form von Faschismus(!).

Ökonomistisch wird dann noch gern von ökonomischen Zwängen geredet, doch diese gibt es im Leben auf dieser Welt eigentlich immer: ob sich nun mittels Werkverträgen als (Jung-)AkademikerIn über Wasser gehalten wird, oder in der (auch schwer körperlichen) Lohnarbeit.

Außer auf Cuba, in China oder Nordkorea halt – dafür gibt es dort eben wieder anderes

Ich persönlich entstamme einer zutiefst proletarischen Familie: Angeheiratete einmal vorsichtig (weil auch unbekannt) ausgenommen bin ich dort meines Wissens nach der erste mit Universitätsabschluss. Im Unterschied zu meiner Erfahrung nach in Deutschland weit verbreiteten Meinung ist in Österreich nicht jeder gleich von Geburt an ein „Doktor“ oder „Hofrat“, unsere AkademikerInnenquote entspricht (leider) eher jener der Türkei. So habe ich aber auch die Erfahrung gemacht, dass soziale (/vertikale) Durchlässigkeit leider viel mit eingebildeten Überheblichkeiten zu tun hat – und diese bedient eine Frau wie Alice leider auch sehr meiner Meinung nach. Wenn man das liest was sie schreibt oder schreiben lässt, und dem dann noch auch zustimmt: boah, da kann man sich schon doch gleich besser fühlen als andere denk ich… Leider eben

Ressentiments welche dabei auch dazu neigen andere einfach nicht gelten zu lassen

Während im angeblich so prüden Amerika an Colleges demnach schon vor Jahren Seminare zum Thema „Pornographie“ veranstaltet wurden, ist mir das noch tatsächlich von keiner deutschsprachigen Universität bekannt(!).

Eine der immerhin über viele Jahre schon starken Kulturindustrien, also die weltweite Erotikindustrie, wird so quasi per se zur Verbreitung von Hass (gegen Frauen) und damit zum Verbrechen stilisiert

Ich kenne darüber hinaus keine solche Industrie, welche sich selbst je ähnlich stark reguliert hätte – nur so nebenbei erwähnt, alles andere würde hier eindeutig zu weit führen…

Mit Sozialismus als Ideal hat das ganze dabei doch denkbar wenig zu tun: sicher gibt es auch darin formal bedenkliche Gleichmacherei, doch kann das zusammenleben als Gruppe doch auch positiv-friedlichen, offenen-freundlichen, kommunalen Charakter haben – während das was Schwarzer tut ich selbst jederzeit als Gewalt ansehen würde. Und Unterdrückung.

Um wieder auf meinen Haken, den (sexuellen) Ausdruck nämlich, zurückzukommen: die Idee, dass solche Darstellungen nichts als Verachtung provozieren würden ist ja wohl auch formal nur absurd zu nennen. Sicher gibt es dabei auch viel schreckliches, und tatsächlich auch Gewalt, beliebige Konsumierung, doch halt auch echte Bewunderung, ja sogar „Anbetung“ (worshipping) – und zwar eben nicht nur von oberflächlichen Körperbildern, sondern von mehr: zum Ausdruck gehört schließlich auch das Wesen und sein eines Menschen hinzu.

Es gibt da schon auch einen gewissen Mantel der über diese Traditionen einer Schwarzer bis hin in den „Killerspiel“-Bereich hinein gedeckt wird meiner Ansicht nach: so vernahm ich gestern Morgen von derselben Autorin im doch liberalen Wiener Standard, welche nach Winnenden gegen „Killerspiele“ gehetzt hat und sich auf Michael Haneke berufend „Weg mit dem Dreck“ forderte, eine ähnliche Anklage gegen männliche Gewalt allgemein, also ähnlich geschrieben. Da gewann „Gewalt“ als moralisches Unwertsurteil gleich eine ganz eindringliche Bedeutung für mich – auch wenn der Anlass dafür einen tatsächlich rassistischen Hintergrund hat und unserer österreichischen Justiz (ein weiteres Mal) keineswegs Rosen streut http://derStandard.at/1263705465938/Nicht-alle-Verhetzer-sind-gleich-boese

Mit Verlaub veröffentliche ich diesen Kommentar hier auch noch extra auf meinem Blog – eitel wie ich bin hat mir dieser nämlich so gut gefallen. Auch wenns dort kaum jemand lesen sollte😀

Kurzum, jedeR VideospielerIn hätte von sich aus quasi das Recht eine eigene „Emma“ aufzumachen – geht es auch hier schließlich um eine Form von Anerkennung, oder wenn schon nicht Akzeptanz, dann in Hinblick auf Toleranz zumindest halt ein (weiteres) „leben und leben lassen“.

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