Kommentar bei Christian Berg – ‚“Killerspiele“ sind die Musik von Menschen wie mir‘

http://www.bergs-welt.de/index2.htm

Als Reaktion auf die Diskussion hier: Christian Berg fordert “Killerspielverbot”

@Konstantin Wecker

Diese „Kriegsspiele“, sogenannten „Killerspiele“, stellen für Menschen wie mich eine veritable Auseinandersetzung mit Krieg dar – was im übrigen auch für sonstige „Gewaltspiele“ gilt.

Die Beschäftigung damit ist individuell, Titel welche ich für gewaltverherrlichend zum Beispiel halte spiele ich nicht: für sämtliche in Deutschland bereits verbotenen Titel, ja auch das gibt es im Zuge des aus meiner Sicht menschenrechtswidrigen Gewaltdarstellungsverbotes als im Strafrecht verankertes Vergehen zusätzlich zum einmaligen „Index“ schon, gilt dies aber gar nicht. Hier sehe ich bloß kulturelle Sauberkeitsvorstellungen am Werk, welche ich für kulturpolitisch äußerst problematisch halte – gerade in Hinblick auf diesbezüglich menschenverachtende Maßnahmen in der deutschen Geschichte.

Noch bedenklicher finde ich es allerdings, wenn wie hier noch unter einem Deckmantel von Menschlichkeit oder gar Antifaschismus selbst dazu aufgerufen wird, den Ausdruck anderer Menschen zu verbieten, vernichten – deren konsensual geschaffene Kultur zu zerstören. Noch so vorgeschlagen von Leuten von denen man eigentlich annehmen fast schon müsste, dass sie es besser wüssten, weil sie doch auch selbst kreativ-künstlerisch tätig sind!

Weshalb wird nicht zum Verbot anderer Ausdrucksformen aufgerufen – von Musik zum Beispiel!? „Killerspiele“ sind die Musik von Menschen wie mir, und zwar eine für Menschen wie mich in jeder Hinsicht legitime Musik. So wie für Sie, Herr Wecker, Ihre Musik wahrscheinlich auch. Doch fordern Gamer wie ich nicht, diese zu verbieten!

Und diese Zerstörung betrachte ich dabei als Gewalt – nicht das was Kreative in hoffentlich doch bester Absicht für Spiele geschaffen haben!!

Auch als Mensch mit Behinderung beobachte ich mit zunehmender Sorge, wie hier aus Deutschland und der Schweiz demnach Hass gegen Menschen wie mich geschürt wird – und zwar nicht weil ich eine Krankheit hätte welche eine soziale Unverträglichkeit bedeuten würde, sondern weil dies zu meiner Kultur konstruiert wird! Weil ich mich der Gewalt in der Welt nicht entziehe, sondern kritisch mich dieser spielerisch stelle und dabei halt nicht für etwas besseres halte, sowie mit moralischen Überlegenheitsdünkeln noch eine Uniformität zu etwas fantasiere wo man bloß das deutsche Fernsehen einschalten braucht um die ganzen Ressentiments gegen Gamer ebenfalls zu spüren, welche mit den zum Teil abstrusesten Verschwörungstheorien (siehe das Pamphlet aus einer gewissen Rheinmetropole) pauschal auf Gewaltverbrechen bezogen werden – was im übrigen auch Gegenstand meiner wissenschaftlichen Arbeit für die Universität Graz hier in Österreich ist, wenn ich wie hier gerade nicht damit beschäftigt bin als Aktivist für Bürgerrechte aufzutreten. Und so zumindest versuche etwas Toleranz für Menschen wie mich herzustellen, wenn schon nicht Akzeptanz oder gar Respekt – bei der hier vorgetragenen Geisteshaltung mit zunehmendem Pessimismus.

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Eine Antwort to “Kommentar bei Christian Berg – ‚“Killerspiele“ sind die Musik von Menschen wie mir‘”

  1. Berg fühlt sich bedroht – ich auch « Jürgen Mayer Says:

    […] Jürgen Mayer Menschlichkeit +Liebe « Kommentar bei Christian Berg – ‘”Killerspiele” sind die Musik von Menschen w… […]

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