Einen hab ich noch…

Habe mich vorhin zu einer Replique beim „Feuerbringer“ hier hinreißen lassen: „Wenn es nach einer Dichotomie zwischen Vernunft und Gefühl hier ginge, könnte der Blog gleich dicht machen: Beschimpfungen anderer (Schwachsinn, Idiotie) sind für gewöhnlich nämlich doch nur Ausdruck (negativer) Gefühle, und kaum von “Vernunft”. “Vernunft” sollte daran doch hindern, und staubtrocken wäre es demnach in dieser “Oase” – das vorgestellte Wasser nichts als Einbildung, also so “gegenstandslos”, lol.
Ich wollte im übrigen weder zum Ausdruck bringen, dass die Postmoderne etwas gegen die Vernunft hätte – sie betet sie halt bloß nicht an wie scheinbar hier der Fall -, sondern halt vor allem die Werlhof mit ihren faschistoiden Ideen.
Noch dass “Genderforschung” auch nur igendetwas gegen “Vernunft” hätte: die muss auch gar nicht postmodern wie ich sein, sondern kann auch durchaus in modern-starren Denkmustern verhaftet geblieben. Hauptsache ein Emanzipationsprojekt wird dabei verfolgt. Gender bedeutet übrigens mehr oder weniger “Geschlecht”, während sich ein Feminismus auf das weibliche besinnt. Also einen “Gender-Feminismus” gibts da schonmal überhaupt nicht😀 Im übrigen kenne ich derlei Gedankengut bloß von den hiesigen Rechtsradikalen in der FPÖ, welche mit Vorliebe noch von “Gender-Wahnsinn” dabei reden, aber vielleicht gehört ihr da ja auch dazu…
Welcher Zausich auf diesem lächerlich-aggressiven Tummelpatz, auf dem Feminismus über Sexismen selbst anscheinend nicht hinaus gedacht wird, sich auch immer als “Autor” verantwortlich zeichnet und so den hiesigen Papst stellt😀 Ich hoffe, eine (oder am besten gleich mehrere) ansprechende Lucrezia Borgia(s), ist (sind) ihm immerhin zur Seite gestellt, gar so armselig will ich mir das hier dann nämlich doch nicht denken…‘

Leute gibts…

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3 Antworten to “Einen hab ich noch…”

  1. flickflackkack Says:

    Tut mir leid da widersprechen zu müssen (zumindest in Teilen!): „gender“ in der „gender-forschung“ bedeutet eben nicht Geschlecht, sondern Geschlechterrolle. Das ist ein Riesenunterschied, weil man ja nicht biologische Unterschiede abarbeiten will. Denn dass Menschen zumindest biologisch entweder Männlein oder Weiblein sind, dass kann nicht mal ein Postmodernist anzweifeln!
    Obwohl deine Kritik Stellenweise Recht haben mag, ist dein Verständnis von Gender-Forschung leider nicht über irgendwelche Allgemeinplätze hinaus vorhanden. Genau dies wäre allerdings notwendig um an den diesbezüglichen Äußerungen auch Kritik üben zu können!

    • pyri Says:

      Ich unterscheide schon zwischen biologischen (dem sexus, welche ich aber auch für demokratisch wichtig veränderbar ansehe) und sozialen Geschlechtern und denke nicht, dass es ein einfaches passendes deutsches Wort für „gender“ überhaupt gibt, dass jemandem welcher die bloße Existenz von Geschlechterrollen (in der heutigen Zeit) anscheinend schon in Frage stellt auch näher gebracht werden kann: meine so verkürzte Rede davon hatte den Hintergrund, dass ich auf die Rede von „Gender-Feminismus“ in dem „Feuerbringer“-Blog damit reagieren wollte. Deshalb schrieb ich von „Gender“ einfach als „Geschlecht“ – bewusst und ausdrücklich mit dem Zusatz „mehr oder weniger“. In dem Sinne, dass es wohl keine „Geschlecht-Geschlechtlichkeit“ geben könne. Wenn das was über Rollenbilder dort schon vorher geschrieben wurde gelesen wurde sollte es meiner Einschätzung nach eigentlich klar gewesen sein, weshalb ich das offenbar so verfälscht habe – auch wenn mir das jetzt nicht (mehr) geglaubt wird🙂 Wie dem auch sei wollte ich damit niemanden, keiner Forschung, zu nahe treten, so Unsinn kund tun und in Zukunft das auch nicht mehr so verkürzen
      Muss ich mir eben ein anderes Wort fürs soziale Geschlecht suchen😀

  2. flickflackkack Says:

    Keine Angst, ich glaube dir (auch im Nachhinein), und nehme meine Vorschnelle und etwas forsche Kritik gerne zurück,
    ABER: möchte an gleicher Stelle auch eine Lanze brechen für den Feuerbringer-Blog:
    auch wenn die Wortwahl denjenigen die nicht der Meinung des Bloggers sein mögen von Zeit zu Zeit aufstoßen mag (womit ich schon mal kein Problem hab, erstens kann ich ihm in vielem zustimmen, und zweitens kann ich ansonsten über soetwas wie Ausdrucksweise durchaus hinwegsehen), so hat er insofern Recht, dass ein großteil der gender studies aus einer politisch motivierten Ideologie entsprang. Diese war (und ist) sicherlich auch wichtig als Gegengewicht zum anderen Extrem, aber dementsprechend allzuhäufig einseitig fixiert, womit zumindest die politische Implikationen (wie auch das angesprochene gender mainstreaming) schon wieder genau die gleichen Fehler begeht, welche die ursprüngliche Frauenbewegung bemängelte, nur eben in grün.

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