Von Adenauer über ein nie/nicht mehr vorhandenes 68 in die deutsche Gegenwart – Kommentar bei Stigma Videospiele

Stigma Videospiele

@Rey Alp
Aber ich hab doch schon soviel geschrieben😉 Also gut: Hoffmann – „Ich glaube es wird immer nach einfachen Antworten gesucht.“ Denke, da sind wir uns einig, dass Videospiele als Ursache für Amokläufe zu sehen eine einfache Antwort darstellt.
„Die Videospiel-Diskussion ist insofern wichtig, dass sie allgemein Hemmungen abbaut, offenbar.“ Das wird wohl ein Versprecher gewesen sein und ist mein Punkt – dass in einem „Perfect Storm“ http://evildaystar.de/2009/09/volkswagenstiftung-pumpt-315000-euro-in-den-perfect-storm-gegen-killerspiele/ unterschiedlichste Interessen zusammen kommen und Hemmungen abgebaut werden den eigentlichen politischen Gegner für seine Zwecke zu missbrauchen, ich füge da noch gern hinzu „kulturelle Fremdenfeindlichkeit zu fördern“ – dahingehend was anderen Leuten an Videospielen eben gefällt abzulehnen, denn wenn ich die „Debatte“ abgesehen von FAKTEN Die mich persönlich und wissenschaftlich NICHT Interessieren, analytisch herunterbreche, dann kommen da ganz erstaunliche Dinge für mich zu Tage – geht es um die jeweiligen politischen Interessen, welche mit Habermas gesprochen eben auch „erkenntnisleitend“ sind, deshalb mein bewusster Verzicht auf FAKTEN: vor allem in Hinblick auf diese „völkerrechtswidrigen Kriege“ für welche eine Jugend militarisiert werden würde. Und GENAU Da kommt Grossman ins Spiel: ich weiß über den auch nicht viel außer was in seinen Büchern steht, seinen Hintergrund bei den Streitkräften, vor der Polizei, etc. Aber ich weiß womit er argumentiert: nämlich mit nicht viel anderem als worüber in Deutschland so gesprochen wird, und deshalb passt das auch anscheinend. DOCH: DAS Womit Grossman argumentiert sind die 50er-Jahre des letzten Jahrhunderts und hätte in der deutschen Diskussion nichts verloren, außer es ginge von Berg und Co. Angefangen tatsächlich um ein neues Aufleben der Adenauer-Ära. Das womit Grossman argumentiert sind Vorträge welche schon gegen Elvis Presley gemacht wurden, noch bevor der in Deutschland beim Militär war: doch genau das wird hier nicht verstanden – gesehen. Weil man über die Spiele eben so denkt: „Also die werden immer realistischer, das ist furchtbares Zeug, also ich steh’ nicht dafür ein.“ Nur WOFÜR Man da MIT So einsteht, das wird nicht erkannt. Dass man da eigentlich in den Schundkampf Ende des 19. Jahrhunderts zurückfällt. Man meint man ist gegen Gewalt und fordert doch nichts anderes: Verbote. Ob direkt oder indirekt, was da genau gesagt wird interessiert mich ÜBERHAUPT Nicht. Der Grundtenor, die verbreiteten negativen Gefühle: die sind für mich das interessante.
Wann fordert man für gewöhnlich Verbote? Bedauert, dass man etwas nicht verbieten kann? Diese Fragen interessieren mich zum Beispiel auch. Also: bei Kinderpornographie werden meistens Kinder vergewaltigt, außer ein ZDF-Kameramann wie Herr Stickelbrucks war daran beteiligt. Also ist meistens ein Verbot eindeutig mit einem begangenen Verbrechen begründet: zurecht eben. Im Strassenverkehr gibt es in Deutschland im Unterschied zu Österreich ja auch Gebotsgeschwindigkeiten, ok, aber falsch parken ist auch verboten. Weil wo kommt man hin wenn jemand überall parken würde? Auch ganz klar. Anarchie ist nicht. DOCH: bei Gewaltdarstellungen – was wird da in Deutschland einmalig so per Gerichtsbeschluss mitunter ausschließlich noch verboten? Das was anderen vielleicht doch große Freude bereitet hat in der Herstellung, konsensual geschehen ist – unter Einhaltung von Schutzaltern etc. – eine Fiktion war. Mir fällt kein einziger Fall ein wo reale Gewaltdarstellung verboten worden wäre, für das Wrestling zuletzt bei der BPJM auf Liste B Gesetzt hatte ich da ebenso noch irgendwo Verständnis, auch wenn ich die Entscheidung schon für ziemlich intolerant empfand, wie ich sie für (andere) reale Gewalt tatsächlich beschlagnahmt eben auch hätte. Ich würde nicht hier sein, würde es sich hier um reale Gewalt handeln. Zweifellos nicht.
Und da beginnen vielfach die Schwierigkeiten aus meiner Sicht: zum Teil eine gewisse Hilflosigkeit. So schreibt Bastian Birke bei Telepolis von einer Gruppe für „Zucht und Ordnung“ beim VPM. Ok, die haben um Blocher-Leute in der Schweiz mal gebuhlt, doch sind die Denkmuster in Deutschland bei anderen – siehe „Kölner Aufruf“ – auch keine anderen. Gehört eine Susanne Fröhlich in diese Fraktion, auch wenn sie im Fernsehen sich etwa mal dahingehend geäußert hat, dass „Kettensägen“ doch irgendwie nicht sein „müssten“ in Spielen: nein! Die würde sich wohl hüten damit in Verbindung gebracht zu werden, die Frau Fröhlich ist ja keine Eva Herman, und dahingehend tut mir die Spielepresse mit ihrer Hilflosigkeit auch fast schon leid. Bei Gewaltdarstellung als solch rotem Tuch in Deutschland.

Aber wenn man immer nur nach den Fakten sucht, danach welche Spiele das Militär womöglich wann eingesetzt hat, versuchsweise oder auch regulär, wird man das alles weiterhin bloß für „irrelevant“ halten fürchte ich: leider. Mich weiterhin nicht verstehen. Für mich ist es keine Frage, dass Videospiele Mörder machen können. Selbstverständlich können sie das. Warum auch nicht? Aber das kann auch ein schlechter Cafe am Morgen, das auf T-Shirts vielfach als daneben noch empfundene „Brot“, wenn es womöglich nicht geschmeckt hat, usw. Und selbstverständlich können Videospiele tendenziell schlechte Vorbilder abgeben – wenn sie entsprechend konsumiert werden: wenn wirklich gedacht wird: „oh ist das cool, da geh ich gleich raus und stell das nach“ – doch ist das auch beabsichtigt? Was unterstellt man mit einer Bejahung dieser Frage alles Kreativen? Wie schränkt man deren Gedanken somit ein?

Letztlich sind es Mentalitätsprobleme. Ich sehe im deutschen Nachbarn Frankreich keineswegs diese Gedankenwelten gegen Gewaltdarstellungen außerhalb der Konservativen. Ist mir jedenfalls nicht bekannt – dort ist ein Genre-Film diesbezügich auch nicht in den Untergrund gedrängt, wird von durchaus respektablen Regisseuren verfolgt, etc. In Deutschland hat ein Schlingensief mit seinen inszenatorisch diesbezüglich eh verhaltenen poltiischen Splatterfilmen diesbezüglich längst aufgehört zu arbeiten, die Spieleindustie in Deutschland ist für Shooter (wieder österreichisch) „eh“ nicht bekannt, der nationale Verband G.A.M.E. Hat es „eh“ schon in den Kulturrat geschafft, usw. Die gewalttätigen „Bandenbildungen“ in einem „Killerspiel“ wie „Drakensang“ werden „eh“ nicht erkannt, usf.

Ja und so weiß man vermutlich auch nicht weiter was ich sagen will, ausdrücken, mit meinem Geschwätz…
Könnte jetzt (wieder) auf dunkelste Kapitel aus der Geschichte verweisen, nicht nur zum deutschsprachigen Raum sondern etwa auch zu Australien, über die da bei vermeintlich unverdächtigem überhaupt nichts gern gehört wird, für „ungeheuerlich verharmlosend“ im Vergleich gehalten, doch ich versuchs mal anders: ich mein, sich für etwas besseres gehalten wird mit den eigenen Vorstellungen (kulturellen Sauberkeitsdenken) in anderen Ländern als jenen wo massiv gegen Gewaltdarstellungen vorgegangen wird auch, und auch dort mag es das eine oder andere Übermenschen-Gehabe in Eliten geben, doch in Gesetze geformt: in Gesetze geformt wird das dort schließlich halt schon weniger…

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