„Der Abartige sprach“ schon wieder…

http://derStandard.at/1269448355133/Killerspiele-machen-keine-Amoklaeufer#forumstart

In Deutschland wurde niemals ein eigenes Verbot von „Killerspielen“ durchgesetzt. Das dortige Gewaltdarstellungsverbot seit den 1970ern wird bloß auch auf Videospiele angewandt! Ein ähnliches Verbot gibt es auch seit Jahrzehnten in der Schweiz, doch wurde dies dort für die „Killerspiele“ als nicht ausreichend deklariert. Welche Spiele genau so oder so darunter fallen ist völlig unbekannt: während Allemann selbst zuletzt noch beschwichtigte, dass es nicht mehr sein werden als das gute Dutzend das deutsche Gerichte bis jetzt verboten haben, wird dies für ihren Mitstreiter Näf in der Schweiz wohl viel zu wenig sein – dafür spricht schon allein die Tatsache, dass Näf ursprünglich gegen eine John-Woo-Versoftung gerichtlich vorgegangen ist, welche in Deutschland keineswegs verboten ist, von der dortigen „Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien“ noch nicht einmal für strafrechtlich relevant erklärt wurde. Und wieder „Jugendschutz“!? Hier geht es um Strafrecht gegen gedachte Obszönitäten

Ich finde dieses Interview äußerst unglücklich – fast scheint einfach kein Blick auf das Thema so möglich zu sein, welcher es nicht mit Kindern und Jugendlichen in Verbindung bringt OBWOHL Die Industrie der Spiele mittlerweile doch eindeutig von einem Durchschnittsalter jenseits dieser Bevölkerungsgruppen ausgeht.
Schutzalter sind wichtig, doch solange noch bei einem etwaigen Import/Export darauf Bezug genommen wird, wird sich da nichts ändern in der Wahrnehmung. Und es scheint ja auch wirklich überhaupt keine Kompetenz diesbezüglich vorhanden: in meiner Auseinandersetzung mit den Texten Wagners anlässlich seines „Gewaltpornographie“-Vorwurfs gegen Modern Warfare 2 Hatte ich noch einen längeren Text geschrieben gehabt, auf dessen Veröffentlichung ich jedoch verzichtete. Schon allein die Verteidigung, in einer Gegend der Welt wo Medien angeblich „die Kultur“ schaffen sollten diesen Vorwurf wie getätigt zu erheben, während in einem anderen Teil der Welt (im besonderen angedacht den USA), wo Medien eher ein „Spiegel der Kultur“ seien man da doch etwas ganz anders geschrieben hätte, und ansonsten über meine Kritik daran womöglich nur lachen könnte, entbehrt für mich jeder weiteren Diskussionsgrundlage.
Noch die kleinbürgerliche Idee vorzubringen, doch irgendwie sakrosankt zu sein, weil man ja weit gereist wäre und viel von der Welt gesehen hätte…

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