Buchkritik: „McSex“ (2010)

Ein Buch wie dieses ist (auch) Gewalt 4/10 Fur-Burgern **

Zu gute halten ist dem Band wohl oder übel, dass hierin nicht wirklich aktiv-aggressiv gegen den Ausdruck anderer vorgegangen wird, sondern eher passiv bis subtil(er). Die latente Xenopobie gegenüber dem anderen sexuellen Wesen und sein auf der Welt ist aber auch so beim Überflug das zentralste Merkmal von „McSex“.
Sich oberflächlich moderat gebend fällt dieses Buch bei aller vorgegebenen Mäßigung in der Frage von „Pornografie“ doch in dieselben bekannten Schienen darüber wie über das Leben, den Geschmack und das Empfinden anderer Menschen bestimmt werden soll, was konsensual zu wollen wäre und was nicht – vorgetragen über einen „kritischen“ Ökonomismus welcher in Zusammenhang mit aus bürgerlichen Antrieben heraus schon immer scheinbar vorhandenen kulturellen Sauberkeitsvorstellungen gerade in Deutschland wohl begeistert aufgenommen (werden) wird.
Die Gewalt von Normen, welche schon über den Titel laufen: die (unerwünschte) „Pornografie“ sei wie McDonalds, unerwünschtes Essen
Konsum der „kritisiert“ wird. Im Sinne dessen wie gelebt und geliebt werden SOLL? Ja wie denn? Ich weiß es nicht.
Sehe gerade als Mensch mit Behinderung dabei immer nur eines: wie der Ausdruck anderer Menschen unterdrückt wird, verabscheuungswürdig und verachtenswert.
Die Ikonografie am Cover und in Interviews mit der Autorin entspricht darüber hinaus aus meiner Sicht voll und ganz einer gelebten Telenovela.
Dem Wesen der „Gesundheit“. Und Normalität
Ich persönlich kann Humiliation genauso wenig leiden wie BBW. Ich glaube aber auch an eine Vielgeschlechtlichkeit: die Normen sind dazu jedoch auch hier eindeutig vorgegeben. Was der Autorin nicht gefällt hat nicht zu gefallen. Niemanden, da muss/braucht alsbald was „nichts“ für irgendjemanden was sein, was zu bedeuten haben – wird in geradezu unfassbar-ungeheuerlicher Manier als „krank“ oder „gefährlich“, wenn schon nicht gesellschaftsschädigend imaginiert beziehungsweise konstruiert. Verschiedenes. Was andere Menschen denken, denen halt gefällt. In Einvernehmen und ohne direkte Konsequenzen. Vieles mit „Gewalt“ – so verspielt und Regeln unterworfen auch immer da was sein mag. Nur weil die Autorin da was – wie Regeln – nicht erkennen kann? Was soll das? Was ist mit pornografischen Darstellungen abseits der schon notwendig gedachten Normen von Männern und Frauen in der Darstellung? Was da gedacht wird: gar nicht auszumalen, wenn etwa gar keine Frauen im Bild zu sehen sind, oder das Interesse weniger ihnen als gesellschaftlich imaginierter Gruppe gilt, sondern mehr bestimmten körperlichen Eigenschaften wie etwa Leibesfülle (BBW) oder Kleinwuchs.
Der oder die andere zählt da nicht, das Fremde wird bekämpft
Grauenhaft
Und dann sei alles noch „Jugendschutz“

Schlagwörter: , ,

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: