Kommentar bei Frankfurter Rundschau

„Die Aussagen Beiers sind für mich an Menschenverachtung kaum mehr zu überbieten

Das was hier an Normdenken und Gewalt dagegen (indirekt) gefordert wird ist an Widerwärtigkeit kaum mehr zu überbieten, sowie grenzenlos verabscheeungswürdig.
Abgesehen davon wie in Deutschland selbst der sexuelle Ausdruck von Menschen bereits jetzt eingeschränkt bis schlicht unmöglich gemacht wird: Schutzalter sind selbstverständlich und wichtig, ebenso wie Gesetze gegen Tier- und Gewaltpornografie nachvollziehbar – wie hier aber indirekt gefordert wird gegen die Fantasie von erwachsenen Menschen vorzugehen, wie Konsensualität offensichtlich an Normen gebunden werden soll, wobei da noch von „Selbstbestimmung“ gesprochen wird, unfassbar.“

Exklusiv für hier: dieses Interview hat mich vorhin zuerst wütend, dann nachdenklich und letzten Endes ziemlich traurig gemacht. In versteckten sprachlichen Bildern werden da aus meiner Sicht weitreichende Einschränkungen persönlicher Freiheit, ja Denken, Erwachsener gefordert, so wie es deutsche Gesetze bereits tun und noch mehr, das heisst eben für den Rest der Welt.
Ein Kommentar verklausuliert es auch weniger:

„Liebe(r) …,
und genau da liegt der Hase im Pfeffer: normal ist an Pornographie gar nix und das ist auch die Crux. Unsere Kinder lernen nicht mehr, was eigentlich normal ist und sie können für sich selber gar kein Gefühl mehr entwickeln. Jeder Hempel hängt sich `ne Webcam übers Bett und verrenkt sich nach Herzenslust vor Millionen von Zuschauern: schauen Sie mal wie viele Klicks ein Pornovideo pro Tag bekommt. Als Erwachsene die mit Werten und Grenzen aufgewachsen ist und bei der sich noch ein natürliches Ekelgefühl regt überkommt mich Übelkeit und ich ziehe den Stecker. Unsere Kinder aber halten das für „normal“ und man beraubt sie und überreizt sie sexuell: Dr.Beier wird wissen wovor er da warnt und ich weiß es auch. Wir machen die Schlafzimmertüre zu, ganz bewusst!“

Was da an negativen Gefühlen und schlichtem Hass gegen den Ausdruck, das Wesen und Sein anderer Menschen, deren Leben, artikuliert wird, macht mich sprachlos und unendlich betrübt. Gerade mich als Mensch mit Behinderung.

Am bedrückendsten finde ich, dass das noch als „Selbstbestimmung“ dargestellt wird!

„… Aber Fakt ist, dass die Fantasiewelt von Erwachsenen ungefiltert auf die Kinder und Jugendlichen trifft. … Aus meiner Sicht ist das Ganze ein großes Experiment an unserer Jugend – ein unethischer Menschenversuch.

Aber es gibt doch bereits Initiativen, entsprechende Websites zu sperren oder Inhalte zu löschen.

Das ist sinnvoll und löblich. Es betrifft allerdings zunächst die sogenannte Kinderpornografie, letztlich ein verharmlosender Begriff zur Bezeichnung von Missbrauchsabbildungen.“

Abgesehen davon, von Verschwörungstheorien, und dass ich persönlich eher einen Missbrauchsbegriff für fragwürdig bis abzulehnen halte, weil es für mich auch keinen „Gebrauch“ von Menschen geben kann, wird das Menschenbild dieses Mediziners auch noch deutlicher: ging es anfangs um „masochistische“, „sadistische“ und „fetischistische“ Darstellungen auf zum Beispiel „Youporn“ wird am Ende dem dazugehörigen „Diskurs“ in dem Land entsprechend bei Pädophilen geendet: quasi vom Fußfetischisten zum Vergewaltiger von Kindern gegangen, und alles über einen normabweichenden Kamm geschoren.
Auftritt des ominösen „wir“:

„Was können wir dagegen tun?

Wir brauchen eine ethische Diskussion in der Öffentlichkeit. Das Ausmaß dieser Problematik ist den meisten Menschen nicht klar. Darüber hinaus müssen wir offensiv an das Thema herangehen – in allen Bereichen der Gesellschaft, insbesondere auch in der Erziehung und Pädagogik.

Wie denn?

Eltern und Lehrer müssten bereit sein, sich mit der Thematik zu befassen. Sie sollten sich diese Seiten selbst ansehen, um zu wissen, worum es geht. Und dann gilt es, ins Gespräch zu kommen mit den Jugendlichen, um korrigierend eingreifen zu können.

Und wie lässt sich gegensteuern?

Es geht darum, ein klares Konzept von Sexualität zu vermitteln, das einen achtsamen und gleichberechtigten Umgang der Geschlechter beinhaltet – eben sexuelle Selbstbestimmung. Dazu steht nicht im Widerspruch, auch das Lustvolle der Sexualität zu thematisieren. Letztendlich brauchen Kinder und Jugendliche eine Beurteilungsgrundlage, um Fehldarstellungen zu erkennen.

Was kann ein junger Mann tun, der merkt, dass er pädophil ist?

Im Prinzip geht es darum, die Neigung zu akzeptieren, die sich sowieso in der Fantasie immer wieder zeigen wird, aber sich so weit in den Griff zu bekommen, dass aus den Fantasien keine Taten werden.“

Eltern sollen sich gemeinsam mit ihren Kindern Darstellungen welche nicht für sie bestimmt sind ansehen?? Jugendgefährdende Inhalte? Welche die ich mir selbst nicht ansehen möchte? Niemals freiwillig? Weil sie mich womöglich anekeln, sollen sie das auch alle anderen tun? Ungeachtet jeglichen Einvernehmens? Warum? Doch bloß um diese zu diskretieren, diffamieren und denunzieren. Mit den Kindern als Zeugen? Das ist dermaßen perfid, dass mir eigentlich die Worte dafür fehlen sollten… Weil sie anderen gefallen – was nicht sein darf, nicht entsprechenden Vorstellungen von „Gesundheit“ und kultureller Sauberkeit entspricht. Damit man sie leichter verbieten kann. Weil alles was nicht in den Kram passt, auch keine Existenzberechtigung hätte. Die vermeintlichen „Auswirkungen“ vor denen gewarnt wird, vor denen die Jugendlichen mit der Anführung gebotsähnlicher „Studien“ „bewahrt“ werden sollen. „Studien“ die nicht das geringste über die Bedeutung derlei Inhalte aussagen KÖNNEN! Nein, mehr noch, geradezu nicht aussagen sollen und diese Inhalte sogar von ihren Bedeutungen trennen, loslösen, sie bedeutungslos machen. Damit der Staat seine Gewalt wirken kann. Die Gewalt gegen die vermeintlichen „Auswirkungen“ anderen Denkens und Lebens. Von unerwünschten Lebensweisen und Lebensformen. Faschismus gegen den konsensualen Geschmack und das Empfinden Andersdenkender in Reinkultur! Und wieder über Medizin, die „Charité“ in Berlin.
Vorgeschoben über den Kampf gegen Pornographie mit Kindern. Wo bleiben deren Opfer bei diesem „Spiel“? Bei der Gewalt des Staates gegen andere, dritte?
Das ist nicht sexuelle Selbstbestimmung. Im Gegenteil! Eine Verhöhung sexueller Selbstbestimmung ist das. Gewaltsames anpassen an eine Norm. Und noch einmal – wovon wird da plötzlich (erneut) gesprochen. Auf einmal wieder: „Pädophilie“. Auf dem angeführten „Youporn“ gibt es keine Darstellungen von Kindern, und auch keine mir bekannten gewaltsame Übergriffe auf Tiere. Ebenso keine Vergewaltigungen von Menschen über welche ich je gehört hätte – wohl aber vieles das eben genauso interpretiert wird. Weil es nicht verstanden wird! Weil es nicht verstanden werden soll, weil andere Menschen nicht so leben dürfen wie sie sind, ihr Konsens zu Handlungen und Lebensweisen beständig in Frage gestellt, von konkreten Verbotsforderungen bis „Kritik“ an vermeintlicher „Gewalt“ die eigentlich selbst Gewalt ist – immer noch in Deutschland. Wie eben ein solches belangloses Erotik-Portal, das in seiner Form jetzt schon nicht sein darf innerhalb Deutschlands und auf dem jenseits moralischer Empörung eigentlich fast nur eines zu sehen ist: Werbung für anderes, meist noch unerwünscht. Also… Welche Taten!!? Anders zu sein als andere, eine „Tat“??? Anders zu sein… Alles wie ein Pädophiler, jemand mit einem Fetisch für etwa Latex so gewalttätig gegenüber Kindern wird? Wie verharmlost das bloß diese Straftaten an Kindern? Solche Verbrechen?

Ein ethischer Diskurs wäre tatsächlich dringend von Nöten, auch aus meiner Sicht, aber darüber wie dermaßen Demokratie bedrohende Menschenfeindlichkeit an einer deutschen Universität der Gegenwart sein kann!

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