Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben

Ich habe gedanklich viel erreicht – viel aus meiner Sicht schon zu Ende gedacht, und bin mir über vieles auch bereits im klaren geworden. Das wünsche ich auch anderen Menschen. Viel zu denken und damit glücklich zu werden

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4 Antworten to “Ich bin sehr zufrieden mit meinem Leben”

  1. buzzti Says:

    Freut mich für Dich! =)

    Ich persönlich bin kein Mensch der ein bestimmtes Thema „zu Ende denken“ kann, zumindest noch nicht. Ich neige dazu bei jedem neuen Informations-Input mein Bild nochmal komplett zu ändern und alles in Frage zu stellen. Trotzdem bin ich auch froh über meine Sicht der Dinge, meine etwas unkonventionelle Art zu denken. Doch manchmal vermisse ich meine Weltsicht, die ich als Kind und junger Teenager hatte – mein Weltbild war damals irgendwie… vollständiger. Doch im Laufe der Zeit lernt man Ansichten und Meinungen andere Leute kennen, welche sich doch stark von meinen unterschieden haben. Das führte und führt noch heute oft zu Unsicherheiten und leider oft zu pessimistischen Gedanken (zB Spieledebatte, Klimadebatte, Sozialdebatte), aber ich versuche trotzdem weiter zu machen und einen „inneren Konsens“ zu finden.

    Wie merkt man, wenn man etwas zu Ende gedacht hat? Warum das Europa-Tag?

    Gruß buzzti

  2. pyri Says:

    Dass einem von sich aus nichts neues mehr einfällt – bis eben wieder ein Input von außen kommt. Solchen Inputs will ich mich ja auch nicht verschliessen, das wichtigste im Leben ist doch zu lernen und sich selbst zu verbessern glaube ich.
    Kann es sein, dass in der Kindheit die Welt sich halt noch viel einfacher zeigt als sie tatsächlich ist? Das kann ich bestätigen.
    Als Kind dachte ich auch so wie Du offenbar als Kind, da geht es glaub ich vielen so, und ja, wenn ich zum Beispiel bloß daran denke wieviel Öl da in den amerikanischen Golf jetzt schon geflossen ist kann einem das wohl nicht positiv stimmen
    Das Europa-Tag nehme ich immer dann, wenn mir kein anderes eingefallen ist oder passend erschien. Am Ende glaube ich, gerade wenn es ums „denken“ geht, dass ich da doch viel am europäischen Gedanken hänge

    Gruß, Pyri 🙂

  3. buzzti Says:

    Was hälst du dann davon, dass der Spiegel fast zwei Tage den Text von Leon de Winter (Zurück zur EWG) als Top-Thema ganz oben anpinnt? Dort fordert der Schriftsteller De Winter die Abschaffung des Euros, da angeblich die Mentalitäten der einzelnen Länder zu unterschiedlich seien für eine gemeinsame Währung. Er hält den Begriff „Europäer“ für rein geologisch und „identitätslos“. Ich habe mich ziemlich aufgeregt über den Text. http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-70501020.html

  4. pyri Says:

    Naturgemäß wenig halte ich davon. Ich glaube zwar auch, dass es soviele Identitäten wie Menschen gibt auf der Welt, aber davon wird in dem De-Winter-Text ja offenbar schonmal überhaupt nicht ausgegangen – bei Sätzen wie diesem:

    „Europa ist in jeder Hinsicht viel zu heterogen für eine Union, in der die Griechen ein gespanntes, halb anarchistisches Verhältnis zu ihrem Staat haben und die Dänen den Staat als selbstverständlichen Ordnungsapparat auffassen, der Loyalität abnötigt.“

    Eher im Gegenteil. Und da würde ich „Europa“ als Identität nach „Mensch“ gerade aufgrund einer heterogenen Bedeutung wie „Amerika“ aus meiner Sicht eben noch vorziehen: das sind ja auch alles Stereotype und Klischees welche da vorgetragen werden, zu „den Dänen“ und „den Griechen“.
    Was soll überhaupt anders (homogener noch) sein? Was ist denn das für ein Denken? Schauderhaft
    Das ist ja fast so schlimm wie es früher noch männlich-singularisiert geheißen hat: „der Amerikaner“ und „der Russe“ zum Beispiel.

    Nein, aber das sind halt Vorstellungen die unglücklicherweise eher noch zunehmen als verschwinden: weshalb ich beim „Projekt Europa“ auch so skeptisch bin. Der europäische Gedanke scheint mir ja leider überhaupt nur noch beim Geld groß geschrieben zu werden, wenn es aktuell darum geht wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Mir fehlen da schon überhaupt ideele Werte für einen europäischen Gedanken.
    Österreich trat 1995 bei. Damals wurde auch bei mir in der Schule viel für den Beitritt getan, da war Europa noch ein – persönliches – Ideal eben auch: aber schon Ende der Neunziger, mit diesem bürgerlichen bis rechtspopulistischen Begriff eines „Europas der Regionen“ fiel die Misere an aus meiner Sicht. Man begann gedanklich wieder in kleineren Dimensionen zu denken. Und dann kam auf der anderen politischen Seite noch die globalisierungskritische Bewegung gegen den europäischen Gedanken hinzu, welche ich auch sonst ziemlich kritisch sehe: vor allem wenn ich daran denke wie attac den Kölner Aufruf unterstützt hat.

    Vielleicht hat dieses traurige Negativ-Bild von Europa auch mit einer unsäglichen Illusion des „Abendlandes“ zu tun, wo gegen angeblich schädliche Einflüsse von außerhalb zusammengehalten werden müsse. Wenn das alles (je) gewesen sein sollte was dieses Europa ausmachen hätte sollen wäre es mit dem europäischen Gedanken auch nie weiter gekommen und das stimmt mich noch trauriger

    Aber vielleicht ist „Europa“ auch wirklich nicht mehr so wichtig, siehe „Empire“ von Hardt/Negri

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