Christiane im Wunderland

SB.com: so – mit diesen Einstellungen – wird sich da und dort nie etwas ändern. Beschwichtigungen und schon an glatter Absurdheit grenzende Selbstdarstellungen noch und nöcher
Ohne auch nur einen Augenblick lang über die Landesgrenzen hinweg zu blicken scheinbar, aber wenn bei einer vermeintlich lobenden Erwähnung selbst schon aus dem Exil Beifall kommt: wer wundert sich da noch. Da soll sich wohl auch nichts ändern so

Dazugehöriger Kommentar von mir, zu einem offenbaren Auftritt Marcus Stigleggers mal wieder (seufz):

‚Ob man „solche Filme“ mag oder nicht kann aus wissenschaftlicher Sicht dabei überhaupt keine Rolle spielen: wenn schon ein Journalismus, abgesehen von institutionellen (Gerichts-)Urteilen beständig affirmative Interpretation liefert – ein solches wissenschaftliches Denken verlängert die Grundlage von Verboten bloß. Die Verbreitung einer Deutungshoheit kann doch nicht Aufgabe von Wissenschaft sein, sondern eher deren Kritik! Das ist ja nicht einmal positivistisches Denken und das verbreiten einer solchen Hoheit sollte ja eigentlich schon ein Journalismus übernehmen, sowie: wenn es da nur einen Journalismus scheinbar gibt wesentlich, welcher etwa fiktionale Gewaltdarstellungen als Gewalt wahrnimmt (Rede von Mediengewalt), dann wäre auch das zu kritisieren – will man eine pluralistische Situation haben: denn in einer solchen gibt es eben immer verschiedene Deutungen von Stoffen. Aber das geschieht ja nicht. Und so geht das mit den kollektivistischen, wenn schon nicht Pauschal-Unterstellungen gegenüber Kreative. Da ist gar nichts anderes möglich, keine substantielle Kritik an Verboten, keine Widerrede, nur kopfnickende Zustimmung womöglich noch, und wahrscheinlich sind diese Veranstaltungskonstellationen (eben mit jemandem wie Stiglegger) auch der Hinweis auf eine gewisse Zementierung einer Situation diesbezüglich in D

Man beachte zum Beispiel auch wie als selbstverständlich gegeben ein anderer, der Zensurforscher Roland Seim, die Situation hinnimmt. Stiglegger ist da ja (leider auch) nicht allein

Solche (politische) Wissenschaft der Konserve.
Wenn bei einer Rede über „Folterpornos“, ein diffamierender Begriff ähnlich „Killerspiele“, den Stiglegger bekanntermaßen völlig unkritisch von http://en.wikipedia.org/wiki/David_Edelstein übernommen hat, Gewaltdarstellungen quasi als Ersatzhandlungen für Vergewaltigungen imaginiert werden
Das verleiht letztendlich sämtlichen Darstellungen expliziter Gewalt einen pornographischen Charakter, wobei ich von Stiglegger ja noch nie einen Diskurs über Pornografie gelesen habe. Würde er diesen führen, würde ich wohl auch nicht so dagegen schreiben: Pornografie bleibt in der Form jedoch ein bloßer Vorwurf, eine Anklage niederer Instinkte, einer obszönen Verwerflichkeit, Gedankenlosigkeit, eines Antiintellektualismus und was weiß ich was sich da noch alles zusammengedacht wird
Da gibt es keine Ambivalenz im Denken – siehe auch seine konstruktive Übernahme von „Sadiconazista“
Goutiert werden da weitgehend nur mehr traditionelle narrative Muster
Es ist auch ein verqueres Körperbild welches da propagiert wird, und das sage ich ganz bewusst als Mensch mit Behinderung: kulturelle Sauberkeitsvorstellungen gepaart mit einer vermeintlichen Gesundung, welche körperliche Introspektion letztlich auch zunemend sinnloser machen

Stiglegger hatte einmal zweifellos gute und wichtige Ansätze – gerade für Deutschland – solche Auftritte zeugen aber letztlich nur für eine vollzogene und mittlerweile so wohl auch schon abgeschlossene Anpassung an das System kultureller Vorstellungen in Deutschland. Ich sehe da nichts anderes mehr – leider!

@eisjok
Der Blick ins Ausland wird deshalb nicht unternommen, weil man meint, Deutschland hätte aufgrund seiner Geschichte eine besondere Verantwortung dahingehend Gewaltdarstellungen abzuwehren. Meiner Erfahrung nach wird die jetzige Situation so auch oft überhaupt nicht als weniger liberal wahrgenommen und empfunden. Der entsprechende Paragraf im Strafgesetzbuch wird dahingehend oft leider noch immer mit Antifaschismus zusammengebracht – was aus historischer Sicht eine naturgemäß besondere Fragwürdigkeit darstellt. Einerseits bezüglich historisch gegebener kultureller Sauberkeitsvorstellungen, und abgesehen von Gewaltdarstellungen gibt es ja eine fast ebenso aggressive Gesetzgebung gegen Pornografie, welche diese im Internet zum Beispiel auf deutschen Servern am offen herumliegen praktisch völlig hindert, andererseits weil die populäre Kultur des Nationalsozialismus keineswegs aus Splatterfilmen bestand. Ein Theo Lingen badete da nie im Blut

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Eine Antwort to “Christiane im Wunderland”

  1. pyri Says:

    Anmerkung: von Absurdität zu sprechen erschien mir bei dem Irrsinn einfach nicht angemessen;

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