Verbotsforderungen: zu wissen glauben was zu tun ist…

Kommentar bei „Stigma Videospiele“

@maSu
Wenn jemand schon in Frankreich sitzt und von dort aus sich noch freut, dass er oder sie Spiele zocken kann welche in D für gewöhnlich (selbst)zensiert sind und darin keinen Widerspruch zu seinen vorher getätigten Äußerungen scheinbar erkennen kann, ist glaub ich jede weitere Diskussion echt müßig.
Geschweige denn ein realpolitisches Gefühl für die Situation in Deutschland vorhanden, welche zu solchen Selbstzensurmaßnahmen erst geführt hat

Populismus zu dem Thema gibt es sicher fast überall auf der Welt, auch in meinem Land Österreich: der Unterschied zu D und der Schweiz ist aber zum Beispiel eben weiterhin, dass der dort weiter geht und Gewaltdarstellungsverbote auch schon lange geschaffen wurden. In Deutschland noch der Index, welcher ebenfalls eine gute Grundlage für Selbstzensur darstellt, das heisst die Gefahr darauf zu landen trotz einer gewissen Liberalisierung seit 2003 mit in jedem Fall mehr Rechtssicherheit dafür groß genug ist

Dass es in der Debatte da keinen wahren Kern gäbe, das würde ich übrigens jederzeit leugnen: natürlich gibt es den. Der „wahre Kern“ ist die Existenz der Schulmassaker, auf welche sich dieser Verein ja auch beruft, sowie zumindest die Biologie der Massakrierenden: die welche zumindest viele Tote verschuldet haben, diese Täter waren allesamt junge Männer. Und junge Männer spielen bekanntlich auch gerne „Killerspiele“.

Einen solchen „wahren Kern“ gibt es aber auch anderswo, in anderer Kriminalstatistik: wenn etwa der Anteil von MigrantInnen bei manchen Delikten wohl auch höher ist als der von länger Einheimischen. Ausländerfreindlichkeit muss eine solche Statistik jedoch ebenfalls nicht schüren!
Sondern man kann sich damit beschäftigen und einvernehmlich nach einer Lösung für gewisse gesellschaftliche Probleme suchen: ein Buch wie Frau Mayer zu schreiben, wo sie schon am Titelbild wie eine Richterin erscheint, welche auf Missstände einwirken möchte die womöglich genau deswegen erst vorhanden sind, wegen einer solchen Einstellung, solch autoritärem Auftreten in Zusammenhang mit einer allzu normierten Leistungsgesellschaft von MacherInnen, wo bereits in Schulen mit Druckmittel wie Markenkleidung etc. andere ausgegrenzt werden, soweit bis diese im schlimmsten Fall irgendwann zu physischer Gewalt greifen, und zwar nicht nur gegen sich selbst gerichtet, ist da der denkbar schlechteste Weg, um nicht zu sagen völlig falsch. Wenn Verbote gefordert werden ohne diese Forderungen selbst als Gewalt zu begreifen – was sie leider eben (auch) sind. Nichts anderes.

Und ähnlich wie bei der Migration ist es hier bei dem Sexismus der jungen, „Far Cry 2“ spielenden Männer zum Beispiel
Oder einer entsprechenden Stigmatisierung der Gruppe Gamer
Es nützt nichts Menschen – mit Gewalt (!) – ihre Identitäten zu nehmen, auch wenn viele auf ihr Hobby dabei wohl noch verzichten würden beziehungsweise das auch noch eher freiwillig selbst, das heisst von sich aus möchten, weil sie Videospiele als Freizeitgestaltung nicht für so wichtig halten. Andere nehmen das wiederum ernster, diese definieren sich damit so wie es in anderen kulturellen Bereichen mit anderem ist. Zum Beispiel mit Musik oder mit Religion
Solle hierzulande einmal jemand wirklich verbieten wollen Musik zu machen, da kann man dann weiter sehen…

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