Formale Distanzierung von Brief

Ich distanziere mich als einfaches VDVC-Mitglied hiermit eindeutig von diesem Offenen Brief, in welchem zumindest indirekt das bestehende und aus meiner Sicht völlig grundrechtswidrige Gewaltdarstellungsverbot in Deutschland gutgeheißen wird

Jürgen Mayer,
Kulturistoriker Steiermark, Österreich

Advertisements

Schlagwörter: ,

5 Antworten to “Formale Distanzierung von Brief”

  1. Patrik Schönfeldt Says:

    Es geht in dem Brief ausdrücklich um „Aufforderung zur Gewalt“, nicht um bloße Darstellung. Durch die Formulierung „unabhängig vom Träger-Medium“, wird zudem betont, dass es eben nicht um Regelungen für Computerspiele, Filme oder andere Medien handelt. Eine Gutheißung von Verboten, die sich ausschließlich auf Medien beziehen kann ich als Mitunterzeichner nicht erkennen. Wäre das anders gewesen, hätte ich das Dokument nicht unterzeichnet.

  2. purchaser Says:

    In der Tat, da diskutieren wir bereits mit den Auflagen, die man uns zwangsweise übergestülpt hat. Wir tun es, damit man uns wenigstens etwas Gehör schenkt und zensieren uns damit schon selbst. Ich glaube, wir sind noch nicht soweit, zumindest hier in Deutschland, um mit der Wahrheit offen umgehen zu können.
    Da sehe ich die geradezu leuchtenden Augen eines Ex-Generals im Vorabendprogramm, wie er die militärischen Strategien eines Alexander des Großen kommentiert und er spricht dabei über tausende abgeschlachtete Menschen. Das ist aber keine Gewaltverherrlichung. Ein Videospiel, dass die Schlacht gegen Dareios detailgetreu nachzustellen versucht, gerät ob des vorhandenen Gewaltpotenzials in die Kritik. Krieg muss halt sauber und freundlich sein.
    Wir sind noch lange nicht soweit.

  3. pyri Says:

    @Patrik Schönfeldt
    Ich beziehe mich damit auf diese Passage: „Verherrlichung von und Aufforderung zu Gewalt sind unabhängig vom Träger-Medium bereits verboten. Dieses Verbot kann als gesamtgesellschaftlich gefestigt betrachtet werden.“
    Während zweiteres wohl auf den Volksverhetzungsparagrafen abzielt (§130StGB), was mir auch bewusst war bevor ich diesen Blog-Eintrag schrieb, lese ich von einer „Verherrlichung“ allgemin nur im Gewaltdarstellungsverbot (daneben)
    Lediglich von einer Verherrlichung der nationalsozialistischen Gewalt- und Willkürherrschaft ist dort beim 130er zu lesen: um den Nationalsozialismus geht es in diesem Brief aber wohl doch nicht, sondern eben um andere Gewaltverherrlichung. Auch nahm ich nicht an, dass das Verbot von Gewaltpornografie (§184a) gemeint gewesen ist.
    Ich nahm deshalb an, dass auch dieses Gewaltdarstellungsverbot daneben gemeint sei: in der Literatur wird beides teilweise verwechselt, so etwa bei Manfred Riepke (Der Tanz der Teufel und die Würde des Menschen)
    Wie mir gesagt wurde mag dies auf veraltete Gesetzestexte zurückzuführen sein, weil bis in die frühen 1990er Jahre im Gewaltdarstellungsverbot auch ein Verbot „Aufstachelung zum Rassenhass“ zum Beispiel integriert war beziehungsweise gewesen sein soll. Überprüfen konnte ich das bislang leider nicht

  4. Patrik Schönfeldt Says:

    Gewaltdarstellungen, wegen derer man zum Beispiel Modern Warefare 2 oder Left4Dead 2 verboten hat, sollten mit dem Brief nicht gutgeheißen werden. Und selbst wenn man diese Darstellungen als Gewaltverherrlichung ansieht, wird dieser Umstand nicht befürwortet, sondern das Verbot nur als weithin akzeptiert bezeichnet.

    Ich bin zum Beispiel auch überzeugter Vegetarier und würde das Verspeisen von Tieren dennoch als (leider) „gesamtgesellschaftlich gefestigt“ betrachten. Diese Feststellung enthält also keinerlei Wertung, ist aber womöglich geeignet, auch das AAW an weiteren Verboten zweifeln zu lassen.

    (Wenn man es so sieht, wäre es vielleicht gut, wenn jegliche Darstellung von Gewalt sofort komplett verboten würde. Der sich dann formende Widerstand würde wahrscheinlich gleich auch die schon jetzt überzogenen Verbote beseitigen. Aber solche krummen Aktionen funktionieren wohl nur in Computerspielen.)

  5. pyri Says:

    @purchaser
    Ja so sehe ich das auch. Leider 😦
    Bleibt die Frage für mich übrig, ob es da unter Umständen auch eine Möglichkeit gibt diese Vorstellungen noch auf europäischer Ebene irgendwie durchzusetzen – zumindest ansatzweise -: das heißt, wie mächtig da ein gegenwärtiges Deutschland vielleicht (doch) ist. Es gab ja schon früher, zumindest meinem Vernehmen nach, populistische Unterstützung aus Italien – von einem Berlusconi-Mann glaube ich, und auch sonst könnte ich mir da noch weitere (unheilige) Allianzen durchaus vorstellen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s


%d Bloggern gefällt das: