Kommentar bei Telepolis

Als Reaktion auf diesen Kommentar

Zur Anstiftung realer Verbrechen: „…(was durch reine Fantasie-Darstellung niemals geschieht)…“: doch gerade das wird doch beständig behauptet.
Für mich ist das auch nicht relevant, da ich denke dass niemand darüber bestimmen kann wie jemand letzten Endes etwas aufnimmt.
Wie jemand etwas sieht – was jemand aus etwas zieht, welche Schlussfolgerungen tatsächlich für etwaige Verbrechen herangezogen werden, etc.

Das was ich in diesem Interview jedoch feststelle ist, dass gerade das von der anderen Seite geschieht, also jener der Staatsgewalt oder des Jugendschutzes in Deutschland, der Seite welche so eben auch doch Erwachsene ebenfalls schützen möchte beziehungsweise sollte: es wird, und dies bestimmt, gesagt, was wer bei welchen Darstellungen empfinden würde und wie diese gemeint seien.
Das ist einerseits sowohl eine Unterstellung gegenüber Kreativen, als auch eine gegenüber den RezipientInnen.
Und das bedeutet auch, dass über verschiedenste Dinge zu bestimmen gesucht wird, vom individuellen Humor angefangen bis zum jeweiligen Empfinden eben.

Es geht um kulturellen Druck, und in diesem Sinne auch um nichts anderes als strukturelle Gewalt, welchen Geschmacksnormen sich zu beugen wäre

Dazu gehört auch eine aus meiner Sicht eindeutig menschenverachtende Rede von „verrohten“ Menschen, welche Menschen quasi das Mensch-sein nimmt in dem sie sie zu etwas „verrohtem“, also in jedem Fall doch eher unmenschlichem erklärt. Die Selbstverständlichkeit mit welcher hier so von „Verrohungen“ gesprochen wird empört mich zutiefst

Es wird dabei nicht nur behauptet man könne nichts empfinden für „virtuelles“, sondern man solle auch nichts empfinden: letzteres mag im Einzelfall ja auch der Fall sein, doch warum – weshalb – soll man nichts empfinden bei gewissen Darstellungen? Bei dieser Frage bricht das Übel in den Unterstellungen aus meiner Sicht dann auch durch, wenn beständig eine gesellschaftlich destruktive Absicht vorgeworfen wird, dass Mitgefühl ausgeschaltet werden soll

Über gewohnheitsmäßig interpretierte Darstellungen, ob deren Rezeption nun tatsächlich normabweichend ist oder nicht.

Eine Sozial- oder Gesellschaftswissenschaft, welche in die Köpfe jedes einzelnen Bürgers, jeder Bürgerin, vermeintlich eingedrungen untersucht haben möchte was diese fühlen, denken und empfinden hat längst aufgehört Wissenschaft zu sein und ist längst brutale und undemokratische Politik geworden. Politik welche bloß vorgibt gegen „Gewalt“ und für „Jugendschutz“ einzutreten, sondern längst selbst Gewalt darstellt. Gewalt gegen unliebsame, unerwünschte und vermeintlich normabweichende fiktionale Medien, welche bis zur Verbreitung von Hass alles mögliche unterstellt wird, die von hochrangigen politischen Repräsentanten noch mit dokumentierten Vergewaltigungen von Kindern verglichen werden, usw.

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