Zwei neue lesenswerte Texte erschienen

Beim Standard schreibt Michael Pekler zunächst einerseits über ein Genrefilm-Festival: der Text ist mit den üblichen Ressentiments und gängigen Überlegenheitsdünkeln zwar nicht nur beladen sondern regelrecht überfrachtet, aber ich denke man muss bereits bei der Situation im Land für ein wenig Aufmerksamkeit so bereits sehr dankbar sein, denn auch ohne politische oder gar strafrechtliche Verfolgung wie in Deutschland haben es fiktionale Gewaltdarstellungen in Österreich keineswegs leicht: und ja, nicht bloß „angeblich“ – dringt mal ein Beitrag in ein öffentlicheres Bewusstsein, dann noch losgelöst von Genrefilm-Geschichte als „widerlichem Zeug“ über einen ehemaligen Kameramann vom Haneke, für den Genre bekanntlich Lüge ist während „Kulturschaffende“ wie er normiert 24 eingebildete bürgerliche Wirklichkeiten in einer Sekunde erzeugen würden.

Und andererseits gibt es da noch einen neuen Text von Peter Mühlbauer auf Telepolis, der mir schon wie eine Art Abrechnung mit Medien-Schuldzuschreibungen für Gewaltverbrechen erscheint: mit bemerkenswerten Passagen.

„… Die zahlreichen Studien zur Medienwirkungsforschung belegten bisher wenig mehr als ihre eigene Untauglichkeit. Fest steht lediglich, dass die Unterschiede zwischen einem Mausklick und dem Schießen mit einer echten, schweren Waffe ein immenser Unterschied besteht. Bei Sportspielen oder bei Guitar Hero käme niemand auf die Idee, diesen Unterschied ernsthaft zu bestreiten. Bei Shootern dagegen ist dies möglicherweise deshalb leicht möglich, weil ein Großteil der Bevölkerung zwar das Fußball- oder Gitarrespielen aus eigener Übung kennt, nicht jedoch das Abfeuern einer Schusswaffe.“
Es würde „ähnlich wie in ausgestorbenen Kulturen“ argumentiert werden „, die Klima und Menschenopfer als zusammenhängend ansahen: Wenn es trotz Menschenopfern Ernteausfälle gab, dann glaubten deren religiöse Führer nicht, dass sie ihre Erklärung überdenken sollten, sondern nur, dass zu wenige Menschen geopfert wurden…
Trotz der Tatsache, dass Deutschland Gewaltdarstellungen weitaus umfassender zensiert als andere westliche Länder, kommen Amokläufe hierzulande verhältnismäßig häufig vor. Dass viele als Erklärung infrage kommende Ursachen (wie etwa das Schulsystem) von der Politik praktisch ausgeblendet werden, ist eine Nachlässigkeit, die möglicherweise Leben kostete…“

In klassicher Links-Rechts-Dichotomie verfängt sich aber auch Mühlbauer dabei, leider nicht zum ersten Mal meiner Wahrnehmung nach, in Waffenbesitz- und Schützenvereins-Bashing. Die Sportvereine mögen die Waffen und deren technischen Umgang mit ihnen für Verbrechen letztendlich zwar schon möglich gemacht haben, nicht viel anders als wie bei der „Software“ dereinst in der FAZ gehört zu einem Massaker jedoch wohl noch mehr dazu. Viel mehr

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