Empörung und Gesellschaft

Kommentar im Stigma-Videospiele-Forum:

‚Kann mich da nur anschliessen: es ist aus meiner Sicht auch eine Mentalitätsfrage welche erst zu einer Gewaltspirale führt.
Wenn schnell alles Mögliche „krank“ oder „geschmacklos“ ist, Ausgrenzungen regieren, und dann noch im Nachhinein nach Sündenböcken gesucht und diese schließlich auch (erfolgreich) gefunden werden.
Mit den TäterInnen will sich eine solche Gesellschaft auch nicht ernsthaft befassen. Das ist auch anders als in den USA zum Beispiel: Oliver Stone hat das in „Natural Born Killers“ wiederum kritisiert, doch ist es doch besser denke ich, wenn MörderInnen auch einen Platz finden jenseits von Empörungen. Wie zum Beispiel Jack Unterweger hier in Österreich. Thomas Bernhard drückte es mal so aus: http://www.youtube.com/watch?v=cVhG-JexBT4 Deutschland verdrängt Negatives so eher denke ich, und in letzter Konsequenz auch den (eigenen) Tod – ich kenne (populär)kulturell von einiger Prominenz bloß die Analyse im „Totmacher“ mit Götz George.
Man hat zwar im Gegensatz zu Österreich „Vergangenheitsbewältigung“ betrieben, diese jedoch immer in der Hinsicht dass das Eigene mit (neuerlichen) Normen an „guter“ Schärfe gewonnen hat. So dass man heutzutage eben überlegen auch darüber urteilen kann was anderswo Kreative konsensual in Fiktionen erzeugen, oder ein „böses“ Amerika tut. Anderes droht „verboten“ zu werden oder befindet sich schon im Untergrund. Kommt etwa in Journalismen wie sie die Zeit oder der Spiegel auch bringt einfach nicht vor. Und das ist schon eine (neue) Form des Faschismus und Rassismus für mich
Wie schlimm das noch werden wird wird sich zwar erst zeigen müssen, aber: fest steht, für mich zumindest, schonmal, dass trotz der ganzen jahrzehntelangen Drangsalierungen über einen Index beispielsweise Gewaltverbrechen (weiterhin) auf unerwünschte mediale Erzeugnisse eben bezogen werden. Erzeugnisse die im Falle pornografischer Bondage-Fotos zumal auch quasi schon nur mehr im Ausland von Deutschland gesehen einfach gefunden werden können eigentlich, usw.
Weil diese im „deutschen“ Internet etwa herumliegen zu haben schon längst verboten ist – nicht (nur) über ein Strafrecht, sondern eben auch über „Jugendschutz“.

Ich habe das erst kürzlich in dieser Woche wieder privat erlebt: wenn darüber bestimmt werden möchte wie Menschen leben, wie sie sind, was sie brauchen und was nicht – fremd, und wenn eben nicht integriert wird in die eigene Welt sondern mit Vorstellungen von Überlegenheit noch vorgegeben wird wie gelebt werden soll, anderes nicht verstanden. Wenn anderes nicht verstanden wird da auch „nichts“ da wäre, so „gar nichts“ (Gemeinsames oder nicht). Das macht eine Gesellschaft aus meiner Sicht auch mehr problematisch als ein fragwürdiges Bildungssystem, das so ebenfalls nicht thematisiert werden möchte – über eine Leistungsgesellschaft.
Und wenn dann noch individuelle Probleme und/oder Schwierigkeiten hinzukommen…
:-(‚

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