Erotik(as) und Sexismus

Kommentar hier

‚Ich denke man/Mann trifft hier auf einen wesentlich tiefgreifenderen Kulturkonflikt als dass hier bloß etwas überhaupt mit Games zu tun hätte: die Gamesindustrie produziert in erster Linie für ein (vermeintlich) heterosexuelles, junges, männliches Publikum. Das lässt sich allein wohl nicht abstreiten – ist aber auch schon alles
Gewisse erotische Darstellungen darin, ob die einem nun persönlich ansprechen oder nicht, auch überhaupt nicht interessieren zum Beispiel, liefern da auch die Aufreger: für gewöhnlich nenne ich das einen negativen Zugang zu objektivierten Darstellungen von Sexualität. Wenn Objekte wie auch Stereotype in ein Zentrum gestellt werden und vielleicht, unter Umständen, auch angehimmelt werden oder als Masturbationsvorlagen verwendet – positiv rezipiert zumindest sympathisch gefunden werden.
Ich schreibe auch in meiner Dissertation darüber.
Und da wird dann sehr sehr schnell etwas als „sexistisch“ interpretiert: wie auch schon bei den Pfeifferschen Vorwürfen zu einem angeblichen Antisemitismus in „GTA IV“ über „Jud Süß“ sehe ich als sexpositiver Feminist da jedoch auch eher eine Sekundarität am Werk. So wie The Sorrel es im zweiten Kommentar hier auch geschrieben hat – es geht darum wie Darstellungen interpretiert werden und was etwa an Stereotypen auch negativ empfunden wird.
Hier ist „Sexismus“ ein Vorwurf der als Beschimpfung eher auf den Schimpfenden zurückweist, ähnlich wie „Folterporno“ oder „Killerspiel“. Ein Vorwurf der in erster Linie eines zum Ausdruck bringt: die eigene Überlegenheit und Missachtung eines Werks, wie kreativer Ausdruck (auch) positiv Freude bereiten kann, usw. Das ist auch die indirekte Forderung einer Asexualität in Fiktionen, weil so alles Mögliche Sexuelle in Games auch als „sexistisch“ oder unethische Ausbeutung verstanden werden kann – letztlich als „Missbrauch“ und fremdbestimmte Sexualität, weil da einer gewissen Logik zufolge sexueller Ausdruck Anderer auch von der eigenen Sexualität abweichen würde welche wiederum aus welchen Gründen auch immer als mehr oder weniger einzig und allein „gesund“ gedacht wird. Dass die Rezeption von Erotik auch Teil der eigenen selbstbestimmten Sexualität sein kann kommt da nicht vor. Das betrifft auch dokumentarischen sexuellen Ausdruck, solche (oft mit „Pornografie“-Vorwürfen belegte) Erotikas. Gerade als Mensch mit Behinderung sehe ich das mitunter sehr kritisch: sexuelle Ausgrenzung schafft so Normen welche über Sexualität praktisch nur mehr medizinisch sprechen. Bis hin zu Sexualbegleitungen und Hilfestellungen im Falle von körperlichen Einschränkungen bei Autosexualität: das geht über eine Medienwirkungsforschung auch einher mit einem mechanistischen Menschenbild denke ich, einem Menschenbild wo Menschen „funktionieren“ sollen und der Spaß an der Freud genommen wird. Wo „Kritik“ mit Vorwürfen und Empörung nichts anderes mehr tut aus meiner Sicht als Hass und Verachtung verbreiten. Wo von Frauenverachtung etc. zwar geredet wird, die Probleme der Industrie in diesem Bereich mitunter jedoch gar nicht angesprochen werden: wenn wie es hier bereits angesprochen wurde – von der Integration entsprechender Avatare angefangen, wenn diese wie von Wyrd Sister beschrieben schon zu mühsam erscheint – Frauen keine Berücksichtigung finden. Deshalb habe ich mich auch sehr über die weiblichen Spartans in „Halo: Reach“ gefreut.

Bei Frau Pfeiffer kommt noch hinzu, dass ich mich an eine Begebenheit erinnere welche in der ersten öffentlichen Diskussion mit ihr bei Computecs Cynamite, an der ich mich ihrerzeit noch reger beteiligt habe, vorgefallen ist, wo es um die Bedeutung des Wortes „misogyn“ ging: müsste irgendwo in diesem langen Thread nachzulesen sein http://www.cynamite.de/foren/cynamite/news/39179-ea-diese-schweinefirma-regine-pfeiffer-legt.html

(Schreibfehler ausgebessert)

Nachtrag: dank The_Real_Black bei „Stigma Videospiele“ kann ich diese Begebenheit nun auch einfach noch genauer angeben. Sie befindet sich auf Seite 61.

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Eine Antwort to “Erotik(as) und Sexismus”

  1. The_Real_Black Says:

    Keine Ursache ^^
    .
    Ich finde den Punkt aus dem Forum
    „Was Sie über Strichmännchen sagen, finde ich zu einfach. Es wäre ja lächerlich zu glauben, dass die Zeichnungen Emotionen haben. Das sagt doch keiner. Aber diese Figuren repräsentieren Menschen, Fussgänger. Und die empfinden Schmerzen, wenn Sie verletzt werden. “
    von Frau Pfeifer sehr interesant, leider hatte sie im Stigma Forum „keine Lust“ es auszudiskutieren abwann ein Strichmännchen plötzlich Schmerzen empfinden können. Ich wolle mit der Gewalt in Schach anfangen, aber ihr wr es alles zu abstrakt… Aber bis her hat sich ja auch nicht mehr diesen Übergang angesprochen.

    Happy Coding.

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