Archive for Oktober 2010

Behindertenfeindlicher Hass auf derStandard.at

30. Oktober 2010

„denn ihrer ist das himmelreich“ schreibt: „… um nichts in der welt würde ich mein schicksal von staatlichen transferleistungen abhängig machen. das ist einfach nur würdelos und schwach !““ Permalink.

„The Hobbit“: Gewerkschaftsstreit

26. Oktober 2010

Wie die New York Times berichtet könnte ein Disbut den Film weg aus Neuseeland bringen

Kommentar auf derStandard.at

25. Oktober 2010

Kommentar.

„Sie könnten dem Herrn Pumhösel schon verzeihen
Irgendwo muss er anscheinend halt (auch) seine widerwärtigen Vor/Nachurteile unterkriegen und sein eigenes widerliches Übermenschen-Gehabe gegen „Krieg“ oder „Gewalt“ vorstellig machen. So nach dem Motto: „es lebe die kulturelle Fremdenfeindlichkeit!“
Machen Sie sich nichts daraus: die Menschenverachtung eines Werner Schneyder gegen MMA wird in Salzburg noch mit güldenen Rindsviechern ausgezeichnet, da ist diese Schmähschrift sogar noch relativ moderat (ausgefallen)“

„Jugendschutz“ und Zensur: deutsche Piratenpartei positioniert sich anscheinend neu

24. Oktober 2010

Einmal erfreuliche Neuigkeiten aus Deutschland.
Wie auch aus dieser Pressemitteilung der Jungen Piraten (JuPis) – Tiny – hervorgeht, hat die Piratenpartei des Landes Vorschlägen ihrer Jugendorganisation offenbar weitgehend zugestimmt und ein Positionspapier größtenteils übernommen, das unter anderem die Abschaffung der BPjM, keine bindenden Alterseinstufungen (mit folgender, mich an Großbritannien erinnernder Stelle: „… Dieses Mittel ist daher vom Staat mit extremer Bedacht und nur bei gut und ausreichenden begründeten Ausnahmen anzuwenden…“) und sogar „PEGI statt USK“ integriert hatte. Dazu finden sich nun auch bei der Piratenpartei selbst folgende Zeilen: „… Im Großteil der Europäischen Union hat sich mittlerweile das PEGI-System zur Alterseinstufung von Videospielen etabliert. Lediglich Deutschland unterhält zusätzlich noch ein eigenes Kontrollgremium. Dies stellt sowohl für die Konsumenten, also im Prinzip alle Bürger, als auch Entwickler und Händler aufgrund erschwerter Verkaufsbedingungen (Festlegung auf bestimmte Vertriebswege, Ausweiskontrolle bei Postsendungen, Post- Ident-Verfahren etc.) vermeidliche Hürden dar. Dieses erachten wir als unnötig und fordern daher, die USK abzuschaffen und das europäische System zu übernehmen.“ Alterseinstufungen nicht bindend
Zwar berücksichtigt das JuPi-Papier, als auch die anscheinend jetzt beschlossene Fassung der Partei selbst, leider nicht die grundlegenden Probleme im deutschen Strafrecht wie das Gewaltdarstellungsverbot oder den zuletzt immer weiter ausgebauten „Pornografie“-Paragrafen, wo eigentlich sämtliche gegenwärtigen Verbote wie Vertriebseinschränkungen und Untersagungen von Veröffentlichungen welche im umliegenden Ausland nicht gegeben sind oft schon ihren Ursprung haben, und wird auch nicht auf andere Medien als Computer- und Videospiele eingegangen, welche von dem einmaligen Phänomen der Indizierung in Deutschland so ebenfalls und in womöglich noch größerem Ausmaß als Games betroffen sind – dennoch ist das Ganze wohl der erste Schritt einer größeren Gruppierung Deutschlands in die richtige Richtung.

Womit ich bis auf weiteres allen BürgerInnen des Landes in Hinkunft bei Wahlen in Deutschland ruhigen Gewissens empfehlen kann der Piratenpartei ihre Stimme zu geben. Danke!

Offener Brief an Regine Pfeiffer veröffentlicht

22. Oktober 2010

Im „Stigma Videospiele“-Forum hier wurde gestern ein äußerst lesenswerter Offener Brief an die Schwester des ehemaligen Justizministers von Niedersachsen Christian Pfeiffer, Regine Pfeiffer, veröffentlicht, worauf es mir hier ein persönliches Anliegen ist aufmerksam zu machen
Nachtrag: mittlerweile befindet sich der Brief auch auf der Stigma-Startseite.

Antimilitarismus und Befreiung

17. Oktober 2010

Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum

Eine andere Seite würde bei der Durchsicht der hiesigen Kommentare naturgemäß wieder behaupten, dass man es hier bloß nicht wahr haben möchte wie schädlich Medien doch sind und welchen Schaden sie für Gesellschaft anrichten.
Ich denke der erste Weg zur Einsicht wäre es, dass man sich dessen Gewahr wird, dass jegliche Vorstellung von Rundfunk zum Beispiel sich bereits auch über andere Menschen so stellt. Nicht einmal annähernd ähnlich wie ein School Shooter, aber prinzipiell schon auch. Indem man mitunter das was anderen Menschen gefällt so angreift, darunter legitimermaßen noch „Kritik“ versteht

Man stelle sich nämlich vor es hätte diese Gewaltverbrechen auf welche sich da andauernd bezogen wird gar nicht gegeben

Weil auf den Index seit 1954, das einmalige Gewaltdarstellungsverbot schon, beziehen sie sich ja nicht. Kein Gedanke daran, dass die Gewalt eines Staates, von Gesellschaft, diesbezüglich möglicherweise im Gegenteil diese Verbrechen erst begünstigt hat, welche in anderen Staaten die diese Einrichtungen/Gesetze nicht kennen nicht begangen wurden – in dem Ausmaß zumindest nicht, weil es ein sublimes Bedürfnis nach überbordenden Norm(denk)en und kollektiver Gesundheit in Deutschland weiterhin gibt. Wozu auch die Schützenvereine absolut zählen aus meiner Sicht. Ein Bedürfnis das Anderes immer noch ausschließt: Homosexualität mag etwa zwar „normal“ geworden sein – Videospiele so zu spielen, Horrorfilme zu sehen, hingegen offensichtlich noch immer nicht.
Stattdessen wird wenn schon keine Verbote direkt gefordert werden immerhin darüber schlecht geredet.

Und zu dieser gewaltphoben, oder weniger pathologisch selbst gesprochen gewaltnegativen, Einstellung: die wird für gewöhnlich ja mit der Geschichte begründet. Doch eine Machtergreifung welche da angeblich von Neuem verhindert werden möchte im Sinne eines Antifaschismus war ja gar nicht so gewaltsam in dem Sinne was dabei für gewöhnlich eben unter „Gewalt“ verstanden wird. Sondern das war von der Weimarer Republik heraus zunächst eine Kanzlerschaft wie jede Andere. Ein neuer Kanzler war da – einmal aus völliger Naivität heraus gesprochen – vorerst einfach da.
Als die Gewaltherrschaft bis hin zum Zivilisationsbruch dann kam ging diese mit Pazifismus auch nicht mehr weg: das ist ja keine Situation gewesen wie mit Gandhi in Indien – historisch gesprochen. Sondern mit Gewalt in dem Sinne wie sie heute in keinen Spielen oder Filmen gesehen werden möchte.
Die Gewalt in dem Sinne brachte erst die Befreiung von Tyrannei und Barbarei – im Grunde genommen müsste man der Gewalt so (der Allierten) dabei ja auch dankbar sein, und sich freuen wenn junge Männer in Andenken an diese Befreiung(en) etwa Shooter spielen. Nein. Man tradiert lieber Antiamerikanismen, etc.
Stellt bei militärischen Titeln über Antimilitarismus noch Bezugnahmen zum Rechtsextremismus her – Stichwort „Nazis und Familienväter“ oder so.

Deshalb werfe ich aus tiefster Überzeugung einem Antimilitarismus der sich so begründet auch vor, dass dieser ein Stück weit sich mit dem Nationalsozialismus so quasi schon identifizieren muss: und man hört es gelegentlich ja auch heraus bei Spielen über den Zweiten Weltkrieg. Wenn es etwa heisst: „was tust Du da – stell Dir vor das wäre Dein eigener (Ur-)Großvater gewesen auf den Du schießt“.

Man hat leider doch viel vergessen in Deutschland scheint mir.
Man tut immer so, blickt mitunter auch auf Österreichs Rechtspopulismus und vermeintliche Seltsamkeit herab, und zwar das auch mit einer gewissen Vorstellung von Überlegenheit wie sie eben auch in solchen Sendungen anscheinend auftritt. Da die österreichische und deutsche Medienlandschaft vielfältig verwoben ist hört man das auch hier in den eigenen österreichischen Medien oft. Deutschland wird hier häufig als Vorbild hergenommen – zum Teil, gerade von einer Linken oft, als gepriesenes Land gefeiert – wo sich Geschichte (auch) wiederholen mag, weil schon im 19. Jahrhundert war das hier mal so.

The Hobbit: Drehstart nächsten Februar (!?)

16. Oktober 2010

Computec, via LA Times

Empörung über (vermeintlich) Rechte, Islamfeindlichkeit und unethische Inhalte in GTA

14. Oktober 2010

Kommentar aus dem „Stigma Videospiele“-Forum

Gestern war im ORF wieder „Club 2“ und es war kaum auszuhalten: vorher schon eine Dokumentation über Neue Rechte in Europa.
Eingangs wurde da ein italienisches Paar gezeigt, dass sich in alten Armeewagen trauen ließ. Es wurde zwar betont, dass diese „keine Nazis“ seien – dennoch war davon als Verharmlosung von Nationalsozialismus und Faschismus die Rede – als Aufhänger für die ganze Sendung – was bei mir schon Kopfschütteln verursachte. Dann haben sie vor einer italienischen Schule FaschistInnen gezeigt die geworben hatten – ohne zwischen dem italienischen Faschismus und anderen Faschismen auch nur im geringsten zu unterscheiden. Die anderen SchülerInnen fanden naturgemäß auch nichts dabei. Umso empörter war dieser Journalismus – und damit haben sie dann einen Brückenschlag zur NPD gemacht und doch tatsächlich den Pastörs davon interviewt, als ob man den ausgewiesenen Neonazi der auch gegen Behinderte hetzt ebenfalls nicht unterscheiden müsste zwischen anderen Gruppierungen, nachdem sie noch auf die antiislamische Bewegung in Köln eingingen und schließlich auf die militanten und stimmenmäßig starken Gruppen in Osteuropa, sowie die Schwedendemokraten.

Ich finde das ist alles viel zu vielfältig mittlerweile geworden, als dass man da überhaupt etwas leicht über einen Kamm mehr scheren könnte.
In der Gesprächsrunde namens „Club 2“ schließlich sah man dann auch den antiislamischen Durchbruch in eine Mitte herein finde ich: ich war ganz erstaunt über die Zusammensetzung welche der Rundfunk da nach dem Beitrag aufgestellt hat. Da war zum einen ein Schweizer Journalist von einer Blocher-nahen Zeitung die sicher auch schon öfters gegen „Killerspiele“ gehetzt hat, ein altbekannt-lustiger Rechtsaußen-Historiker der über den Deutschnationalismus im Land habilitierte und in einer Vorlesung mal die sozialdemokratische Hilfsorganisation „Kinderfreunde“ mit der SS verglichen haben soll, sowie eine konservative „Feministin und Mutter“ oder so, welche anscheinend keinerlei Toleranz anderen Gesellschaftssystemen entgegen bringen möchte, keine Muezzine im Land hören will, dem Minarett-Verbot applaudiert und (auch sonst) anscheinend zwischen Eva Hermann und Alice Schwarzer mit ihren Ressentiments wandelt. Ganz widerlich bürgerlich.
Auf der anderen, linken, Seite nur zwei – ein alternder Journalist der an einer Stelle gefragt hat was SS-Runen in einem Comic über Wien „verloren“ hätten – wohl um die Geschichte der Stadt, Heldenplatz und so, völlig vergessen, sowie noch ein Wiener Kommunalpolitiker der ständig und unerträglich diese substanzlosen Phrasen vom „Neoliberalismus“ ausstieß
Anlaß der Veranstaltung war eben die jüngsten Erfolge der Rechtsausleger bei den Wahlen in Wien.
In der Mitte noch ein tatsächlich eher neutral wirkender Politologe sowie der Moderator

Kein einziger betroffener Mensch. Nicht einE Quoten-MuslimIn.
Konnte es kaum glauben
Soweit ist es schon gekommen – und der Tenor auch in Richtung einer Politik links der Mitte islamfeindlich durch und durch meine ich.
Erschreckend und absolut beunruhigend für mich.
Wobei ich bislang immer dachte, dass in Österreich im Vergleich zu Deutschland die Muslime zumindest organisatorisch über die IGGiÖ [url=http://www.derislam.at/]http://www.derislam.at/[/url] relativ gut aufgestellt seien. Denkste! Die rechte Hetze zeigt offenbar auch so Wirkung. Und bei der lächerlichen Linken mit ihren eigenen Feindbildern aus der Wirtschaft, sehe ich für die Zukunft sowieso schwarz – tatsächlich bürgerliche Schwärze

Dass WählerInnen populistischer Rechtsparteien sowie solche die tendenziell auch rechtsextrem eingestellt sind vielfach ModernisierungsverlierInnen sind ist wohl tatsächlich auch kein Geheimnis.

Man sorgt sich auch nicht um diese Menschen
Lässt sie in ihrem Ressentiment allein

Bei den unethischen, ungesunden Inhalten in einem GTA möchte ich hingegen widersprechen: dabei denke ich sollte man sich von der Vorstellung verabschieden, dass Phrasen wie „Verbrechen zahlt sich nicht aus“, „Drogen sind schlecht“ etc. gelten in diesen Spielekosmen einfach nicht. Und zwar ganz bewusst: Staatsgewalt SOLL in GTA nicht wirklich effektiv sein, die gesundheitlichen Schäden durch Drogen bis zum Verlust des eigenen Lebens werden darin eben so auch nicht thematisiert.
Sowie das hat doch alles ganz bestimmte Gründe: zum einen bei der Staatsgewalt jenen, dass die Polizei und die restlichen Ordnungsorgane selbst korrupet, das heißt auch verbrecherisch sind. Nach einem Amoklauf in welchem Ausmaß auch immer, zahlt man nach Festnahme höchstens ein Bußgeld. Es gibt keine Gerichtsbarkeit im Alltag von GTA, narrativ vielleicht schon, aber nicht funktional. Ist nicht vorgesehen. Ebenso wenig vorgesehen ist es Auswirkungen von ungesundem Leben zu portraitieren.

Armes Bangladesch

12. Oktober 2010

Neuerliche Kommentare

Bei „Stigma Videospiele“:

‚@frontal21
Das sagen sie weil es fast überall anders auch so ist – nur in England und Australien noch ebenfalls nicht: sonst überall freiwillig, bis auf weitere kleine Ausnahmen – Portugal glaub ich zum Beispiel. Sonst muss man schon nach Südamerika oder Asien gehen um ähnliche und schlimmere Zustände vor sich zu haben: in den USA wird sich gerade vor so einer “Verbindlichkeit” gefürchtet – dem Gesetzesvorstoss von Schwarzenegger und Co. Man hat Angst, dass sich – ähnlich wie es in Deutschland auch ist – ein Handel durch (harte) Strafandrohungen bei Abgaben an Minderjährige dazu entschliesst bestimmte Spiele (gar) nicht mehr zu verkaufen.
Genau so wie es in D auch ist: in einem deutschen Media-Markt findet man zum Beispiel keine indizierten Spiele. Weil keine Rechtssicherheit für diese besteht – USK-Kennzeichen schaffen nämlich vor allem diese eines seit 2003: die Rechtssicherheit.

Im Filmbereich sieht das womöglich etwas anders aus – da bei der deutschen Filmwirtschaft (SPIO) über eine Juristenkommision indizierte Datenträger auch geprüft werden können.
Und deshalb habe ich dereinst beim VDVC solche Kennzeichen auch für Games vorgeschlagen, über den BIU beispielsweise – weil die MitgliederInnen des anderen deutschen Verbandes, G.A.M.E., kaum von Indizierung betroffen sind.
Ohne Erfolg habe ich dies leider vorgeschlagen.

Ein anderer Jugendschutz, auf freiwilliger Basis aber möglicherweise durchaus auch in gewisser Hinsicht verbindlich – dennoch wesentlich liberaler -, kennt das nicht: so kann ein Elektrohandel hier in Österreich theoretisch und praktisch auch Pornos verkaufen. In anderen Staaten ist das ähnlich
Auch so gibt es nämlich Verpflichtungen dass möglicherweise jugendgefährdendes Material vor jugendlichen Blicken geschützt wird.

Also ich finde gerade Modul 4 in diesem Jupi-Papier, “Alterseinstufungen nicht bindend”, ganz hervorragend. Würde mich auch sehr über eine News zu diesem Text der Jungen Piraten hier freuen – selbst wenn man über den Zugang zum Strafrecht streiten kann
Es ist das erste Mal in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland aus meiner Sicht, dass eine zumindest annähernd wesentliche politische Organisation dabei auch für die längst überfällige Abschaffung der für mich eklatant grund- sowie menschenrechtswidrigen Bundesprüfstelle eintritt. Selbst wenn es sich bloß um die Jugendorganisation der Piratenpartei handelt‘

Beim „Spiegel“ – nein, geht nicht weil sie das „Thema“ schon geschlossen haben. So kann es eben auch gehen wenn dann bloß wieder eine journalistische Gewalt diesbezüglich einschreitet und verschliesst
Also doch wieder für „Stigma Videospiele“:

‚…
@rosiweissnix
Sie haben offensichtlich nicht das Geringste verstanden worum es Menschen wie mir hier oder anderswo vielleicht auch, geht.
Zitieren Sie mich (auch) nicht, wenn Sie so offensichtlich den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Hier wie indirekt so auch beim unsäglichen “Spiegel”, wo das Thema bereits “geschlossen” wurde und ich demnach Ihnen hier öffentlich antworten muss, sowie beim “Spiegel” vermeintlich Kranke, “Asoziale”, euphemistisch gedisst, und Perverse turnusmäßig meinem Vernehmen nach jetzt schon vorgeführt werden, im Sinne einer abscheulichen Norm, über “Schule”, “Uni”, etc.
Vergleichen Sie das einmal mit einem zentristischen angloamerikanischen Journalismus: und ja, das hat gerade eine eingebildete Linke in Europa zu verantworten. Die unaufhörlich auf Andersdenkende einschlägt, wo sich in den New Yorker etwa bloß alle heiligen drei Zeiten einmal entsprechende Ressentiments verirren ist Anderes bei Spiegel, Zeit, SZ und Co. gerade in Deutschland praktisch nicht vorhanden.
Nein, entschieden nein: in Deutschland darf eben genau NICHTS so bleiben wie es ist aus der Sicht von Menschen wie mir. Ich empfinde das als bodenlose Frechheit, diese Unterstellungen man möge sich zurücklehnen und Wohlstand so geniessen. Sie können das ja denken. Sei Ihnen unbenommen. Aber wie wollen Leute wie Sie für eine bessere und gerechtere Welt sorgen, wenn Sie nicht einmal den Hass und die Verachtung gegen Comics, Erotikas, Genre-Filme und Videospiele beispielsweise im eigenen Land wahrnehmen. Weil diese schon nichts wert wären angeblich. Müllverbrennungsanlagen möglicherweise sogar rechtens zugeführt werden. Wie soll da was gegen einen “Kapitalismus” – was immer jener auch sein soll – auch nur ansatzweise glaubwürdig vorgetragen werden? Bei solchen Überlegenheitsdünkeln und solcher Ignoranz? Eine noch strafrechtliche Verfolgung diesbezüglich. Das werde ich, im Gegensatz zu einem Roland Näf in der Schweiz, nie verstehen
Bevor Sie gegen irgendwelche Negativzustände in fernen Ländern wie Bangladesch antreten, sollten Sie selbstreflexiv demnach erst einmal Ihre eigenen Vorurteile und Unterstellungen, Ihre selbigen Interessen überprüfen.
Ich kenne keine “Killerspiele” welche dort hergestellt werden würden, und auch auf “Pornografie” aus diesem Land bin ich noch nicht gestoßen: das Letztere leider – weil mich diese wohl schon interessieren würde. Weil ich meistens interessiert bin am konsensualen sexuellen Ausdruck anderer erwachsener Menschen. Einmal nobel ignorierend diese indirekten Bezugnahmen auf materielle Kultur, welche unter unmenschlichen Bedingungen dort wohl weit eher hergestellt wird. Aber das zeugt ja auch von dieser ungeheuerlichen Ignoranz aus meiner Sicht. Der sexuelle oder videospielerische Ausdruck von Menschen ist keine Ware auf welche ihn Leute wie Sie so gerne reduzieren. Es ist Ausdruck von Menschen! Auch kein Hass. Genau so wie Ihr Kommentar, wohl gut gemeint, Beethoven-Sonaten von denen im Kommentar von “FIFA 11″ gesprochen wird, oder Anderes. Diese negative Anthropologie andauernd ist absolut verwerflich für Menschen wie mich: ständig Schlechtes in Menschen denken, sich mit Überlegenheitsdünkeln als womöglich noch geläuterter Übermensch gerieren. Pfui! Das ist ein Schlechtmenschentum welches ich meine – so jemand braucht sich aus meiner Sicht überhaupt nicht für “gut” halten. So meine Werturteile
Benachteiligen tut Menschen wie mich so auch das Unverständnis von Leuten wie Ihnen. Zumindest in Deutschland – wo ich mich theoretisch schon fürchten müsste wenn ich bestimmte Videospiele in meinem Besitz bloß versuchen würde bei eBay zum Beispiel zu versteigern http://www.zensur-forum.de/viewtopic.php?t=428
Aber Videospiele – die seien so wahrscheinlich ja auch “nichts” (Wichtiges)
Und diese Zustände sollen sich auch noch in das schöne Bangladesch ausbreiten? Armes Bangladesch :-(‚

Mensch und Gesellschaft

10. Oktober 2010

Kommentar bei „Stigma Videospiele“

@TheRealBlack
“Dissozial” ist bloß ein schöneres Wort für was Anderes in meinen Augen…
Dissenz ist nichts grundlegend Differentes zu einer Gegnerschaft für mich
Es geht um Sozialdisziplinierung und ist als pathologische Zuschreibung international bloß anerkannter als etwa “verwahrlost”. Dahinter liegt in solchen Ausführungen wohl auch eine ganz bestimmte Taktik Akzeptanz durch und mit so einem Denken zu erzeugen. Einem Denken das substantiell anderes Leben nicht bloß, über Rundfunk oder Zeitungen, ausgrenzen möchte, sondern auch noch entsprechend zu einer Krankheit erklären. Aber gab es zu diesem Autor hier nicht einmal schon was? Sogar was vermeintlich Positives vielleicht – in der Zitatdatenbank?

Die Erwähnung dieses Artikels hier erinnert mich jedenfalls an eine ganz bestimmte Facebook-Gruppe: “Michael Haneke beschämt uns” oder so ähnlich. Mich nicht, sondern bedroht er eher, aber ich bin auch keineswegs bürgerlich. Sogar aus tiefster Überzeugung antibürgerlich. Mitunter selbstgewählt kinderlos und einzelgängerisch. Was hat jemand wie ich in so einer Umgebung auch schon noch zu erwarten – hoffen?
Mir fällt dabei vor allem dieses Verweis auf ein Kollektiv – “wir” oder “uns” auf. Ein “wir” sind “wir” derjenigen, welche keine Videos aus Schlafzimmern auf Youporn oder Mydirtyhobby stellen, letzteres vor allem als finanzielle (Neben-)Einkünfte, sondern die Türe zu machen und – mehr oder weniger – keusch – für die biologische Fortpflanzung und Aufzucht der Jungen sorgend. Sowie dabei auch keinen verbrechersichen Sprechgesang ausüben oder verwerflicherweise Controller respektive Computer-Mäuse in die Hand nehmen und gepflegt jemanden grillen beziehungweise Bomben legen: Bürgerliche grillen mit Holzkohle 😉
Aber so geht Kulturpessimismus nunmal. Leider – wenigstens wird die dementsprechende Ideologie ehrlich vorgetragen. Ist doch auch schon was 😦
Doch ist es “Egoismus”, “Kapitalismus” – was immer das sein soll -, wenn man so (weiter) leben möchte wie man lebt? Als glücklicher Nutznießer wovon? Frieden? Ich denke doch nein: entschieden nein. Und auch nur in Ansätzen Liberalität muss so offenbar überhaupt erst gelernt werden. Ganz dringend anscheinend. Sowie Geschichte!
Musik, Erotik und Videospiele. Davon wird da nicht gesprochen. Sondern lieber mit anderen Worten um sich geworfen: was ist das? Was heißt es den konsensualen Ausdruck anderer Menschen dermaßen gering zu schätzen? So etwas nenne ich menschenvarchtende Gewalt. Und bedrohlich. Vor solchem Journalismus fürchte ich mich. Von ganzem Herzen
Als liebe(nde)r Mensch
Der jemand wie ich so angeblich irgendwo doch gar nicht sein könnte…

Nachtrag: ‚… Man begibt sich dabei über einen Journalismus auch abgesehen von BDSM in ein äußerst problematisches Terrain aus meiner Sicht. Weil so auch Unwissenschaftliches politisch leicht transportiert werden kann, wenn man das denn möchte.
Ich erinnere da an diesen Arzt von der Berliner Charité glaub ich, der auch ein Buch geschrieben hat denk ich, und der mit seinen Warnungen vor der Sexualisierung einer Jugend (durch Pornografie) auffiel. Weil diese Sexualisierung einer gewissen Logik demnach auch fremdbestimmt sei – so wird da üblicherweise gedacht. Dass die IdeologInnen mit ihren eigenen Fremdbildern möglicherweise selbst fremdbestimmen könnten – daran kein Gedanke verschwendet. Dass da vieles auch selbstbestimmte Freude sein kann – das ist auch nicht das politische Interesse welches transportiert werden möchte anscheinend.

Grundsätzlich ist es nämlich so, dass eine Medizin, eine Psychiatrie, hier einfach Politik machen kann (theoretisch und praktisch): es fallen nämlich sämtliche Paraphilien als psychische Störungen zusammen – bis hin zum Schuhfetischismus.
Zwar wird betont, zum Beispiel 2000 von der American Psychiatric Association, dass an einer Pathologisierung dort niemandem gelegen sei, und das eigene Leid, beziehungsweise die Minderung dessen, im Zentrum von Aufmerksamkeit bei ihnen stünden, aber das fällt bei solcher Berichterstattung natürlich unter den Tisch: da ist dann spannend, auch für ein spekulatives Feuilleton das nur immer so tut als ob es aufgeschlossener wär als ein Boulevard, wie verdorben Kinder durch das Internet zum Beispiel werden. Das geht soweit, wie bei dem einen Arzt an dem ich mich erinnerte, dass jegliche Fantasien als annähernd krankhaft beschrieben werden und eine Norm sich vorgestellt wird, wenn diese wiederum auch nicht unbedingt beschrieben auftritt. Solche “Kritik”.

Bei der “Killerspiel”-Debatte ist das ja auch ähnlich: um sich nicht den Vorwurf eines Kulturfaschismus aussetzen zu müssen heißt es dort ja für gewöhnlich auch bloß welche Ästhetik, Thematsierungen, Inszenierungen, man NICHT haben möchte, aber kaum WAS man haben möchte. Man ist nur “gegen Gewalt” und als unnötig empfundene, plakative Darstellungen im Bereich der Sexualität, gegen diverse “-ismen”, usw.

Und das Gegenteil von “gut” ist so halt auch oft “gut gemeint”. Es gibt ja auch tatsächlich pathologische SchuhfetischistInnen welche den ganzen Tag an Schuhe denken, ebenso wie es computerspielsüchtige Leute gibt.
Beide sind von ihren jeweiligen Lustobjekten, Welten – “World of Warcraft” ebenso wie dem Geruch von Schuhen – sozial abhängig womöglich – vielleicht in Form einer Mischung aus sozialen und psychischen Problemen diesbezüglich.
Was auch immer – politisch transportiert werden nur kurze und letztendlich dann auch verkürzte Phrasen welche Negativbilder von Personengruppen erzeugen: eine Affinität zu Schuhen oder Games kann so schnell als Symptom, wenn schon nicht als Krankheit, vorstellig werden. Sich so ausgedacht vorhanden sein. Und da kommt man dann auch nicht mehr weg davon

An mehr Freiheit, mehr Verständnis, mehr tatsächlichem Mitgefühl gegenüber Andere, Fremde, ist dabei auch nicht gelegen, sondern Zurückdrängung gefragt, ein Einhalt gebieten, ein Grenzen setzen – restriktives Vorgehen: beschützen (von Jugend) und (Gesellschaft) bewahren. Vor dem Unheil aus der Steckdose, vor dem unerwünschten (gedachten Nicht-)Leben an Bildschirmen, der Hinwendung zu leblosen Objekten, weil der katholische Pfarrer der nach Südamerika geht und dort missioniert ist ja negativ kein Indigo-Fetischist zum Beispiel, sondern positiv ein Menschenfreund der helfen möchte, etc.
Dass “Fetisch” nicht mehr so negativ besetzt ist ist ja auch eine Errungenschaft jüngster Zeit erst: früher und für manche so offenbar noch immer ist der “Fetischist” eher so etwas wie die Vorstufe zum “Triebtäter”. “Fetisch” war und ist traditionell auch immer negativ besetzt (gewesen). Bis hin zum Warenfetisch beim alten Karl (Marx) – das entbehrt auch über eine “Kapitalismuskritik” wohl nicht einer gewissen Logik. In der Subsistenzwirtschaft einer Claudia von Werlhof gibt es keine Schuhe zu kaufen, da muss man sich selbst welche machen! Wird jeder zum Schuhmacher, nicht dem Rennfahrer, und Schuhmacher sind glaub ich nur selten Schuhfetischisten, denn wer hat schon das Glück dass sein oder ihr jeweiliger Arbeitsgegenstand paradiesisch erscheint. Arbeit soll einer gewissen Ideologie zufolge ja auch ernst und mühsam sein. Alice Schwarzer scheint ja auch dem alten griechisch-preussischen Ideal anzuhängen, dass Armut nicht schände sondern adle. Schließlich wird Angebot und Nachfrage so zum Bösen

Man wünscht sich eine zumindest einigermaßen homogene Dorfgemeinschaft, jede Rede von einer “Leitkultur” steht auf enormen Fundamenten der Gewalt (eines Staates, von Gesellschaft), im Alltag, im Rundfunk ebenso wie in der vermeintlich “hohen” Politik, das heißt auch im globalen Netz – und nicht Typen wie den da: http://www.kumpf.at/de/der-asoziale
Da gibt es vielleicht noch den Dorfdeppen, aber der ist ja auch irgendwo in eine Norm integriert und zur Unterhaltung da.‘