Keine Vorurteile: der Hass der Kleinen Zeitung, oder das Feindbild des Weihnachtsmannes als immer wiederkehrendes Opfer

Da braucht keine Zeile gelesen zu werden um zu wissen was dort alljährlich gespielt wird, welche Ressentiments bedient werden – was so unter „Kritik“ womöglich noch verstanden wird: als ich vorhin aus einiger Entfernung ein Bild des Weihnachtsmannes in der Kleinen Zeitung verkehrt erblickte. Denn die Erfahrung hat alle Jahre gelehrt was dort in diesen Tagen transportiert wird, welcher Hass gegenüber anderen, fremden Menschen, welche Hoheit über deren Kultur. Kultur, welche so womöglich noch geleugnet wird. Gegen „Kommerz“ oder „Trivialisierungen“ – die Hoheit und Gewalt mit moralischen oder sonstigen Überlegenheitsdünkeln – heuer anscheinend bloß überdeutlich.
Jedes Jahr dasselbe Spiel – wie bei der Gewalt gegen Gewaltdarstellungen.

Ich hätte Vorurteile hat es geheißen – bis der Artikel zum Bild selbst gelesen wurde: da ich mich wegen meiner schon schwer angeschlagenen Gesundheit nicht aufregen solle lediglich ein Titel (Der Dicke aus Amerika), sowie zwei Schlagwörter „Globalisierung“ und „Coca-Cola“ geliefert.

So hat der Antiamerikanismus, diese kulturelle Fremdenfeindlichkeit, bereits seit Jahrzehnten in Österreich Saison – die Frage ist bloß wie es weitergehen wird, ob auch hier demnächst populistische Zustände wie in Osteuropa zu erwarten sind. Die Kleine Zeitung ist jedenfalls auf den besten Weg auch dahin

Doch nicht einmal diese Schlagwörter und/oder der Titel wäre/n so eben nötig gewesen, denn das Bild eines Weihnachtsmannes genügt in der Zeitung schon um zu wissen was das Ganze solle – es gleicht in jedem Fall einer Karrikatur welche negative Gefühle schüren soll.

Kein Platz für Ambivalenz

Der Weihnachtsmann ist dabei auch nichts, das Freude bereiten dürfe – er oder es, das Weihnachten der Anderen, soll offenbar unterdrückt werden, sich dagegen behauptet werden. Der Weihnachtsmann ist dort kein Sympathieträger wie für Menschen wie mich. Die auch KatholikInnen sind. In einem Land in welchem etwa auch Kruzifixe beschämenderweise aus dem öffentlichen Leben noch immer nicht verschwunden sind: ein Umstand für den ich mich als Katholik darüber hinaus zutiefst schäme.

Denn weder Schulen und Gerichte noch Weihnachten sind bloß für ChristInnen da, deren Intoleranz sie womöglich auch nur zu eingebildeten ChristInnen macht: Weihnachten ist für alle Menschen da. Auf der ganzen Welt. Ob als Xmas oder im Umfeld von anderem Religiösem wie Chanukka. Doch gerade gegen diesen eigentlich zutiefst katholischen Gedanken wird sich so gewehrt, wenn ein Dorf oder eine „Region“ beschworen wird. Gar immer noch und wieder ein „Abendland“. Aus einer kleingeistigen Pseudo-Metropole in der selbst BettlerInnen vertrieben werden und die sich noch einbildet eine Stadt der Menschenrechte (mal gewesen) zu sein, obwohl sie früher mal doch einen ganz anderen Titel trug…
Wovon so naturgemäß auch nichts gewusst werden möchte

Ähnlich wie in anderen Fällen kultureller Fremdenfeindlichkeit in der Form auch ist es so eben zudem weniger ein „für“ etwas sein, als ein „dagegen“ in Intoleranz, Verachtung und Illiberalität: die eigene Stellung wird nicht hinterfragt – bleibt ohne einen Gedanken an andere Unternehmungen zu verschwenden fern jeglicher „Kritik“. So wie die ganze Heuchelei in diesen Tagen: wie schön wäre es, auch für mich als überzeugten Katholiken, ein Christentum beständig hoch leben zu lassen – nein, stattdessen wird ähnlich wie bei den diversen Friedensbewegungen gegen „Militär“ der Weg des Hasses beschritten – die mehr oder weniger unterschwellige Forderung einer eingebildeten, brutalen Säuberung, wenn schon nicht offen faschistoider Reinigung, und Herrschaft von „Kultur“. Vom Kommerz etc. „Kultur“ dermaßen normiert ist auch grundsätzlich eher Gewalt, und hätte eben keine Berechtigung in einer Gesellschaft friedlichen Miteinanders.
Was Menschen an Weihnachten so auch immer tun mögen: ob beten oder in geselligem Beisammensein Krieg spielen, sich damit auseinander setzen. Ohne darüber mit der realen Gewalt eines Journalismus oder Schlimmerem zu bestimmen zu suchen, Druck auszuüben. In für mich nur abscheulich zu nennenden Vorstellungen eigener Überlegenheit.
„Kultur“ welche völlig undemokratisch so auch bloß Wenige schaffen könnten, ja eben dürften, „Kulturschaffende“ – wo Andersdenkende routinemäßig ausgegrenzt werden. Kein Wort sagen

Man nichts hört – von Niemandem.

Dennoch existieren sie. Menschen wie ich. Welche auch Menschen sind und weiterhin ihre Kultur leben möchten!
Und dabei werden diese Formen intoleranten Hasses gegenüber angeblich tatsächlicheren Rassismen wie gegen Hautfarben noch geleugnet oder zumindest verharmlost. Wird ihnen vielfach darüber hinaus auch zugestimmt.
Eine Gefahr welche so ebenfalls nicht wahrgenommen wird – in ihrer Bestimmung über andere Leben und Denkweisen wie den Meinigen.

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