Neuerliche Kritik an der Gamestar

Gamestar

„Auf Zivilisten schießen in Modern Warfare 2 , christliche Demonstranten gegen Dante’s Inferno oder Taliban als Gegner in Medal of Honor .“

Ich finde es sehr bedenklich, dass die Gamestar auch eindeutige INHALTE von Spielen offenbar mit als PR so ansieht. Das ist doch eigentlich die typische Argumentation von der anderen Seite in der „Killerspiel“-„Debatte“, dass nämlich „Gewalt“ als auch wirtschaftlicher Anreiz sich so vorgestellt wird.

Dazu möchte ich auch feststellen, dass sich diese PR-Kampagne NICHT an der Situation in Deutschland ausrichtet, kaum für Deutschland gedacht ist und eigentlich so auch nichts mit Deutschland zu tun hat.
„The disapproving mom“ ist doch eher ein US-Klischee, in Deutschland müsste man ja da wohl noch viel weitergehen als dass auf Bilder von „Müttern“ zu beschränken

Und ob Electronic Arts die Situation in Deutschland mit Humor auch nehmen würde?
Videospiele sind – anders als realpolitisch außerhalb davon – in Deutschland doch von tatsächlichen Verboten bedroht, welche über bloße Verkaufsverbote an Minderjährige weit hinausgehen
Also ich glaube kaum, dass EA da auch etwas so lustig finden wird wie im Falle dieser „Mütter“

Noch dazu, wenn man – wie man anhand der Gamestar eben auch wieder einmal sieht – sogar noch innerhalb der Spielpresse eine solche Negativität über fremde Kreativität hat. Aus meiner Sicht völlig undenkbar in Spielpresse anderswo. Noch dazu mit einer vermeintich großen Zustimmung im Gamestar-Publikum

Für Deutschland problematischer sehe ich da schon die (spezifisch deutsche?) PR für ein „Hearts of Iron“, wenn dort damit geworben wird dass es in China angeblich „verboten“ wäre und gleichzeitig über die Zensurmaßnahmen für den deutschen Markt sich ausgeschwiegen wird.

Grundsätzlich sehe ich die Dead-Space-2-Kampagne da jetzt jedoch ebenfalls sehr kritisch.
Aber aus anderen Gründen als dass ich mich – womöglich noch in Empörung – über das kreative Erzeugnis selbst aufregen würde. Dieses – warum auch immer – kritisieren. Nein: sondern dahingehend, dass da nicht nur direkt – als humoristisches PR-Spiel und politisch-sozialer Kommentar – ein „Mütter“-Stereotyp vorgetragen wird, sondern indirekt ein Publikum vermutet wird, dass die Meinung solcher „Mütter“ sozusagen überhaupt interessiert.
Also ein eher minderjähriges Publikum: aber nochmal – das Marketing bezieht sich doch eher auf den US-Markt wo es traditionell auch ähnliche Strategien der Vermarktung bei Teenie-Slashern im Filmbereich schon gab.

Dennoch: gerade deshalb sehe ich die PR auch kritisch, weil – so gerne ich persönlich die Filme auch habe – „Dead Space“ ist kein „Friday“-Film. In „Dead Space“ geht es thematisch zum Beispiel um religiöse Verblendung – es wird künstlerisch sehr viel mit dem Aufbau einer akustisch bedrohlichen Atmosphäre versucht einen Affekt zu erzielen, ähnlich wie Ridley Scott in „Alien“, und – aus meiner Sicht jedenfalls – wesentlich weniger mit cheap thrills gearbeitet. Die vielen Splatter- und Gore-Momente welche es gibt sind dabei eher auf die Körpererfahrung reduziert. Sogar eher auf außerkörperliche Erfahrungen für mich.

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