Kommentar bei RP ONLINE

Kommentar: ‚Aus meiner Sicht ist es zum Beispiel ungeheuerlich verharmlosend etwas wie Rassismus bloß auf Oberflächlichkeiten wie Hautfarben zu reduzieren: dieser Kommentar von Martin Beils belegt dies für mich sehr schön. Auch Bezüge zum Geschmack und Empfinden anderer, fremder Menschen können annähernd ähnlich, oder substantiell in der Sache sogar noch stärker beleidigend und diskriminierend sein für mich. Zumal diese weit eher das Wesen, den Charakter von Menschen betreffen werden. Was ihnen denn jeweilig gefällt, sie interessiert, womit sie sich berechtigterweise beschäftigen möchten.

So ist für Menschen wie mich die Auseinandersetzung mit Phänomenen wie Krieg in Computer- und Videospielen ohne moralische oder sonstige Überlegenheitsdünkel enorm wichtig, wertvoll und keineswegs bedenklich. Oder gar demnach negativ zu sehen. Verwerflich. Im Gegenteil. Genau so wie auch andere grundsätzlich nicht jugendfreie Inhalte für Erwachsene wie mich in Medien unverzichtbar sind. Und so ist es auch eher eine wie hier vorgetragen nur allzu reale Gewalt dagegen, gegen etwas wie Gewaltdarstellungen, auch verabscheuungswürdig zu nennen. Eine solche Intoleranz wie sie hier von Herrn Beils vorgetragen wird nur auf das Schärfste zu verurteilen. Darauf nicht – wie in dieser Form – zu reagieren könnte ich mit meinem Gewissen auch nicht vereinbaren: Gewissensfreiheit ist ein Menschenrecht und dahingehend handle ich mit diesem Kommentar ebenso moralisch wie ich dies für gewöhnlich in für Deutschland vielfach noch zensierten Spielen wie „Call of Duty“ tue. Dafür denke ich schließlich auch ein Gewissen zu haben.
Als Historiker hätte Deutschland dabei aus meiner Sicht auch eine historische Verantwortung gegen den konsensualen Ausdruck Anderer eben nicht mit derlei kulturellen Sauberkeitsvorstellungen vorzugehen. Leider wird diese Verantwortung so vielfach offensichtlich keineswegs wahr genommen: und zu dieser chauvinistischen Verantwortungslosigkeit gehört wohl auch die Ignoranz einer Behauptung wie sie im Hauptartikel zu finden ist, dass es nämlich in „zahlreichen Ländern“ einen „Index“ wie in Deutschland gäbe – was nachweislich unhaltbar ist. Die den Ausdruck anderer Menschen so verachtende Brutalität eines Staates unter dem Deckmantel von „Jugendschutz“ welche ebenso wenig wie strafrechtliche Verfolgungen von Gewaltdarstellungen mit Ausnahme vielleicht von der Schweiz eine internationale Entsprechung in anderen pluralistischen, demokratisch-säkularen Rechtsstaaten der Welt haben. Eine staatliche Brutalität deren Gehilfe auch ein Journalismus im Land längst geworden ist, wovon man eben auch hier auf RP ONLINE Zeuge werden kann: anstatt ein verantwortungsvolles Regulativ darzustellen wie es eigentlich doch dessen Aufgabe wäre, als vierte Gewalt. Lächerlicher und traurigerweise zugleich.‘

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