„Pinkifzierung“: jetzt müssen schon Farben daran glauben…

Im ORF konnte man gestern Abend Zeuge von etwas werden das ich in meinen Arbeiten für gewöhnlich eigentlich nur scherzhaft einsetze: Hetze gegen eine Farbe. „Pink“ war die Auserkorene.
Die Farbe wurde als Übeltäterin gebrandmarkt, verantwortlich für eine gewisse „Feminifizierung“ anstatt eines wahren (des wahren?) Feminismus. Und dieses wie üblich als „Kritik“ vorgetragen – ganz so wie es sich für eine normierte „Kultur“sendung und deren stets negativer Beziehung zu fremdem Anderem gehört.
Dem Vernehmen nach wurden dazu gleich internationale KronzeugInnen geladen – bis hinauf in die obersten Etagen der kleinen Tageszeitung wo West-Berlin die Himmelsrichtung nie verloren hat: leider konnte ich den gesamten Beitrag nicht rezipieren weil sich der rosarote Teil meiner Wohnungseinrichtung dermaßen davor fürchtete was da aus dem Fernsehapparat für ein (Un-)Geist strömte und ich diese erst beruhigen musste, überzeugen, dass sie sich aus Angst vor Verfolgung (noch) nicht umfärbeln braucht solange ich sie zu beschützen vermag. Ja meine Wohnungseinrichtung ist klug und denkt mit: sie fällt nicht auf „Kritik“ so herein und kann damit glücklicherweise auch nicht „umgehen“, statisch wie sie ist, wenn sie wahrnimmt dass ihre Farbe „falsche“ Bilder vermitteln würde.
Eine Farbe mit der gar alles Üble (hoffentlich zumindest nur diesbezüglich auf der Welt) anfangen, usw. usf. Was das Richtige sei wurde im Österreichischen Rundfunk naturgemäß ausgespart, also auch was richtige „Männer“ und „Frauen“ wären, um nicht zu sagen Menschen. Bloß die Falschen vorgestellt: von einer bekannten Hotelerbin als Oberschurkin der rosaroten Stereotypenbande angefangen. Dieses bekannte Hotelerbinnen-Stereotyp halt. Man hat ja sonst offenbar nichts zu berichten bei der Hand dort. Es ist ja nicht so, dass es noch eine andere Welt jenseits der Wiener Philharmoniker am Opernball, Nikolas Harnoncourt zum hunderttausendsten Mal, den Beatles als populärem Feigenblatt, von Daniel Kehlmann oder der bösen „neoliberalen“ Globalisierung gäbe. Im stereotypischen Rundfunk – der Heimstatt des Richtigen, wo einem eben auch noch gesagt wird wie über Farben zu denken wäre. In den „richtigen“ Leben.

Nein, dieser Feminist hier ist froh dort nicht zu Hause zu sein und lebt demnach gern im Falschen, sowie sagt: pink is not bad. Kann es gar nicht – bei diesem herrlichen Song

Musikverherrlichender Weise.

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