Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum

Kommentar zum Artikel aus „Ein Widerspruch in sich“ (2): ‚Wie soll eine Annäherung auch nur im Geringsten dabei möglich sein wenn die Ausgangslage in so einem kleinen Artikel bereits so beschrieben wird: natürlich gibt es da keine Vorwürfe gegen Games, und natürlich gibt es auch keine Hetze gegen Games in der Form. Weil das auch gar nicht nötig ist demnach – das Selbstverständnis eines solchen Stückes liegt doch schon klar und offen da.
Und natürlich soll das Ganze einen möglichst „guten“ Ausgang haben, auch wenn man sich wie beschrieben schon nicht gänzlich versteht einen Fortschritt implizieren. Da scheint ja auch ein Realismus und kein Idealismus die Grundlage davon zu sein. Dass man nachher wenigstens miteinander redet. Der ist so eben auch GEWOLLT, vorgegeben. Aber das ist auch nicht das Problem.

Anscheinend nützt es auch nichts einen solchen Artikel tatsächlich zu lesen oder eine andere Sendung zu sehen, wenn genau dieses am Ende sowieso (wieder) nicht erkannt wird. Wenn eine geballte Ladung Vorurteile welche die bloße Idee von etwas, die sozioökonomische Siuation einer solchen Aufführung wie Zeit und Ort bereits offenkundig kreiert, bestimmt haben, nicht erkannt wird. Und anscheinend sieht man so auch keineswegs die dem zugrundeliegende gesellschaftliche Gewalt: die Gewalt einer Gemeinschaft welche über Anderes zu bestimmen sucht. Nicht unbedingt gleich verbieten.

Ich frage mich wirklich wie so, mit einer solchen Einstellung, Games noch verteidigt werden wollen.

Nicht das was einem selber gefällt.
Das ist leicht.

Oder wollen sie das am Ende doch gar nicht? Weil man das eine oder andere Spiel sowieso (auch) schlecht, sch****, findet? Mittlerweile glaube ich bereits eher das. Möchte man am Ende doch lieber nur (selber) gut dastehen – vielleicht in Hinblick auf die eigene Zukunft, Berufschancen etc. ??

Und bestimmen einzelne Vorwürfe oder Verbote einen solchen Umgang mit Videospielen? Nein. Haben sie noch nie. Diese kommen wenn dann auch erst später, bauen auf einer bereits vorhandenen Grundstimmung auf.

Und wie sieht diese aus? Doch so, dass man „Krieg“ zum Beispiel „nicht spielt“. Und wer das doch tut, der tut das im besten Fall um sich abzureagieren, sich wie in dem Artikel geschildert virtuell zu rächen, und im Schlechtesten um einen Amoklauf vorzubreiten. Er tut es eben NICHT um über Polizeiarbeit zu reflektieren. Er spielt nicht CS um über das Phänomen des Terrorismus nachzudenken, das was in den Nachrichten womöglich gerade eben gewesen ist, Vorstellungen von Sicherheitspolitik etc. Er spielt nicht „Manhunt“ um über unheimliche Hinterhöfe in städtischen Umgebungen zu grübeln, usw.
Auch die Leute welche aus dem einen oder anderen Grund „Krieg“ spielen wollen, sich mit gewaltdarstellenden – oder „gewalthaltigen“ wie es heißt – Spielen beschäftigen werden so demnach irgendwann an ihre Grenzen stoßen: zum Beispiel wenn es um Massaker an ZivilistInnen geht.
Im Endeffekt kommt es aufs Gleiche hinaus – ob man nun vorher gleich alles ablehnt, oder erst nachher vor einem Massaker abblockt. Weil man Hunderttausende Spielfiguren schon umgebracht hat, daran nichts gefunden, aber die Spielfigur Nr. Hunderttausendstundeins ist ein Jüngling namens Isaak der geopfert werden soll – in einer alltestamentarischen Rendition zum Beispiel – und das geht nicht, weil man als Abraham nicht vor so ein Verbrechen gestellt werden möchte. Und an Gott glaubt man womöglich gleich sowieso gar nicht.
Also das ginge überhaupt nicht.

Ansonsten würde man eine solche Konstellation in keinem Theaterstück haben. Ansonsten würde womöglich der Veteran Counter-Strike spielen um so seine Erlebnisse zu verarbeiten…‘

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