Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum

Kommentar: @KFN
Mag schon sein dass das alles nicht ehrlich gemeint ist von denen, aber ich hab eher den Eindruck als wolle der Verein damit mal den Fritz für sich gegen den Spiegel vereinnahmen…
O-Ton Christian Stöcker: ‚Zentrales Ergebnis: Mit dem gleichen Fragebogen, den das KFN entwickelt und verwendet hatte, kamen die Forscher aus Hamburg und Köln zu ganz anderen Ergebnissen. 0,9 Prozent der Befragten lagen demnach über dem Schwellenwert für die Einstufung „gefährdet“, nur 0,5 Prozent über dem Wert für „abhängig“. In konkreten Zahlen bedeutet das: Von den 600 befragten Deutschen erfüllten ganze drei die vom KFN aufgestellten Kriterien für „Abhängigkeit“. Wobei die Autoren der neuen Studie betonen, es handele sich dabei ohnehin „um keine Diagnose von ‚Computerspielabhängigkeit‘ im Sinne eines klinischen Störungsbildes“.‘ http://www.spiegel.de/netzwelt/games/0,1518,745907,00.html
Ich glaube im letzten Satz aus diesem Zitat liegt der Hase im Pfeffer, denn das was der KFN-Text jetzt mit Tabelle 1 darin zum Beispiel ja darlegen möchte als doch Grundlage ist, dass ähnliche Zahlen anders mitgeteilt werden. Darin liege dann wohl der Missbrauch und/oder die Verzerrung in der Darstellung vom Spiegel. Verschieden interpretiert. Und das mitunter halt auch, weil die einen andere Interessen mitbringen als die Anderen. Das sagt das KFN natürlich nicht (aus). Soviel zu diesen unterschiedlichen Ergebnissen.

Nichts anderes hat der Stöcker hoffentlich ebenfalls behaupten wollen: sicher hätte er noch dazu sagen können, dass sie schon gleiche Zahlen herausbekommen haben. Nehme einerseits doch an, dass die KFN-Zahlen ihm auch bekannt gewesen sind. Ich weiß gar nicht was die so haben… Und irgendwie erinnert mich das doch schon an diese Mediengewalt-Texte, allein als Replique, wo mit Hilfe von Anderson gegen Ferguson gegengeredet wurde weil der noch auf was bei denen draufkam. So widersprochen. Kindergarten. Bislang hab ich das KFN ja noch nicht bei Weiß und Co. angekommen wahrgenommen. Das hat sich seit gestern geändert.

Andererseits beginnt für mich bei diesen Zuschreibungen naturgemäß auch schon ein Problem – ebenfalls bei Fritz und Co. Die halten sich mit politischen Implikationen bloß zurück meiner Ansicht nach.
Ich vermisse da echt jegliche Erkenntnistheorie. Die tun so als hätten sie Farben wahrgenommen. Wenn man nicht gerade farbenblind ist kann man sich ja noch einigen dass etwas lila ist. So würde ich Abhängigkeit in jedem Fall höher einstufen als bloße Sucht. Bei denen ist das umgekehrt. Vielleicht lebe ich auf einem anderen Planeten, aber ich verstehe darunter etwas anderes.
Wenn man mir sagt: Du bist krank, dann glaube ich das erst wenn man mir sagt wieso ich wo krank wäre. Nicht dass ich krank bin. Einfach so bestimmend.
Weil man ab einer gewissen Anzahl Stunden die man in seiner Freizeit vor dem Bildschirm verbringt krank sei – im Berufsalltag eines Büros womöglich hingegen nicht. Weil längere Bildschirmzeiten dort vielleicht halt noch legitim(er) wären. Und auch wenn es da um minderjährige SchülerInnen immer gehen sollte: was spräche denn dagegen dass die in ihrem Unterricht auch ständig auf ein Tablet oder so schauen müssten.

Ich hatte in letzter Zeit andauernd Blutuntersuchungen bei mir vornehmen lassen müssen: dabei kann ich ja noch nachvollziehen, dass in einer Medizin über Blutwerte Erkrankungen festgestellt werden können, aber die werfen da mit Zahlen um sich bei Untersuchungen an Menschen wo ich die empirischen Möglichkeiten dafür bereits nicht sehen kann.
Und dafür habe ich dann überhaupt kein Verständnis.

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