„Srpski Film“ und kein Ende – Kommentare auf SB.com

Kommentare: ‚Ich habe den Film nicht gesehen, sondern nur ein Interview mit dem Regisseur – aus Belgien glaub ich.
Doch stimmt es mich schon äußerst nachdenklich wie hier über den Film und die Kreativen dahinter geschrieben wird: wird hier denn gar kein Verständnis für Fiktionen mitgebracht?

Dafür braucht niemand den Film gesehen haben. Fiktional sollte wirklich jeder alles machen dürfen. Fiktionen sollten frei sein. Und das sollte in einer Demokratie wirklich unstrittig sein.
Sieht man mal vom Gewaltdarstellungsverbot in Deutschland und der Schweiz ab ist es das eigentlich auch.

Wenn man ein Massaker wie in „John Rambo“ beispielsweise vor Augen hat ist das hoffentlich doch auch nichts das demnach „ok“ wäre – und so soll eben auch der Film keine Verbrechen an Kindern gut heißen, sie aber auch visuell inszeniert darstellen und nicht nur ausblendend oder aus dem noblen Off wie bei einem Haneke im Siebenten Kontinenten präsentieren.

Ich hab ja noch die Befürchtung, dass es sich auch hier um einen schlimm reaktionären, pornografiefeindlichen Film in der Nachfolge von Lukas Moodyssons „A Hole in My Heart“ oder „Daisy Diamond“ aus Schweden handelt. Als Erbe Pasolinis.
Dabei habe ich schon die Szenen mit dem Baby in „Daisy Diamond“ als absolut an Missbrauch grenzend, unerträglich und völlig widerwärtig empfunden.

Was anderes ist es das diese Fiktionen möglicherweise implizieren – welche Darstellungen womöglich die eben doch Pornografie Minderjähriger nach einem Strafrecht bedeuten würden – ich bin da jetzt stutzig: bislang dachte ich es ginge nur um Spezialeffekte, irgendwelchen Kunststoff der irgendwie problematisch zum Einsatz käme.
Doch nun lese ich hier indirekt, dass da doch reale Kinder auftreten?
Bei sexuellen Handlungen? Das ergäbe natürlich gleich ein ganz anderes Bild…‘

‚@bouncer
Unter virtueller Kinderpornografie werden etwa gezeichnete pornografische Darstellungen von Kindern verstanden. Einfach googeln…
Ich kann mir vorstellen, dass ein Gericht so technische Hilfsmittel die Kinder sein sollen auch darunter fallen sehen könnte.
Mit einer Rede von „Anschein“, wie dem Fall von Max Hardcore, hat das eigentlich nichts zu tun sondern ist wenn dann eine Verkürzung – sie wird international nur auch unterschiedlich behandelt: in den USA ist sie seit 2002 (wieder) straffrei. In Deutschland, Österreich etc. soll sie neuerdings gleich wie reale Kinderpornografie behandelt werden, obwohl sie opferlos ist.
Virtuelle Kinderpornografie ist theoretisch ein wesentlich weiteres Feld: sie reicht von Plastiken und Comics über Animationsfilme bis möglicherweise
eben auch zu solchen Spezialeffekten. Sie kann zufällig vorhanden sein, unbeabsichtigt, aber auch gezielt als Ersatz für reale Darstellungen dienen – womit sie wohl sehr gefährlich auch wäre. Deutschsprachig gibt es dazu einen ganz guten TAZ-Artikel: http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/das-fehlende-opfer-1

Dabei ergeben sich ebenso viele ethisch-moralische Fragen: ist es etwa zu verantworten, dass Darstellungen die Bart und Lisa Simpson beim Geschlechtsverkehr zeigen gleich behandelt werden wie Darstellungen realer Kinder. Verharmlost das nicht (eklatant) Verbrechen an Kindern?
Zusätzlich mag es noch weit in Fiktionen hineinreichen – das hätte dann mit „Anschein“ möglicherweise wieder zu tun: man stelle sich Geschichten vor in denen Figuren anders geschlechtsreif werden. Zum Beispiel Kes aus „Star Trek: Voyager“, usw.‘

„Ich glaube hier geht es um virtuelle Kinderpornografie. Kann schon sein, dass der Film so auch in Deutschland verboten werden wird.“

„Nachtrag: der Film ist ja auch kein politischer Extremismus, wozu ich auch Verunglimpfung religiöser Lehren zählen würde – wie sie auch manch rechtspopulistischer Dokumentation gegen den Islam vorgeworfen schon wurde.
Der Film stellt wenn dann Kritik an serbischen Verhältnissen – was ich in Hinblick auf antiwestliche Verherrlichungen bei einem Feuilleton-Darling wie Peter Handke diesbezüglich auch nur begrüßen möchte.
Der Film soll dazu heuer noch im Filmcasino bei mir in der Nähe, in Wien, gezeigt werden: davor fürchte ich mich jetzt schon ein wenig. Ich glaube irgendwie aber auch nicht, dass der Film unbedingt besonders viel Aufsehen hier erregen wird.
Zustimmung wird er da aus meiner Sicht jedenfalls kaum finden. Die vorherrschende Ideologie hier in Österreich ist ja (auch) eine der Zurückhaltung.“

‚Korrektur zu 35.: „Daisy Diamond“ ist formal natürlich ein dänischer Film.‘

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