Replique auf Christian Schmidt

Bei der Gamestar: ‚“Schöngeistige Äußerungen“ sind wohl eher Ihre Sache Herr Schmidt, bei Ihren zumindest indirekt Verurteilungen von Gewaltdarstellungen – bei womöglich noch Applaus für die ganzen politischen und leider auch strafrechtlichen Verfolgungen diesbezüglich in Ihrem Land: Antisemitismus und Islamophobie sind dabei wenn dann meine Anknüpfungspunkte gewesen, Anfänge und keineswegs Enden in meinem Denken.
Doch so offenkundig ist das schließlich alles etwas womit Sie nicht konfrontiert werden möchten, ganz nach dem Motto: austeilen aber nichts einstecken (wollen). Bloß nicht! Dann wird womöglich noch „Godwin’s Law“ herausgekramt, und überhaupt ist das ja alles völlig abwegig was ich sage – überzogen – mindestens!
Immer und immer wieder das gleiche – kaum weist man auf diese gesellschaftlichen Probleme hin kommt sofort eine Abwehrhaltung zum Vorschein: nach dem Motto „bloß nicht!“ Das hat mit dem allem doch gar nichts zu tun – hier geht es doch „nur“ um Computerspiele. Wie bezeichnend.
Und so wird im Alltag einfach weitergemacht, doch ich finde: es wird immer schlimmer.

Wie auch immer Sie diese Gewaltdarstellungen wahrnehmen: offenbar interpretieren Sie sie beständig affirmativ. Können womöglich gar nicht anders – sind bei Instrumentarien wie ich sie hier für gewöhnlich feststelle auch gar nicht zu einem anderen Begreifen in der Lage.

Kultur-Unverständnis ohne jedwede Bereitschaft zur Auseinandersetzung auch nur mit einem Wort das ich in meinem ersten zusammenfassenden Kommentar hier von mir gab.
Morgen haben Sie vielleicht alles sowieso schon wieder vergessen – und beim nächsten Amerikathema beginnt dann das gleiche wieder von vorn: nein, ich spreche Obsidian nicht ab dass dort wirklich so gedacht wird, genauso wenig wie ich glaube dass es hier um Fakten ginge. Eine andere „Textkritik“ sehe ich hier angesichts der geballten Ladung an Vor- und Nachurteilen welche ich hier wahrnehme nicht möglich. Ja leider ist es mir mit meinem Gewissen bloß möglich das was ich so las „abzukanzeln“.

Aber das alles hat ja schon die völlig unreflektierte Verurteilung von „No Russian“ als Provokation, Geldgier oder was weiß ich noch nicht alles gezeigt – von (fast) der gesamten hiesigen Redaktion Ende 2009.
Oft wenn etwas nicht in den Kram passt ist es anscheinend „Provokation“ – das was Infinity Ward tat war das, was ich schrieb im besten Fall wohl nur ebenfalls, usw. usf.

Denn so wird notgedrungen einmal alles das aus einen Rahmen fällt, ein bisschen vielleicht doch zum Nachdenken anregt, jedenfalls (ver)stört, am Ende negativ „Provokation“ sein – wenn es sich nicht in Zurückhaltung übt oder eingeforderte, zurückhaltende Positionen einnimmt, wie es damals bei „No Russian“ bereits (indirekt) gefordert wurde: wenn man doch bloß in die genehme Opferrolle eingetaucht wäre, wo ansonsten beständig Leute umgebracht werden. Aber das sei der in ihrem Land vorherrschenden Ideologie zu Folge ja „nur gewalthaltig“ und nicht etwa „gewaltverherrlichend“.

Doch für Menschen wie mich unterscheidet „Manhunt“ lediglich eine Konkretisierung von Gewalt, Ästhetik, von „Super Mario 64“, während für Sie „Super Mario 64“ wahrscheinlich wie es bei der unsäglichen USK heißt gar nicht „gewaltdarstellend“ sei und offenbar gesetzt einzig als familienfreundlich unbedenklich gilt, sowie Sie und Ihre Redaktion ein „Manhunt“ gesetzt dem Fall überhaupt nicht gewillt sind (noch) zu verteidigen. Das ginge ja alles schon viel zu weit…
So wie es der Staat bei Ihnen ja auch vorgibt: einfach der Obrigkeit vertrauen. Selbst (nach)denken verboten! Wird schon seine Richtigkeit haben, nein es ist ja auch „gewaltverherrlichend“ und nicht bloß „gewalthaltig“ – so wie etwas das „schön“ ist auch nicht „hässlich“ sein kann – angeblich…

Ich hatte einmal gehofft, zum Beispiel bei Ihrer tatsächlich noch fundierten Kritik an „Far Cry 2“, dass Sie ein im positiven SInne ernst zu nehmender Beobachter wären – heute kann ich aus Ihren Worten jedoch leider nur noch negative Gefühle entnehmen.
Am Ende sagen Sie bloß, dass ich ein „Spinner“ wäre – wie bezeichnend, dieses IgnorantInnentum samt überheblicher Aroganz gepaart mit intellektualisiert-verphrasten Überlegenheitsdünkeln: ich danke für die Desillusionierung! Aber nicht für mehr. Ehrlich gesagt nicht.‘

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Eine Antwort to “Replique auf Christian Schmidt”

  1. Das Problem der Gewalt und des Sexismus in Videospielen | Der Almrausch. Videospiele für niemand* Says:

    […] zurückgeworfen werden. Wie ich 2011 am eigenen Leib beobachten durfte, wo dann auch schnell eine Kindergartenmentalität der Marke “selber doof” zum Vorschein kommen kann. Überfordert? Mag sein. Doch dann soll Mann halt besser schweigen, wenn keine anderen Meinungen […]

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