Bilder schwitzender „Perverser“ aus Kellern, oder: die Ressentiments gegen „Dead or Alive“

Sie begleiten praktisch jeden der wenigen Releases von der Franchise und begründen wohl auch weshalb nicht mehr japanische Spiele dieser Art im Westen erscheinen – so long mein erhofftes Ikki Tousen für die PSP. Und dazu bedarf es offenbar kaum weitergehender Vorwürfe: hasserfüllte Kommentare zu diesen Veröffentlichungen kommen wie selbstverständlich dazu, vor allem in der englischsprachigen Videospiel-Fachpresse wie mir scheint. Was etwa in Deutschland die Gewaltdarstellungen sind können so zwar tatsächlich vor allem puritanische Einstellungen sein, doch glaube ich greift das zu kurz. Viel zu kurz. Es scheint sich für mich eher um eine Form von Selbsthass zu handeln der auf das kulturell Andere, nur vermeintlich Fremde, etwa repräsentiert durch Katzenohren, projeziert wird.
Dazu wird sich – wie üblich – selbst für sozial kompetenter gehalten als jene denen die Katzenohren gefallen, usw.

Natürlich könnte ich jetzt auch schreiben, dass das bezogen auf JapanerInnen als solche noch dazu wohl blanker Rassismus von oben bis unten ist, aber was bringt das schon…

Um die Erzeugnisse selbst scheint es dabei jedenfalls kaum zu gehen. Was wie ein Mantra fast schon vor sich hergebetet wird sind nämlich Ideen von Menschen, Typen welche die Vortragenden offenbar von sich weisen wollen – angsterfüllt – und sie beschwören dabei häufig stets gleiche Bilder. Zum Beispiel Bilder schwitzender „Perverser“ aus Kellern.
So schrieb ein gewisser Dan Ryckert am 11. März beim angesehenen Game Informer in den USA:
„Dead Or Alive is a series that knows its creepy fans. Hell, DOA Paradise has virtually no gameplay but plenty of footage of balloon-breasted young girls lathering themselves up and taking turns licking the same ice cream cone. While the DOA fighting games dial down the perv factor somewhat, there’s still plenty to appeal to the pockmarked, socially awkward, sweaty, desperate, basement-dwelling creepers who get their kicks watching virtual ladies fondle each other…“ Creepy „-guy favorites“ wären dabei „the schoolgirl outfit and one with weird cat ear crap.“
Ich habe ehrlich gesagt kaum etwas hasserfüllteres und menschenverachtenderes aus der Gaming-Presse je gelesen.

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Eine Antwort to “Bilder schwitzender „Perverser“ aus Kellern, oder: die Ressentiments gegen „Dead or Alive“”

  1. Hauptsache Untote besudeln einem nicht, oder: die Videospielwelt braucht noch viel mehr Sex | Der Almrausch. Allerlei Unsinn - Says:

    […] Fachpressestellen, schon alles über “Dead or Alive” las… Siehe etwa letztes Jahr meine Ausführungen zu schwitzenden “Perversen” in Untergeschössen. Wird “Dead or Alive 5″ erstmal erschienen sein wird da auch sicher wieder noch mehr […]

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