Archive for the ‘Nationalsozialismus’ Category

Uwe Bolls „Auschwitz“ mit FSK-12-Freigabe

17. Juni 2011

Mildes Jugendschutz-Urteil für den Film: SB.com berichtet – Kommentar: ‚Bei der FSK gab es zuletzt ja diverse genaue Besprechungen zu einzelnen Entscheiden: darf man das hierzu auch erwarten?
Das was Boll hier präsentiert sind nämlich so oder so wohl (wieder) krasse Tabubrüche. Szenen wie sie nicht einmal in der alten, hierzulande kaum gespielten US-TV-Serie „War and Rememberance“ (Feuersturm und Asche) aus den 80ern (nachgestellt) zu sehen gewesen sind – ich erinnere da immer an Robert Schindel und/oder Lukas Stepaniks* Kritik an bloßen Verkleidungen für Holocaust-Filme in „Gebürtig“…
Ein Problem in der Wahrnehmung mit dem Seinerzeit auch Steven Spielbergs Film im deutschsprachigen Raum konfrontiert wurde, bei manchen Szenen dort, – und ich finde diese Kritik auch nicht ganz unangebracht…
Zumal etwa ein Vergleich zwischen der deutschsprachigen und der englischen Wikipedia da auch unterschiedliche Zugänge offenlegen kann: in der deutschsprachigen Wikipedia finden sich kaum drastische Visualisierungen und man beschränkt sich im Bildmaterial – warum auch immer – scheinbar lieber auf die Wiedergabe abstrakter Erinnerungskultur…‘

* Irgendwie dachte ich lange Zeit immer die Verfilmung hätte Gabriel Baryli mit bewerkstelligt. Keine Ahnung wieso – eine Verwechslung konnte ich auf die Schnelle jetzt auch nicht finden…

Update: wie ich soeben feststellen musste wurde mein Kommentar auf SB.com gelöscht beziehungsweise gar nicht freigeschaltet. Genau aus diesem Grund dupliziere ich für gewöhnlich so etwas für – in meinen Verantwortungsbereich (!). Ich habe mich bereits in der Vergangenheit häufig negativ über die Führung bei Schnittberichte geäußert – was diese Vorgangsweise für mich leider nur bestätigt.
Das betrifft offenbar vor allem dieses Thema – vom aus meiner Sicht absolut unnötigen Hinweis darauf bei Kriegsspielen sich von Swastika-Symbolen ideologisch zu distanzieren angefangen. Ein freies Sprechen über viele Dinge erscheint mir so unmöglich gemacht – bei einer Seite die erstens nachweislich und eindeutig äußerst kommerziell ausgerichtet ist, und dann mit dem Publikum das sie anzieht anscheinend nicht klarkommt. So wichtig und (leider!) einmalig sie bei der Situation gegenüber vielen popkulturellen Medien in Deutschland auch ist.
Durch Sperrung von Kommentaren wie des Meinigen rückt SB.com dabei jedoch auch Menschen wie mich, unbeabsichtigt oder nicht, direkt oder indirekt, in die Nähe des Nationalsozialismus: ich beschränke mich mal (auch) darauf an dieser Stelle dagegen auf das Schärfste zu protestieren und zu erklären wie ungeheuerlich beleidigend und diskriminierend ich das finde. Die Demokratiedefizite im Umgang mit Werturteilen, deren bloßer Erkenntnis, erscheinen mir so vielfältig eklatant zu sein. Und um so zu gewinnen ist es wohl wirklich besser (gleich) zu schweigen. Trauriger Weise.

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Wahlkampf in Graz: „nationaler Sozialismus“ offen propagiert

20. Mai 2011

Kommunistischer StudentInnenverband: Unbekannte haben Wahlplakate in Graz dementsprechend überklebt. Bei der Kleinen Zeitung wird über eine Urheberschaft anscheinend gar nicht (mehr) spekuliert. Die Vorgänge wurden (schon) gestern Früh als „Werbemethoden der Freiheitlichen“ bezeichnet…
Von Anzeigen (gegen Unbekannt) habe ich bislang allerdings nichts mitbekommen. Aus meiner Sicht sollte das bei der bestehenden Gesetzeslage in jedem Fall strafrechtlich relevant sein. In Deutschland ist das schonmal offensichtlich jedoch nicht so: ‚Was strafrechtlich relevant sei, „wird zur Anzeige gebracht“. Ein Transparent mit Aufdruck „Nationaler Sozialismus“ sei aber zum Beispiel keine Straftat.‘
Und wieder ein weiterer Beleg für einen fragwürdigen Umgang mit Begriffen in diese Richtung.

Skandalisierter Wunsch-„Nazi“, „pornoliebend“…

18. Mai 2011

SPIEGEL STERN

😦

„WALTER: Fucking Germans. Nothing changes. Fucking Nazis.

DONNY: They were Nazis, Dude?

WALTER: Come on, Donny, they were threatening castration!

DONNY: Uh-huh.

WALTER: Are you gonna split hairs?

DONNY: No–

WALTER: Am I wrong?

DONNY: Well–

DUDE: They’re nihilists.

WALTER: Huh?

DUDE: They kept saying they believe in nothing.“

SPON: „Ausfall in Cannes“ – wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem „Einfall“ bei dieser deutschen Presse, erstens.
Zweitens weniger Überlegenheitsdünkel, drittens keine solche Durchsichtigkeit und Ignoranz in den eigenen Vorstellungswelten mehr, sowie viertens auch nur einen Funken selbständiges Denken: wer sich auch nur etwas mit Von Triers OEvre beschäftigt hat und danach noch immer ernsthaft glaubt es so mit einem „Nazi“ zu tun bekommen zu haben kann ich fast nur noch böswillig nennen – oder Marcus S. – tatsächlich bei so einer Person kaum selbst ein Kulturverständnis jenseits des Faschismus annehmen.

Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum: ‚Das ist wirklich unbeschreiblich absurd und lässt für mich in ungeheuer tiefe Abgründe blicken. Nicht bei Von Trier sondern bei einem solchen Publikum: ich hab davon woanders aber auch noch nichts gelesen als bei diesen üblichen Verdächtigen – obwohl mir der Text von Sophie Albers mit dem möglicherweise unglücklichen Nietzsche-Hinweis am Ende auch eher gezwungen erscheint: man stelle sich das mal vor. Irgendjemand stellt sich hin und sagt „ich bin ein Nazi“. Ja MUSS diese Person fortan als „Nazi“ gleich firmieren oder kann man nicht erstmal nachdenken, überlegen, wie das gemeint gewesen sein mag? Echt unglaublich.

Irgendeine halbwegs berühmte Person im Rampenlicht: „Nazi“ -> Skandal. Schade, dass das keine verwertbare Energie erzeugt. Sinn macht und Nutzen bringt! Wäre wohl ein sicherer Gewinn als Atomkraft (auch).

Morgen meint Obama er sei das und bei der Tea Party heißts ganz ohne verrückten Hutmacher: „haben wir doch schon immer gewusst“.
Als „Killerspieler“ wurde er ja schon überführt http://www.daserste.de/wort/sendung_dyn~uid,o5hlo6l0coxs0vwevj9idqzv~cm.asp , und Familienvater ist er sowieso bereits.

Ok, dann wird es halt nichts mehr mit weiteren NRW-Förderungen. Und scheinbar hat man es ihm im pornografiefeindlichen Deutschland insgeheim nicht verziehen, bei denen zumindest die davon wissen, dass er mal Pornos produzieren ließ…‘

Kommentar beim Standard…

19. April 2011

Kommentar: ‚Keine Sorge: in Deutschland ist der Titel so schon nicht veröffentlicht worden Herr P. Problematisch sind wieder mal eher diese intoleranten Äußerungen von Alois P.
Wie war das noch mit den Eichhörnchen und den Anderen (Nazis) im Multiplayer-Modus der Xbox-Version von „Conker’s Bad Fur Day“? Immer noch ein BAFTA-ausgezeichneter Titel.
Was möchte denn der Herr Pumhösel womöglich noch alles verschwiegen haben – womit noch nicht konfrontiert werden: „Für den US-Markt kein Thema, in unseren Breiten offenbaren sich aber Schwächen von Internet-Vertriebsformen.“
Also einfach verbieten oder was? Und wo soll dort nochmal eine affirmative Beziehung zum Germanofaschismus zu finden sein? Was sind denn diese kulturellen Vorstellungen für den Print hier mal wieder? Ich kann jedenfalls dieses Ansinnen bloß als undemokratisch verurteilen. Und: es gibt keinen §86a in Österreich. Glücklicherweise. Das ist das nicht hier.‘

FDP-Schulz will über Hakenkreuze in Computerspielen im Bundestag noch debattieren

11. April 2011

Via gordon-creAtive.com – Update bei „Der Jedi“: „Bis jetzt hat die Diskussion im BT noch nicht stattgefunden. Ich hake aber nochmal nach.“

Wie die Inspiration durch einen Film von Roberto Rosselini Computerspiele in Deutschland verändern könnte (upgedated)

25. Februar 2011

Ja ja, der italienische Neorealismus vor Pasolini: wozu kann der für einen unverbesserlichen Nicht-Realisten wie mir schon gut sein, außer für die Tradierung der Oberschenkel von Silvana Mangano in „Riso amaro“ (Bitterer Reis)?
Nun, in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift M-Games (4/2011 18) gibt es da einen Hinweis: so soll für das kommende deutsche Adventure „Generation Zero“ doch tatsächlich „Germania anno zero“ (Deutschland im Jahre Null) als (eine) Inspirationsgrundlage gedient haben. Bekanntlich wird dafür schon länger versucht die strikte Praxis zu ändern, dass „Unterhaltungssoftware“ mit Hakenkreuzen nicht für den deutschen Markt gekennzeichnet wird. Ja auch die Praxis, dass Hakenkreuze selbst in Zeitschriften wie der M-Games nicht auftauchen dürfen?
Über Letzteres schweigt sich die Zeitschrift aus, wie auch manch anderes Fragwürdige leider noch dazu dort drin steht: so stimmt es einfach nicht, dass „Generation Zero“ das erste (auch deutsche) Adventure im Nachkriegsdeutschland wäre. Bereits Ende der Achtziger entstand das von Rainbow Arts veröffentlichte Adventure „Berlin 1948“, das auch den Titel „East vs. West“ oder „East and West“ trägt und bezeichnenderweise einen englischsprachigen Wikipedia-Artikel hat, aber keinen bei der Deutsch(SPRACHIG)en. Als Designer des Spiels wird dort ein gewisser „Stephan Graf“ ausgewiesen, offenbar ein Phantom.

Auch stimmt es nicht, dass hier in Österreich das gleiche, ein ähnliches oder aus meiner Sicht mit dem deutschen Verbot des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen auch nur vergleichbares Gesetz gegen Darstellungen von Kennzeichen verfassungswidriger Gruppen (hierzulande) existiert. Ich werde dazu ja nicht müde zu betonen, dass das deutsche Verbot sich aus mir unerfindlichen Gründen praktisch unabhängig von deren ideologischer Grundlage gegen eine Formalie richtet, welche auf japanischen Landkarten etwa dazu dient buddhistische Tempel zu symbolisieren. Die schlichte Prolongation eines symbolischen Missbrauchs aus meiner Sicht, welche – wie vieles Andere auch – eine Identifikation mit dem Nationalsozialismus perfiderweise erst erfordert. Das Hakenkreuz wird dem Nationalsozialismus dadurch als Symbol quasi überlassen, wenn schon nicht geschenkt, anstatt tatsächlich etwas gegen eine Wiederbetätigung in dessen Sinne zu unternehmen.
Eine Situation, welche nicht bloß Computer- und Videospielen, sondern – neben dem Urheberrecht – bekanntermaßen auch einem historischen Zeitungsprojekt bereits Schwierigkeiten einbrachte.

Für Hakenkreuze in „Generation Zero“ wurde dazu schon länger der FDP-Politiker Jimmy Schulz angesetzt und das Ganze riecht schon übel nach einer konzertierten PR-Aktion für mich, welche halt auch diesen ganzen Ab- und Ausgrenzungen über Serious Games (mit) entspricht: es betrifft ja eher auch kein Hau-Drauf-Abenteuer à la „Indiana Jones“, sondern eines um Betroffenheit – worum es aus meiner Sicht so wirklich dabei geht spricht auch der M-Games-Artikel leider überhaupt nicht an, nämlich die grundsätzliche Unterscheidung zwischen „Bildung“ und „Unterhaltung“ (nicht bloß diesbezüglich) in Deutschland.
Man möchte „Generation Zero“ offenbar (unbedingt) als Unterhaltungssoftware kennzeichnen lassen und nicht als Bildungsprogramm labeln – für firmierte Musikprogramme gibt es (meines Wissens nach immer noch) eigene Möglichkeiten, ähnlich jenen für Bildtonträger über die FSK. Warum man so erpicht darauf ist damit eine Unterhaltungssoftware vor sich zu haben, wo doch – das heißt auch in dem M-Games-Artikel – beständig auf die bildungspolitischen Implikationen des Spiels hingewiesen wird, ist mir als Außenstehender jedoch nicht ganz klar – ich vermute aber mal eher kommerzielle oder gar fiskalpolitische als idealistische Gründe dahinter. Dass man dadurch jedenfalls bereit wäre ein „Wolfenstein“ zu verteidigen habe ich leider nicht den Eindruck.

Eine Diskriminierung welche demnach wie überwunden werden kann? Und das ist dann die Krux, denn ES GIBT GAR KEIN gesetzliches Verbot von Hakenkreuzen in Computerspielen für Deutschland. Eigentlich. Was es gibt sind lediglich gerichtliche Einschätzungen in diesem Sinne. Also wird es auch keinen Staatsakt, in welcher Form auch immer, geben können, der Computerspiele – so wie sich das vielleicht manche denken – (plötzlich) zum „Kulturgut“, mit Berechtigung Hakenkreuze integriert haben zu dürfen, erklärt.
Wie das Ganze letztlich ausgehen wird ist freilich noch viel zu früh zu sagen, womöglich versandet die Geschichte auch wieder – ähnlich wie bei „Imagination Is the Only Escape“ von Luc Bernard -, doch ist das Naheliegendste, dass „Generation Zero“ einfach mit Hakenkreuzen ein Kennzeichen der OLJB über die USK erhält. Was hernach geschehen wird, welche Skandalisierungen/Verbote passieren oder ausbleiben, wird man sehen.

Nachtrag: Fehler ausgebessert, Links ergänzt. Habe den Artikel vorhin leider zu früh veröffentlicht.

Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum

12. Januar 2011

Kommentar
‚@People Can Fly

Ich finde auch, dass ein Staat das Recht hat Gewaltverherrlichung zu verhindern – ebenso wie Aufrufe zur Gewalt, Rassismus, etc.
Und ich halte auch viele Spiele für gewaltverherrlichend und menschenverachtend. Seltsamerweise jedoch immer nur die, welche in Deutschland strafrechtlich und jugendschutzmäßig etwa weitgehend unbeanstandet geblieben sind.

Die Frage ist so eben bloß WIE das festgestellt werden soll: wenn etwa Gary Lauck ein „Spiel“ über das Judentum lanciert ist davon auszugehen, dass es einen wüst antisemitischen, hasserfüllten Charakter haben wird. Eben weil sich Herr Lauck als Neonazi auch in der Nachfolge Adolf Hitlers sieht.
Wenn Epic Games in Kooperation mit „People Can Fly“ (sic!) jedoch ein Game rausbringt – bei dem eine Freude an Gewaltdarstellungen im Vordergrund steht -, bleibt die Frage offen, ob es einem passt oder nicht, wie das in Hinblick auf Lebenswirklichkeiten zu sehen ist.
Die Propaganda eines Lauck ist auch weniger an Fiktionen als an realer Politik interessiert.
Im krassen Unterschied zu einem Call of Duty, welches gerade solche Politik aus meiner Sicht vielfach ad absurdum führt – wenn einmal für die Seite gekämpft wird, und per Match-Making in ein paar Minuten drauf wieder für eine Andere.

Ich hab dort auf Xbox LIVE anders als es hier schonmal verlautbart wurde auch noch keine „Nazis“ gesehen: vielleicht passen die so auch eher auf einen PC, wo mit manchen Stellungen ein solches Match-Making eher übergangen werden kann – und leichter einer Ideologie gefrönt. Über private(re LAN-)Modi und entsprechende Mods.

Also ist die schlichte Freude an Gewaltdarstellungen zu verbieten? Das wäre dann schon eine gedankenpolizeiliche Forderung.

Sind es bestimmte Darstellungen welche die Menschenwürde verletzen würden? Geöffnete Körper, Introspektionen ins Andere. „Strategic Dismemberment. Limb by limb“ – wie es vom „Dead Space“-Produzenten dereinst geheißen hat.
Wie ist das wiederum mit kulturellen Sauberkeitsvorstellungen und der Würde, einem etwaigen Respekt für (diese) Kreative vereinbar.

Wie oder weshalb die ethisch-moralischen Konzeptionen eines Deutschland oder anderen Staates Fiktionen aufzwingen?
Welches Denken soll das etwa (noch) verbieten?
Was darf sich dann noch ersonnen werden und was nicht?

Und in diesem Zusammenhang denke ich sollte gerade Deutschland und Deutsche, teilweise so auch hier im Forum, (andere) Kreative nicht dahingehend beleidigen, dass ihnen beständig eine Glorifizierung oder sonst was von Gewalt unterstellt, vorgeworfen wird.
Ja, gegen Beleidigungen gäbe es eigentlich ebenfalls Gesetze.
Und da halte ich auch eine historische Verantwortung für gegeben.

Das gebietet für mich auch jede Menschlichkeit.

Ich finde es zum Beispiel auch überaus menschenverachtend, wenn ein Kleinwüchsiger aus Kanada Berufsverbot auferlegt bekommt, weil als „Zwerg“ im „Zwergenwerfen“ aufzutreten gegen dessen Würde verstoßen würde. Angeblich.‘

Nachtrag zu GamePolitics-Artikel

‚Der Huffington Post, eine im Übrigen abscheuliche Zeitung/Blog für mich, wird es glücklicherweise wohl nicht gelingen einen US-„Kölner Aufruf“ erfolgreich zu lancieren.
Darüber hinaus sollten sich diese Leute bei ihrem Schutzgedanken einmal überlegen welche Interessen sie da schützen – bei ihren aus meiner Sicht schlichtweg entmenschlichenden Vorstellungen über die Interessen von Konzernen in denen ja was wenn nicht Menschen (auch) arbeiten.
Von einer Öffentlichkeit ganz zu schweigen.

Das nenne ich auch die brutale Gewalt eines Denkens an „Authentizität“. Doch „Authentizität“ interessiert mich zum Beispiel bei Leibe wenig
Und ich bin schließlich auch ein Mensch mit Rechten. Ich habe also auch das Recht keine Authentizität oder Zurückhaltung haben zu wollen. Sondern eben diese demnach als minderwertig eingestuften oder materiell reduzierten „Produkte“ einer malevolent gedachten Industrie. Die will ich haben.
Ich will mein „Kol of Dutee“ und „Mafia II“ haben!

Und ich hab mir ja schon einiges von anderen LinkspopulistInnen auch anhören können, wonach das menschliche Leben in meinen Spielen „nichts wert“ wäre.

Im Gegenteil war man zu Shakespeares Zeiten vielleicht sogar noch mehr vom Kommerz abhängig als heute
Aber daran ja kein Gedanke: weil für die gilt es impertinenter Weise ja schonmal die „Rechte“ jener zu schützen die in die Privatleben anderer Leute eindringen, allein dieses „Recht“, bei Sachen welche diese ohnehin nicht interessieren. Wahrscheinlich nie interessieren würden. Niemals gefallen, nichts dahingehend schaffen.
Und das ist so eben alles andere als „Recht“ aus meiner Sicht, sondern Unrecht. Und wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht.
Wie widerwärtig ich das finde kann ich eigentlich gar nicht zum Ausdruck bringen.‘

Nazi-Games: einst und jetzt

11. Dezember 2010

Kommentar bei „Stigma Videospiele“: ‚@Anonym
Es ist zwar richtig, dass etwa das erste dreidimensionale „Wolfenstein“ Anfang der 1990er Jahre zeitlich ungefähr mit einer (ersten) Welle neonazistischer Propagandasoftware zusammenfällt, dennoch ist die Behauptung, dass sich da ein Gesetz eigentlich dagegen richten würde aus meiner Sicht nicht haltbar: erstens weil es ein solch ausdrückliches Gesetz gegen Spiele gar nicht gibt, das heißt auch in Deutschland nicht, sowie zweitens weil das eben auch (bloß) einer bestimmten Wahrnehmung entspricht – anonyme Amateurprogramme werden heute kaum mehr einen technischen Standard erreichen der sie konkurrenzfähig (auf Schulhöfen oder sonst wo) erscheinen lassen wird – gegenüber kommerziellen Anderen. Dass dem einmal doch so gewesen ist hat insofern historische Gründe die eine Zeit vor zwanzig Jahren betreffen in der sich Computer- und Videospiele erst konstituiert haben.‘

Rund um die Burg (Wolfenstein) ;-)

10. Dezember 2010

Kommentar bei Stigma Videospiele

‚Natürlich fällt so etwas in hiesigen Breiten, ob „Wolfenstein 2“ oder nicht, leicht unter den Bannhammer des Vorwurfs einer „Trivialisierung“ des Holocaust, wobei ich der Auffassung bin dass gerade dieser Vorwurf eine leichtfertige Identifikation mit TäterInnen oft darstellt. Ich bin grundsätzlich gegen eine sakrale Behandlung von Verbrechen, erst recht wenn es sich dabei um einen Zivilisationsbruch handelt wie ihn Dan Diner formuliert hat, glaube aber auch, dass es Nicht-Darstellbares gibt. Auch in Fiktionen. So halte ich ähnlich wie es Robert Schindel beschrieben hat nichts davon Leute von heute als Holocaust-Opfer zu verkleiden – „ernsthaften“ Holocaust-Filmen die in KZs spielen stehe ich so auch überaus kritisch gegenüber.

Gerade in Israel, so habe ich gelernt, gab es aber schon immer Zugänge zum Thema welche hier tendenziell vor den Kopf stoßen. Etwa eine Verbindung von Erotik damit. Allgemeiner betrifft das aber auch Sexualität und Tod generell
So verstehe ich auch nicht weshalb man dabei keinen Spaß haben können sollte – bei so einem Setting wie beschrieben. Grundsätzlich ist es anscheinend ja wie Wolfenstein, und eben keine ironische Portierung, das wäre ja ein „echtes“ Nazi-Spiel dann, bloß halt „rund um die Burg“ sozusagen. Hinausgegangen – dorthin was auch Wolfenstein dereinst verschwieg (bis 2009). Oder zynisch auf die deutschen Zensur-Verhältnisse bezogen: was der erfundene Wolfsclan, diese angeblich einfache Sekte, da sonst noch halt so trieb…
Also halte ich auch so ambivalente Zugänge für eine mehr als legitime Form der Erinnerungskultur, Zugänge welche aber eben nicht hin und her gerissen sind beim Thema Nationalsozialismus, oder ein böses Spiel damit treiben würden, sondern welche das Thema eben mit anderem verbinden – wie einer Freude an gewaltdarstellenden Computerspielen.

Es ist doch auch eine Illusion zu glauben, man könnte Vergangenheit bewältigen – erst recht dermaßen geschehenes Unrecht und solch unvorstellbar großes Leid. Und deshalb schätze ich auch Filme wie Tarantinos UND Castellaris Inglorious Bastards oder Tinto Brass‘ Salon Kitty.
Ich wüsste auch nicht wie man da etwas „reflektieren“ könnte so dass es besser oder sonst was in eine positive Richtung werden würde… Das Einzige was man dabei tun kann ist sich beschäftigen damit, sich auseinander setzen – es geht dabei aus meiner Sicht auch um keinen individuellen Heilungsprozess wie aus der Psychologie oder Psychiatrie her bekannt. Keine Entwicklung der Verarbeitung. Wie soll man auch Millionen industriell vernichteter Toter „verarbeiten“ können? Man kann sich der Geschichte so bloß annähern – das ist alles – damit irgendwie, wenn auch vielleicht bloß ansatzweise, umzugehen lernen, vielleicht nicht einmal verstehen, sondern sich egoistisch womöglich auch nur (selbst!) damit abfinden. So ist eben die Welt (gewesen) in welcher man hineingeboren wurde. Und das ist halt genau keine Trivialisierung: sowie Videospiele können so oder so dazu einen Beitrag leisten.‘

Antimilitarismus und Befreiung

17. Oktober 2010

Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum

Eine andere Seite würde bei der Durchsicht der hiesigen Kommentare naturgemäß wieder behaupten, dass man es hier bloß nicht wahr haben möchte wie schädlich Medien doch sind und welchen Schaden sie für Gesellschaft anrichten.
Ich denke der erste Weg zur Einsicht wäre es, dass man sich dessen Gewahr wird, dass jegliche Vorstellung von Rundfunk zum Beispiel sich bereits auch über andere Menschen so stellt. Nicht einmal annähernd ähnlich wie ein School Shooter, aber prinzipiell schon auch. Indem man mitunter das was anderen Menschen gefällt so angreift, darunter legitimermaßen noch „Kritik“ versteht

Man stelle sich nämlich vor es hätte diese Gewaltverbrechen auf welche sich da andauernd bezogen wird gar nicht gegeben

Weil auf den Index seit 1954, das einmalige Gewaltdarstellungsverbot schon, beziehen sie sich ja nicht. Kein Gedanke daran, dass die Gewalt eines Staates, von Gesellschaft, diesbezüglich möglicherweise im Gegenteil diese Verbrechen erst begünstigt hat, welche in anderen Staaten die diese Einrichtungen/Gesetze nicht kennen nicht begangen wurden – in dem Ausmaß zumindest nicht, weil es ein sublimes Bedürfnis nach überbordenden Norm(denk)en und kollektiver Gesundheit in Deutschland weiterhin gibt. Wozu auch die Schützenvereine absolut zählen aus meiner Sicht. Ein Bedürfnis das Anderes immer noch ausschließt: Homosexualität mag etwa zwar „normal“ geworden sein – Videospiele so zu spielen, Horrorfilme zu sehen, hingegen offensichtlich noch immer nicht.
Stattdessen wird wenn schon keine Verbote direkt gefordert werden immerhin darüber schlecht geredet.

Und zu dieser gewaltphoben, oder weniger pathologisch selbst gesprochen gewaltnegativen, Einstellung: die wird für gewöhnlich ja mit der Geschichte begründet. Doch eine Machtergreifung welche da angeblich von Neuem verhindert werden möchte im Sinne eines Antifaschismus war ja gar nicht so gewaltsam in dem Sinne was dabei für gewöhnlich eben unter „Gewalt“ verstanden wird. Sondern das war von der Weimarer Republik heraus zunächst eine Kanzlerschaft wie jede Andere. Ein neuer Kanzler war da – einmal aus völliger Naivität heraus gesprochen – vorerst einfach da.
Als die Gewaltherrschaft bis hin zum Zivilisationsbruch dann kam ging diese mit Pazifismus auch nicht mehr weg: das ist ja keine Situation gewesen wie mit Gandhi in Indien – historisch gesprochen. Sondern mit Gewalt in dem Sinne wie sie heute in keinen Spielen oder Filmen gesehen werden möchte.
Die Gewalt in dem Sinne brachte erst die Befreiung von Tyrannei und Barbarei – im Grunde genommen müsste man der Gewalt so (der Allierten) dabei ja auch dankbar sein, und sich freuen wenn junge Männer in Andenken an diese Befreiung(en) etwa Shooter spielen. Nein. Man tradiert lieber Antiamerikanismen, etc.
Stellt bei militärischen Titeln über Antimilitarismus noch Bezugnahmen zum Rechtsextremismus her – Stichwort „Nazis und Familienväter“ oder so.

Deshalb werfe ich aus tiefster Überzeugung einem Antimilitarismus der sich so begründet auch vor, dass dieser ein Stück weit sich mit dem Nationalsozialismus so quasi schon identifizieren muss: und man hört es gelegentlich ja auch heraus bei Spielen über den Zweiten Weltkrieg. Wenn es etwa heisst: „was tust Du da – stell Dir vor das wäre Dein eigener (Ur-)Großvater gewesen auf den Du schießt“.

Man hat leider doch viel vergessen in Deutschland scheint mir.
Man tut immer so, blickt mitunter auch auf Österreichs Rechtspopulismus und vermeintliche Seltsamkeit herab, und zwar das auch mit einer gewissen Vorstellung von Überlegenheit wie sie eben auch in solchen Sendungen anscheinend auftritt. Da die österreichische und deutsche Medienlandschaft vielfältig verwoben ist hört man das auch hier in den eigenen österreichischen Medien oft. Deutschland wird hier häufig als Vorbild hergenommen – zum Teil, gerade von einer Linken oft, als gepriesenes Land gefeiert – wo sich Geschichte (auch) wiederholen mag, weil schon im 19. Jahrhundert war das hier mal so.