Archive for the ‘Pornographie mit Kindern’ Category

„Dead or Alive: Dimensions“ als „Kinderpornografie“

22. Mai 2011

GamePolitics. Kotaku, Gamereactor (schwedisch). In Skandinavien – betroffen sind offenbar Norwegen, Dänemark und (in erster Linie?) Schweden. IGN mit Rechtschreibfehlern, Nintendo World Report.
Ob bereits frühere Teile, wie zuletzt „Dead or Alive Paradise“ oder die Beta vom hernach eingestellten „Dead or Alive Online“ aus China, von Verfolgungen betroffen waren konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Die Berichterstattung ist eher gering, aber anscheinend hängt das Ganze unmittelbar mit aktuellen Manga-Prozessen in Schweden zusammen – erst heute Sonntag sprangen deutschsprachige Publikationen vermehrt darauf an.
„Dead or Alive: Dimensions“ für den 3DS, das diese Woche seinen internationalen Release feierte, hat in Deutschland von der USK, den deutschen OLJB, eine Freigabe ab 12 Jahren erhalten. In Rest-Europa PEGI-16

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„Srpski Film“ und kein Ende – Kommentare auf SB.com

16. April 2011

Kommentare: ‚Ich habe den Film nicht gesehen, sondern nur ein Interview mit dem Regisseur – aus Belgien glaub ich.
Doch stimmt es mich schon äußerst nachdenklich wie hier über den Film und die Kreativen dahinter geschrieben wird: wird hier denn gar kein Verständnis für Fiktionen mitgebracht?

Dafür braucht niemand den Film gesehen haben. Fiktional sollte wirklich jeder alles machen dürfen. Fiktionen sollten frei sein. Und das sollte in einer Demokratie wirklich unstrittig sein.
Sieht man mal vom Gewaltdarstellungsverbot in Deutschland und der Schweiz ab ist es das eigentlich auch.

Wenn man ein Massaker wie in „John Rambo“ beispielsweise vor Augen hat ist das hoffentlich doch auch nichts das demnach „ok“ wäre – und so soll eben auch der Film keine Verbrechen an Kindern gut heißen, sie aber auch visuell inszeniert darstellen und nicht nur ausblendend oder aus dem noblen Off wie bei einem Haneke im Siebenten Kontinenten präsentieren.

Ich hab ja noch die Befürchtung, dass es sich auch hier um einen schlimm reaktionären, pornografiefeindlichen Film in der Nachfolge von Lukas Moodyssons „A Hole in My Heart“ oder „Daisy Diamond“ aus Schweden handelt. Als Erbe Pasolinis.
Dabei habe ich schon die Szenen mit dem Baby in „Daisy Diamond“ als absolut an Missbrauch grenzend, unerträglich und völlig widerwärtig empfunden.

Was anderes ist es das diese Fiktionen möglicherweise implizieren – welche Darstellungen womöglich die eben doch Pornografie Minderjähriger nach einem Strafrecht bedeuten würden – ich bin da jetzt stutzig: bislang dachte ich es ginge nur um Spezialeffekte, irgendwelchen Kunststoff der irgendwie problematisch zum Einsatz käme.
Doch nun lese ich hier indirekt, dass da doch reale Kinder auftreten?
Bei sexuellen Handlungen? Das ergäbe natürlich gleich ein ganz anderes Bild…‘

‚@bouncer
Unter virtueller Kinderpornografie werden etwa gezeichnete pornografische Darstellungen von Kindern verstanden. Einfach googeln…
Ich kann mir vorstellen, dass ein Gericht so technische Hilfsmittel die Kinder sein sollen auch darunter fallen sehen könnte.
Mit einer Rede von „Anschein“, wie dem Fall von Max Hardcore, hat das eigentlich nichts zu tun sondern ist wenn dann eine Verkürzung – sie wird international nur auch unterschiedlich behandelt: in den USA ist sie seit 2002 (wieder) straffrei. In Deutschland, Österreich etc. soll sie neuerdings gleich wie reale Kinderpornografie behandelt werden, obwohl sie opferlos ist.
Virtuelle Kinderpornografie ist theoretisch ein wesentlich weiteres Feld: sie reicht von Plastiken und Comics über Animationsfilme bis möglicherweise
eben auch zu solchen Spezialeffekten. Sie kann zufällig vorhanden sein, unbeabsichtigt, aber auch gezielt als Ersatz für reale Darstellungen dienen – womit sie wohl sehr gefährlich auch wäre. Deutschsprachig gibt es dazu einen ganz guten TAZ-Artikel: http://www.taz.de/1/netz/artikel/1/das-fehlende-opfer-1

Dabei ergeben sich ebenso viele ethisch-moralische Fragen: ist es etwa zu verantworten, dass Darstellungen die Bart und Lisa Simpson beim Geschlechtsverkehr zeigen gleich behandelt werden wie Darstellungen realer Kinder. Verharmlost das nicht (eklatant) Verbrechen an Kindern?
Zusätzlich mag es noch weit in Fiktionen hineinreichen – das hätte dann mit „Anschein“ möglicherweise wieder zu tun: man stelle sich Geschichten vor in denen Figuren anders geschlechtsreif werden. Zum Beispiel Kes aus „Star Trek: Voyager“, usw.‘

„Ich glaube hier geht es um virtuelle Kinderpornografie. Kann schon sein, dass der Film so auch in Deutschland verboten werden wird.“

„Nachtrag: der Film ist ja auch kein politischer Extremismus, wozu ich auch Verunglimpfung religiöser Lehren zählen würde – wie sie auch manch rechtspopulistischer Dokumentation gegen den Islam vorgeworfen schon wurde.
Der Film stellt wenn dann Kritik an serbischen Verhältnissen – was ich in Hinblick auf antiwestliche Verherrlichungen bei einem Feuilleton-Darling wie Peter Handke diesbezüglich auch nur begrüßen möchte.
Der Film soll dazu heuer noch im Filmcasino bei mir in der Nähe, in Wien, gezeigt werden: davor fürchte ich mich jetzt schon ein wenig. Ich glaube irgendwie aber auch nicht, dass der Film unbedingt besonders viel Aufsehen hier erregen wird.
Zustimmung wird er da aus meiner Sicht jedenfalls kaum finden. Die vorherrschende Ideologie hier in Österreich ist ja (auch) eine der Zurückhaltung.“

‚Korrektur zu 35.: „Daisy Diamond“ ist formal natürlich ein dänischer Film.‘

Die alte Leier – neuerlicher Kommentar auf SB.com

24. April 2010

@Onetwothree
Ja das kann ich nur bestätigen. „Die“ Gesellschaft und das Recht handelt da sehr gefährlich wenn sie diese Leute dermaßen an den Rand drängt, knebelt und noch mit gewalttätigen Gedanken zusammenschnürt.
Ich habe mich persönlich immer für eher konservativ in diesen Fragen gehalten, doch die hasserfüllten Gedanken welche da gegen diese Leute artikuliert werden sind äußerst bedenklich aus meiner Sicht
Man kann fast nur davor warnen denen noch weiter ihre gedanklichen Freiräume zu nehmen – wer weiß welche Konsequenzen das noch hat, und zwar zum Schutz unserer Kinder. Verschwinden wird da nämlich sicher nichts – durch die Gewalt eines Staates. Das hat noch keine Gewalt zusammengebracht

Schnittberichte

Kommentar bei GamePolitics.com

25. März 2010

GamePolitics

I think it’s sad that much information concerning this topic from the German speaking world is not availiable in English. For French-speaking readers I strongly recommend this website: http://gamingsince198x.fr/ which is covering many aspects of the „Killerspiel“ debate in Germany, and the „Killergames“ debate in Switzerland

There is also an article about Malte Lehming, chief of „opinion“ from the major German newspaper „Tagesspiegel“: http://gamingsince198x.fr/?p=3235

Lehming recently compared violence in gaming (even not video game addiction!) in a very aggressive tone with heroin addiction and the use of needles in the use of this opiate drug. It’s also quite usual lately, especially in Switzerland, to compare gaming with child pornography, which points down to the crime of raping children: the Swiss orgainzation „Vereinigung gegen mediale Gewalt“ (VGMG) is even stating this comparison on its homepage: http://www.vgmg.ch/artikel_presse/killergames_warum_verbieten.pdf

For example only one translated sentence from this document: „… Like child pornography it won’t be totally successful to ban killer games from screens…“

http://www.vgmg.ch/artikel_presse/artik_presse.htm „Die VGMG ist der Meinung, dass der Konsum von grausamer Gewalt in Games ebenso wie jener von Kinderpornographie stark eingeschränkt werden muss. Niemand braucht solche Darstellungen.“

Translated text: „The VGMG is of the opinon that the consumption of cruel violence in games has to be heavily limited like the consumption of child pornography. Nobody needs such depictions.“

Evi Allemann, mentioned by Kotaku, and Roland Näf are the two most important representatives of the VGMG.

As the source of this „killer games“ is often considered to be the US army. Like in this translated article by Renate and „Rudi“ Hänsel: „Send Back US-Army Killer Games to Where They Came From“ http://www.currentconcerns.ch/index.php?id=776

Bastian Birke recently published connections between the VGMG, this Swiss publication „Current Concerns“ („Zeit-Fragen“ in German, „Horizons et débats“ in French, „Discorso libero“ in Italian and „Horizontes y Debates“ in Spanish http://www.zeit-fragen.ch/links/) and the abandoned psycho group „Verein zur Förderung der psychologischen Menschenkenntnis“ (VPM): http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32238/1.html (in German)

There was also an article in the Swiss newspaper „Tagesanzeiger“ concerning the political connections between a ban of violent games in Switzerland and the succession of the VPM-cult: http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/VPMAnhaenger-mischen-mit/story/19639529

My real name is Juergen Mayer. I’m an academic historian and currently researching this topic for the University of Graz here in Austria;

There is a strong Anti-American tone at present. Video games dealing traditionally with issues like war or violence are considered to be a malevolent invention by the US military and a form of hate speech

humanity +love

„Alles was im echten Leben nicht möglich ist…“

11. August 2009

„…, scheint im Netz zu gehen“ ist zu hören. Ich werde auch hier keine Namen mehr nennen, doch hat der Spiegel mit diesem Cover im Print wohl endgültig internationales Format verloren.

Sprechen über Wirklichkeiten und Fiktionen: ein großes Problem in Deutschland – offenbar weiterhin, mit offenem Ausgang.

Manchmal ist es doch nicht so wichtig vielleicht, aber wenn es um vergewaltigte Kinder geht könnte man doch meinen, dass es das wäre: dabei sollte die Autorin dieses Spiegel-Artikels doch eigentlich wissen was in einem Medium „möglich ist“, „geht“, sie arbeitet doch selbst in einem. Und im Internet ist im Grunde genommen substantiell gar nicht mehr möglich als im Medium in dem sie arbeitet – sicher, Ilona Staller unzensiert in ihren Glanzzeiten würde im Spiegel nicht „gehen“: da würde die BPJM Wohl oder übel einschreiten, vielleicht auch zurecht. Doch was geht überhaupt in einem Medium, also auch dem Internet: auf irgendeine Realität bezogen doch nur zwei Dinge – entweder reale Darstellungen oder erfundene Sachen. Fiktion und Wirklichkeit. Letztere ist in diesem Fall auch nicht nur im Internet möglich, und wird auch dort eben verfolgt: das Problem – die Wahrnehmung. Das Internet als „rechtsfreier Raum“ – ein Klischee im politischen Sprachgebrauch Deutschlands mittlerweile, und ein Armutszeugnis noch dazu. Denn das Internet ist weder ein richtiger Raum, noch war es je rechtsfrei: alles was darin geschieht hat ihren Ursprung in der realen Welt – jede Kreativität, die von mir aus schöngeistige, wie auch die ohne Frage verbrecherische, entstammen dieser realen Welt. Dort gibt es nichts zu beschönigen oder zu relativieren. Doch was geschieht?

Es wird die virtuelle Welt als etwas eigenständiges wahrgenommen – fast schon so wie in der harten Science-Fiction eines Greg Egan, wo Teile der Menschheit tatsächlich nur mehr Software sind und geboren werden etwa eine alte Angewohnheit darstellt. Natürlich denken diese AutorInnen, PolitikerInnen etc. Keineswegs so weit. Sie wissen doch (hoffentlich), dass sie in dem Fall eigentlich von realem Leid sprechen.

Dennoch wird andauernd vom Internet geredet – was dieses und jenes mache, tue, initiiere. Technik-, bilderfeindlich: was auch immer.

http://www.youtube.com/watch?v=6AmmFN0joPI