Posts Tagged ‘Bürgerliches’

Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum

16. Juni 2011

Kommentar: ‚Es muss mich niemand verstehen: bei Manchen wäre es mir sogar eben lieber, dass sie das nicht einmal (mehr) versuchen würden…
Ich muss da eigentlich zwar auch nichts erklären, aber: sämtliche Werte halte ich für „öffentlich vertretbar“ – noch so ein Verständigungsproblem.
Dass ich etwas gegen dieses oder jenes – wo auch immer – artikuliert einzuwenden hätte ist eine einzige Unterstellung Deinerseits gegenüber mir, aber wie ich schon feststellte – auch wenn Andere ihre Werturteile gelegentlich schärfer artikulieren. Und – mit Verlaub – eine ziemlich Perfide dazu: dass man glaubt Werturteile mit „Argumenten“ untermauern zu können halte ich nunmal für eine Illusion, Teil eines Problems beziehungsweise für relativ gefährlich in Richtung Manipulation von Öffentlichkeit. Wenn man tatsächlich der Meinung ist man könne seine eigene Überlegenheit bei solchen Dingen durch „Argumente“ festigen.

Ich bin ein gläubiger Mensch – dennoch möchte ich mir nicht anmaßen Andere von meinem Glauben zu überzeugen. Ich möchte sie damit meistens nicht einmal belästigen. Und so glaube ich nicht an diese mir allzu einseitg-positiv erscheinenden Familienbilder, Vorstellungen von Gesellschaft als Gemeinschaft, kollektive Freiheiten etc. Und da würde ich auch vorsichtig sein – doch gibt es so nunmal auch andere Zugänge die auch eine Berechtigung haben. Und wenn ich den Eindruck habe, dass diese Berechtigung durch „Argumente“ in Frage gestellt wird möchte ich nicht nur schreien, sonder glaube sogar dass das meine Bürgerpflicht dann ist. Genau dann.

Offenbar weil so kein Widerspruch ertragen wird, eklatante Demokratiedefizite vorherrschen – womöglich nicht einmal recht gewusst wird was Demokratie eigentlich wäre, geschweige denn Konstrukte wie Kultur nicht-normiert sich gegebenenfalls gestalten, „Werturteile“ als solche konsequent ignoriert zu werden scheinen, sowie arrogant immer nur auf eingebildete Fakten gepocht wird.
Und da schreie ich halt dagegen – mehr kann man vielfach auch nicht machen glaub ich.
Außer schreien.
Widerspruch einlegen.
Gegen diese Tyrannei der „Fakten“ und „Argumente“.
Zwar könnte ich auch meinen irgendwelche „Argumente“ dabei vorschicken zu brauchen, – wenn es um „Werte“ geht. Mit meinem Gewissen vereinbaren könnte ich eine solche Vorgehensweise jedoch nie. Wobei ich die Werte Anderer verurteile, wenn ich sie für die Falschen (sic!) halte. Ein „falscher“ Wert ist jedoch kein „falscher“ Sachverhalt – kann das überhaupt nicht sein, weil ein Wert so eben kein Sachverhalt ist.
Das ist auch nichts das gemessen werden könnte aus meiner Sicht: dass Geborgenheit und eine Form angemessener Sicherheit bessere Leben schafft ist zwar (sicher auch statistisch) wahrscheinlich, aber auch gleich nichts das so artikuliert werden würde. Das was artikuliert wird ist ja immer nur „Familie“ und/oder „Sicherheit“ respektive „Gesundheit“ ohne wenn und aber – ideologisch.

Gar nicht „ich“ mit meinen Äußerungen immer scheint nicht kapiert zu werden, das kann für mich so nur mehr ein gehässiger Vorwand sein, sondern genau dieser Umstand…

Für mich ist es nunmal absurd wissenschaftlich oder sonst wie intersubjektiv begründen, gar belegen zu wollen, wenn schon nicht „objektiv“, dass einem Bananen oder Erdbeeren besser schmecken. Es soll Dir allerdings wohl nicht gelingen mich mit Deinen ständigen Anschüttungen auch noch von hier zu vertreiben.‘

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Exklusiver Kommentar zur Fallon-Gaming-Week

14. Juni 2011

Kommentar: ‚Robert Bowling’s Call of Duty ins NBC-Fernsehen. Was in Deutschland schon allein an Faschismus grenzen würde lässt eher hierzulande an ein fragwürdiges Demokratieverständnis erinnern. Und da nehme ich Österreich bewusst auch nicht aus – ein grundsätzlich anderes gesellschaftliches Klima gegenüber vielen großen, populären Videospielen stelle ich hier leider ebenfalls nicht fest.
Abgesehen von der Staatsgewalt ist es in Österreich sogar noch viel schlimmer als in Deutschland: die größte Medienindustrie der Welt hat im Kulturprogramm des Österreichischen Rundfunks dem Vernehmen nach etwa gar keinen Platz. Von großen, gesonderten Förderung(sprogramm)en für einzelne Titel ist meinem Vernehmen nach nicht das Geringste zu finden.

Ist etwas nicht mit Ernst, Nutzen, anerkannter Bildung und Leistung, sowie herkömmlicher Gesundheit in Zusammenhang zu bringen wird mit ungeheuerlicher Brutalität darüber gefahren, gehasst, verachtet und ausgegrenzt. Wenn nicht „verboten“, „verbittet“ man es sich halt auf andere Weise. Da gibt es überhaupt kein Verständnis und/oder Akzeptanz. Vielleicht gerade mal eben ein bisschen Toleranz, wenn schon nicht mit der Staatsanwaltschaft gedroht wird. Zum darüber streuen. Und auch das gehört zu diesem allgegenwärtigen, ganz alltäglichen Faschismus wohl dazu – gerade (auch) von vermeintlich weltoffener, aufgeschlossener(er) Seite einer solch arroganten, sich für überlegen haltenden „Moralgesellschaft“.‘

Skandalisierter Wunsch-„Nazi“, „pornoliebend“…

18. Mai 2011

SPIEGEL STERN

😦

„WALTER: Fucking Germans. Nothing changes. Fucking Nazis.

DONNY: They were Nazis, Dude?

WALTER: Come on, Donny, they were threatening castration!

DONNY: Uh-huh.

WALTER: Are you gonna split hairs?

DONNY: No–

WALTER: Am I wrong?

DONNY: Well–

DUDE: They’re nihilists.

WALTER: Huh?

DUDE: They kept saying they believe in nothing.“

SPON: „Ausfall in Cannes“ – wie wäre es zur Abwechslung mal mit einem „Einfall“ bei dieser deutschen Presse, erstens.
Zweitens weniger Überlegenheitsdünkel, drittens keine solche Durchsichtigkeit und Ignoranz in den eigenen Vorstellungswelten mehr, sowie viertens auch nur einen Funken selbständiges Denken: wer sich auch nur etwas mit Von Triers OEvre beschäftigt hat und danach noch immer ernsthaft glaubt es so mit einem „Nazi“ zu tun bekommen zu haben kann ich fast nur noch böswillig nennen – oder Marcus S. – tatsächlich bei so einer Person kaum selbst ein Kulturverständnis jenseits des Faschismus annehmen.

Kommentar im „Stigma Videospiele“-Forum: ‚Das ist wirklich unbeschreiblich absurd und lässt für mich in ungeheuer tiefe Abgründe blicken. Nicht bei Von Trier sondern bei einem solchen Publikum: ich hab davon woanders aber auch noch nichts gelesen als bei diesen üblichen Verdächtigen – obwohl mir der Text von Sophie Albers mit dem möglicherweise unglücklichen Nietzsche-Hinweis am Ende auch eher gezwungen erscheint: man stelle sich das mal vor. Irgendjemand stellt sich hin und sagt „ich bin ein Nazi“. Ja MUSS diese Person fortan als „Nazi“ gleich firmieren oder kann man nicht erstmal nachdenken, überlegen, wie das gemeint gewesen sein mag? Echt unglaublich.

Irgendeine halbwegs berühmte Person im Rampenlicht: „Nazi“ -> Skandal. Schade, dass das keine verwertbare Energie erzeugt. Sinn macht und Nutzen bringt! Wäre wohl ein sicherer Gewinn als Atomkraft (auch).

Morgen meint Obama er sei das und bei der Tea Party heißts ganz ohne verrückten Hutmacher: „haben wir doch schon immer gewusst“.
Als „Killerspieler“ wurde er ja schon überführt http://www.daserste.de/wort/sendung_dyn~uid,o5hlo6l0coxs0vwevj9idqzv~cm.asp , und Familienvater ist er sowieso bereits.

Ok, dann wird es halt nichts mehr mit weiteren NRW-Förderungen. Und scheinbar hat man es ihm im pornografiefeindlichen Deutschland insgeheim nicht verziehen, bei denen zumindest die davon wissen, dass er mal Pornos produzieren ließ…‘

Kommentar bei „Stigma Videospiele“

15. Mai 2011

Kommentar zu GameRights-Stellungnahme: ‚Die GameRighs-Stellungnahme geht mir übrigens zu sehr auf den Näf und dieses Boulevard ein.
Worum geht es denn beim Duke formal? Doch um die Menschheit, und da im besonderen (entführte) Frauen zu retten (!). Dabei stellt sich auch die Frage WER sexuell devot sein darf: ich denke jeder Mensch, auch Frauen, sollten das sein dürfen – wenn sie es denn wünschen.
Das deutet – jedenfalls für mich – eher auf ein fragwürdiges Menschenbild bei Näf und Konsorten hin. Auch was sich dort über Gamer offenbar so alles gedacht wird. Vergewaltigungen hin oder her: „Fur TV“ thematisierte mal Vergewaltigungsfantasien. Auch Catherine Breillat in „À ma soeur“, da sogar bei einer Minderjährigen glaub ich.
Sicher wäre die Integration von so etwas in die Welt eines Duke wohl mehr als unpassend, dennoch gibt es das (ebenfalls) auf der Welt und es sollte – auch in Games – die Möglichkeit bestehen das zu thematisieren. Beschwichtigungen, eine Abwehrhaltung dahingehend und zu sagen: nein nein, Vergewaltigungen gibt es nicht, es geht bloß mit Schrotflinten auf Stripperinnen zu schießen so dass sich diese in Geldscheine auflösen, im „3D“-Teil, finde ich gelinde gesagt auch etwas strange.
Was sagen denn so Empörungen auch aus? Worauf deuten sie hin: doch bloß darauf was alles in den Leben der sich Empörenden keinen Platz haben sollte. Was wiederum unmittelbar zu langweilig-einseitigen Leben der sich Empörenden führt, zumindest für die welche die Empörungen so nicht verstehen. Normen welchen sich Andersdenkende halt nicht unterwerfen wollen – dahingehend nicht devot (sic!) sein wünschen. Letztlich also auf eine Umdrehung der Vorwürfe.
So Leute wie der Näf werden auch immer etwas finden worüber sie sich (wieder) empören würden – soviel kann gar nicht verboten werden… Siehe Frau Pfeiffer und ihre „Crysis“-Hühner. Müsste irgendwo im hiesigen Forum zu finden sein.‘

Ordinärer Mozart… Krank!

11. Mai 2011

Wer so ordinär wie Mozart zeitweise daherredet, der kann bei den gegenwärtigen Normen natürlich nicht gesund gewesen sein – Mozart und das Tourette-Syndrom: Stichwort Hirnforschung – im „Neurologienetz“ habe ich eine besondere Blüte der Pathologisierung von persönlichen Vorlieben dieser historischen Person angetroffen. Dabei wird gar auf einen möglichen Hirnschaden des „Genies“ verwiesen. Mozarts Persönlichkeit sei als „Variante“ demnach ein „Rätsel“…
So heißt es: ‚Briefe skizzieren aufgrund ihrer derben Sprache ein Bild des Musikgenies, das in hohem Maße irritiert. Auch in den bisher über elftausend erschienenen Publikationen über Mozart ist das Rätsel dieser Persönlichkeitsvariante nicht ausreichend entschlüsselt worden. Alfred Einstein, einer der Mozartbiographen, umgeht das Problem mit der lapidaren Feststellung, daß er „vieles am Menschen Mozart bedauerlich und befremdlich erlebt“… Die bisherigen medizinischen Erkenntnisse erlauben zumindest den Rückschluß, daß es sich um eine organische Erkrankung handelt, auch wenn deren Ursache noch im Dunkeln liegt. Denkbar wäre beispielsweise eine Schädigung des Gehirns während der Geburtsphase oder infolge einer Erkrankung in der frühen Kindheit.‘
Mich sollten diese kulturellen Vorstellungen hingegen wohl besser nicht mehr irritieren.

Nachtrag: der Text eines gewissen Joseph Thilmann stammt offenbar bereits aus den späten 1980er Jahren, wobei naturgemäß ausgeblendet wird weshalb sich dieses Syndrom in Schriftsprache und Briefverkehr bei dem „Fall“ ausgebildet haben soll, weil man naturgemäß ja auch gar keine anderen Überlieferungen davon hat…

Medienfeindlichkeit, Kulturfaschismus, Ressentiment…

10. Mai 2011

Meine Worte und Begriffe gehen mir jedoch bloß langsam aus.
Das antiamerikanisch-aktuelle „Wort zum Sendung“ bei der ARD: Präsidiale Ballerspiele – Link via „Stigma Videospiele“-Forum.
Wer „trivialisiert“ so was?
Fast schon so als ob jemand welcher in keinen Bildschirm blicken würde automatisch ein besserer Mensch wäre.
Jedenfalls einer der sich für überlegen haltend passiv verhält. So jemand – wie schon lange gehabt halt. Wodurch selbst Obama zu so etwas wie einem „Killerspieler“ wird. Unglaublich. Eigentlich.
Und da fällt mir wirklich nur noch Max Liebermann ein.

Nichts dazugelernt außer die Einbildungskraft einer Überlegenheit. In dieser „wirklichen Welt“. Nicht das geringste. Bei solch verabscheeungswürdiger Menschenverachtung wie hier von Ulrich Haag. Blanker Hass gegenüber Menschen wie mir – Andere, Fremde – vorgetragen als „christliche Werte“. Gegenwärtiger Alltag von Ab- und Ausgrenzungen im Nachbarland. Womöglich als „Kritik“ verstanden.

Sprachlosigkeiten

3. Mai 2011

Sony-Wiedergutmachung: „PlayStation Plus“-User dürften sich brüskiert fühlen…

1. Mai 2011

Große Gleichbehandlung angesagt: Sony hat auf der Tokioter PK keine Extra-Kompensation für ihre einzig beständig zahlende Kundschaft am PlayStation Network angekündigt, wozu ich persönlich im Übrigen nicht zähle – übersetzte Erklärung. Entweder ein Hinweis darauf wie (wenig) wichtig der Service für den Konzern ist, ODER aber ein genialer Schachzug mit dem Slogan „PlayStation Plus einen Monat gratis“ aus der Krise noch Kapital mittels Werbung zu schlagen…
Wie üblich hat der Konzern zudem regional unterschädliche Wiedergutmachungsangebote angekündigt. Da der Store erst im Laufe des Monats wieder online gehen wird, wird man Näheres dazu so schnell jedoch sicher nicht mehr erfahren – das meiste Andere soll aber immerhin noch kommende Woche wieder verfügbar sein.

Sony-Unglück: US-Senator schreibt Brief an Jack Tretton

27. April 2011

Richard Blumenthal (Demokrat aus Connecticut) im O-Ton: „News reports estimate that 50 million to 75 million consumers – many of them children – access the PlayStation Network for video and entertainment.“ GamePolitics, Kotaku
Bis einE österreichische PolitikerIn auf die Idee kommt so zu helfen kann ich wohl lange warten…

„Videospielbillig“ oder der Sexismus des Jörg Luibl

26. April 2011

Entdeckt bei 4players, wo auch sonst: hinter moralischer Empörung, kulturellen Sauberkeitsvorstellungen und dementsprechenden Überlegenheitsdünkeln vermag ich ja des öfteren ein Potential für Abgründe zu erkennen.
Sei es sekundärer Antisemitismus wenn es darum geht zufällige jüdische Stereotype auf Brückengeländer auszumachen, angeblich bloß dazu da um diese in den Tod zu stürzen, oder halt wie hier eine vermeintliche Wertigkeit von Frauenbildern wahrzunehmen. Frauen.
Ja wie denn überhaupt wahrgenommen, wenn nicht als Waren – so wie hier von Jörg Luibl. In sekundärer Misogynität. Par excellence.
Das Ansinnen ist jeweils klar – Videospiele, der vermeintliche Bodensatz menschlichen Schaffens. Entweder (wie üblich) anzuprangern oder sonst halt mal eine Ausnahme zu loben, weil die meisten Videospiele wären dann im Gegenteil ja „sexistisch“ – würden Frauen „bloß“ objektivieren, pardon „objektifizieren“, nicht deren sich schon sowieso für etwas besseres haltende „KritikerInnen“. „Teure“ von „billigen“ Frauenbildern zu unterscheiden – das können die ja bestens. Fragt sich bloß wie wer da so wahrgenommen wird. Und warum, welche Vorurteile das geschaffen haben: warum eine platinblonde Frau in High Heels vorstellungsmäßig etwa „billiger“ wäre als ein Typus von der amtierenden Bundeskanzlerin im Land zum Beispiel. Ich weiß es nicht. Wirklich nicht.